Nikita (1990)
Nikita (1990)
Oder: Oh lala, hübsch und gefährlich!
Beim Einbruch in eine Apotheke erschiesst die drogenabhängige Punkerin Nikita (Anne Parillaud) einen Polizisten. Sie wird geschnappt und zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Agent Bob (Tchéky Karyo) wird auf die wilde, junge Frau aufmerksam und eröffnet ihr eine Alternative. Nikita lässt sich zur Spezialagentin ausbilden und erhält eine neue Identität. Nach aussen führt sie ein bürgerliches, unauffälliges Leben, doch jeder neue Auftrag der Regierung bedeutet Blutvergiessen, denn Nikita hat die Lizenz zum Töten...
DVD-Rating
Nikita war Luc Bessons grosser internationaler Durchbruch. Der stylische Film generierte in den USA auch eines der vielen unnötigen Remakes, John Badham versuchte sich daran, scheiterte aber deutlich (auch an der kühlen Atmosphäre des französischen Originals). Nikita ist ein grossartig inszenierter und fotografierter Film, ein technisch hoch stehendes Filmereignis, das keinen Vergleich mit Hollywoodproduktionen zu scheuen brauchte. Auch heute noch. Der Film ist nach wie vor jung, fit, temporeich und höchst unterhaltend.
Es ist ein besonderes Glück, dass so ein Streifen auch von tollen Darstellerleistungen zerren kann. Es seien hier zuerst der wunderbare Tchéky Karyo als unterkühlter Agentenausbilder genannt, oder die mannigfaltige Anne Parillaud als durchgedrehtes Tier und verzweifelt zerrissene Persönlichket. Und natürlich unvergleichlich: der Cleaner, Jean Reno, dessen Charakter Inspiration für Bessons Film Leon werden sollte. Mit einem besonderen Empfinden für den passenden Humor, schliesst Besson einen Kreis aus Action, bildgewaltig durchdachten Szenen und bemerkenswerter Charakterpräsenz. Selbst Eric Serras vollelektronische, wenig traditionelle Filmmusik schmiegt sich wundersam in diese Welt ein und übernimmt die Rolle eines weiteren Darstellers.
Nikita ist Kino der allerbesten Art ohne Wenn und Aber und auch im kleinen oder grösseren Heimkino ein visuelles Muss.
Dieses DVD-Set, äusserlich in einer Art Stahllook daherkommend, enthält neben dem Extras: Film auf der ersten DVD (mit Audiokommentaren), auf DVD 2 ein leider etwas zu kurzes, aber recht gutes Making Of (leider ohne den Regisseur, der aber zusätzlich in einem Interview zu sehen und hören ist), das von engagierten Aussagen der Hauptdarsteller profitiert. Das kurze, separat anwählbare Segment mit Komponist Eric Serra ist ebenfalls informativ. Dann gibt es noch einige Texttafeln mit Bio- und Filmografien und ein merkwürdiges, eigentlich unnötiges Easter Egg (wenn man alle Menüpunkte durchscrollt). Sicher kein perfektes, aber ein gutes Set. Mehr wäre durchaus auch machbar gewesen.
Bildlich schafft die DVD leider keine Meisterleistung. Sie ist sicher nicht schlechter als bisherige Editionen, leider aber auch nicht viel besser. Vor allem sind Bildschlieren zu erkennen, der Kontrast ist etwas zu hoch und das Bild ein wenig körnig. Die Schärfe geht in Ordnung. Die Tonspur ist im Original empfehlenswert, in der Deutschen Fassung scheinen einige Fehler aufzutauchen. Also: man krame seine Französischkenntnisse hervor oder schalte einfach die Untertiteloption ein.
![]()
4.7 Sterne (28 Bewertungen) | 7 Kommentare
DVD-Infos
Steelbook, erschienen am 22.11.2005
- Bildformat: 2.35:1
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1, DTS), Französisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Filmografien, Fotogalerie, Making of, Interview(s), Trailershow, The Sound of Nikita" Featurette, Programming Nikita


