Predator 2 (1990)

Predator 2 (1990)

Oder: I'm a Cop - I don't think he gives a shit

Predator 2

Der hat zuviel Batman geschaut.

1997 - Los Angeles leidet unter einer erdrückenden Hitzewelle und brutalen Bandenkriegen, welche schon seit längerer Zeit in den Strassen der Grossstadt toben. Regelmässig kommt es dabei zu hitzigen Feuergefechten zwischen den Parteien, bei denen die Polizei immer wieder ins Kreuzfeuer gerät. Wie auch an diesem Tag, als die Polizei ein Drogennest der Kolumbianer ausheben will und dabei grosse Verluste hinnehmen muss. Gerade noch rechtzeitig kommt Mike Harrigan (Danny Glover) am Tatort an und befreit in letzter Sekunde zwei Polizisten aus dem Kugelhagel, doch ehe er zum Gegenschlag ansetzen kann, sind Drogenhändler im Haus verschwunden. Bevor die Polizei nachrücken kann, ertönen aus dem Innern des Hauses gellende Schreie. Wie es scheint, versuchen sich die Drogenbarone in Panik gegen irgendetwas zu verteidigen. Als Harrigan schliesslich ins Haus eindringt, findet er ein Blutbad vor, das allen Drogenhändler das Leben gekostet hat - doch was hat sie umgebracht?

Predator 2

Ist noch alles OK da unten?

Bald darauf häufen sich merkwürdige Vorfälle, bei denen die Opfer am lebendigen Leibe gehäutet und kopfüber aufgehängt werden. Langsam erkennt Harrigan ein Muster unter den Opfern, doch seine Ermittlungen werden von einer Spezialeinheit unter dem Kommando von Special Agent Peter Keyes (Gary Busey) gehindert, welche anscheinend immer dort auftauchen, wo wieder Personen gehäutet worden sind. Für Harrigan ist klar, dass eine Verbindung zwischen den Morden und Peter Keys besteht, doch er wird von seinem Vorgesetzten kaltgestellt. Als jedoch einer von Harrigans Truppe von dem mysteriösen Killer umgebracht wird, wird es für ihn persönlich. Er startet seinen eigenen Krieg gegen den Agressor, der in der Stadt wütet.


DVD-Rating

Nach dem grossen Erfolg von Predator, um den sich seit dem Release ein riesiger Kult entwickelt hat, war es klar, dass ein Sequel folgen muss. Arnold Schwarzenegger, der den Predator im ersten Teil gejagt hat, konnte jedoch nicht vom neuen Konzept - den Predator in der Stadt zu jagen - überzeugt werden, weshalb er jede Beteiligung an Predator 2 ablehnte. (Andere Quellen sagen auch, dass er zuviel Geld verlangt hat). Jedenfalls haben darauf die Verantwortlichen das Script umgeschrieben, und Danny Glover übernahm die Jagd auf den Predator. Viel Anklang fand der Film deswegen nicht, und er sollte auch die letzte Episode der Serie werden, welche erst über ein Jahrzehnt später in Alien vs. Predator mit mässiger Qualität fortgesetzt werden sollte.

Obwohl es vieles an Predator 2 zu kritisieren gibt, an einem Punkt gibt es keinen Zweifel: In den zwei Teilen haben sie mit dem Predator ein Kultmonster geschaffen, das als ehrwürdiger Jäger aus dem Weltraum absolut überzeugen kann. Im zweiten Teil wurde zusätzlich der Ehrenkodex der Jäger genauer definiert, ihre Technologien näher erkundet, und man erfährt auch mehr über ihre Kultur und Lebensweise. Das macht den Jäger aus dem All äusserst interessant, denn er tötet nicht mutwillig irgendwelche Personen, sondern tut dies klar nach dem Trophäen-Prinzip. Das ist aber auch der einzige positive Aspekt an Predator 2, denn ausser dem umfassenden Einblick in die Kultur des "ugly motherfuckers" kann am zweiten Teil und den beteiligten Schauspielern kaum etwas überzeugen.

Mit Schwarzeneggers Abgang war das Schicksal des Sequels, rückblickend gesehen, eigentlich schon besiegelt. Danny Glover als Hauptdarsteller zu casten war eine der grössten, unnachvollziehbarsten Fehlentscheidungen des Films. In keiner einzigen Szene kann er überzeugen, und man nimmt ihm den "schiesswütigen Cop mit viel Materialschaden und Missachten von Regeln" überhaupt nicht ab. Auch wenn er in Lethal Weapon gepasst hat, in einem Horrorfilm hat er überhaupt nichts zu suchen. Mit seiner aufgesetzten Höhenangst und dem regelmässigen Overacten, zieht er den Film nur ins Lächerliche. Sein Team ist da kein Deut besser: "Lone Ranger" Bill Paxton geht nur auf die Nerven, und da das Team auch sonst kaum Sympathiepunkte sammelt, stört es kaum, wenn es ein Mitglied erwischt. Die Handlung selber dümpelt spannungslos dahin, bietet zwar einige saftige Splattereffekte, doch über die Laufzeit kann kaum eine packende Atmosphäre geboten werden. Wenigstens ist das Finale noch gelungen.

Fazit: Nach dem äusserst gelungenen ersten Teil, versagt Predator 2 in so gut wie allen Punkten. Die beteiligten Charaktere sind einem schlichtweg egal, besonders Danny Glover geht nur auf die Nerven und wirkt von Anfang an völlig deplatziert. Durch dieses Vercasten von Schauspielern können auch viele der Szenen - welche eigentlich gute Ansätze hätten - nicht überzeugen oder emotional berühren. Da ansonsten recht wenig Spannung, geschweige denn packende Atmosphäre geboten werden, klinkt man sich bald aus dem Film aus. Wer sich also für die Predator interessiert, der wird bei Predator 2 einige interessante Informationen über die ehrenhaften Trophäensammler erfahren, ansonsten muss man das Sequel nicht gesehen haben.

Die DVD bietet den Film in einem Low-Budget-Format an und enthält kein Bonusmaterial. Das Bild ist mies, unscharf und hat Schnee, und auch der Ton kommt sehr dumpf und matt daher.


OutNow.CH:

Bewertung: 2.02

 

19.08.2008 / db

Community:

Bewertung: 3.4 (38 Bewertungen)

 

 

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