It (1990)

Stephen Kings Es

It (1990) Stephen Kings Es

Oder: Die Furcht vor dem Clown

It

Nicht zum Lachen!

Sie nennen sich "der Klub der Verlierer" und leben in den 50-er Jahren in einer Kleinstadt in Maine. Alle Jungs und Mädels dieses "Vereins" haben einen Makel. Einer ist dick, der andere hat Asthma, einer stottert und das Mädel stammt aus einer armen Familie. Zu dieser Zeit verschwinden immer wieder kleine Kinder und werden nicht mehr gefunden. So auch der Bruder von Bill (Jonathan Brandis). Die Kinder entdecken It, das absolut Böse, das vielfach in der Gestalt des Clownes Pennywise (Tim Curry) auftaucht und den Kids das Fürchten lehrt. Und trotzdem wird der Clown fürs erste besiegt. Aber geschlagen ist er deshalb noch lange nicht.

1985, 27 Jahre später, taucht das Böse wieder auf. Mike (Tim Reid) ist Bibliothekar geworden und als einziger des Vereins im Städtchen geblieben. Er erkennt die Gefahr als Erster, trommelt seine Freunde von damals wieder zusammen und erinnert sie an den Schwur. Nämlich dass sie nicht eher ruhen werden, bis dieses Böse endgültig vernichtet ist.

It

Baden wär einfacher

So kommen die Freunde nach und nach zurück in ihre Heimat. Bill (Richard Thomas) ist Schriftsteller, Ben (John Ritter) Architekt, Beverly (Annette O'Toole) eine bekannte Modedesignerin und auch Stan (Richard Masur) hats zum erfolgreichen Berater geschafft. Zusammen müssen sie sich den Geistern der Vergangenheit stellen und beschliessen, dem "Bösen" in der Kanalisation endgültig den Gar aus zu machen. Aber Pennywise hat seine Psychospielchen und Schreckauftritte erst angefangen...


DVD-Rating

Filme, die auf Vorlagen von Stephen King basieren, haben es schwer. Zwar gibt es immer wieder ein paar Lichtblicke (The Mist), aber im gleichen Atemzug sind auch die vielen enttäuschenden Umsetzungen zu nennen. Ganz stark sind die Produktionen, wenn sie sich Zeit lassen können und auch mal locker 180 Minuten erreichen dürfen. So geschehen bei It. Ein Film, der uns auf eine Reise zurück in die Kindheit nimmt und uns den bösen und diabolischen Clown Pennywise vorstellt.

Wie angetönt, lässt sich der Film Zeit mit der Vorstellung der Hauptcharaktere. Jeder des "Clubs der Verlierer" wird näher betrachtet, einen Link in die Vergangenheit gezogen und wir sehen auch, was aus den damals noch unschuldigen Kindern geworden ist. Heraus ragt dabei Richard Thomas, der "John-Boy" von The Waltons. Er (in der Jugend vom leider viel zu früh verstorbenen Jonathan Brandis dargestellt) ist so etwas wie die Hauptfigur der Gruppe, wenn man denn eine einzelne Person nennen müsste. Desweiteren erkennen wir natürlich John Ritter (Bad Santa, Problem Child), der leider ebenfalls bereits verstorben ist. Auch Annette O'Toole dürfte aus Superman 3 oder Smallville nicht ganz unbekannt sein.

Von der Jungmannschaft dürfte Seth Green (Without a Paddle, Austin Powers in Goldmember) ebenfalls bekannt sein. Und Klein-Beverly war grad erst in Juno in einer kleinen Rolle zu sehen. Angsteinflössender ist da schon Tim Curry, der Dr. Frank-N-Furter aus der Rocky Horror Picture Show. Er ist zwar im Cownkostüm fast nicht zu erkennen, hat aber diverse, teils recht schockierende Auftritte und bleibt dadurch definitiv im Gedächtnis des Zuschauers haften.

Durch die ausreichende Zeit für Charakterentwicklung und die schönen Momente in der Kindheit der Figuren (erinnert ein bisschen an Stand by me) ist es optimal möglich, sich vollkommen auf den Film einzulassen. Keine schnellen Schnitte, keine komplizierten Verschachtelungen. Der Zuschauer wird in den Klub der Verlierer aufgenommen und fängt an, die Bedrohung am eigenen Körper zu fühlen. Eine Bedrohung, die stetig aufgebaut, durch die Clown-Auftritte verstärkt und dann leider in einem relativ schwachen Finale überwunden wird.

Fazit: It ist ein richtig schöner und guter 3-Stünder geworden, dem beim erwähnten Finale leider die Luft ausgeht. Bis dahin kriegt der Zuschauer eine tolle Geschichte geboten, bei welcher die Spannungsschraube immer mehr angezogen wird und die mit den Auftritten des diabolischen Clowns seine Höhepunkte hat. Ausserdem sind die Darsteller allesamt überzeugend in ihren Rollen und komplettieren den positiven Gesamteindruck des Films.

Ein schöner Audiokommentar hat man noch auf die doppelseitige (!) Disc gepackt, aber sonstige Extras gibt es leider nicht. Drei Sprachfassungen sind ebenfalls abrufbar, wobei für einmal die deutsche Synchro ("Piep Piep Richie!") eine richtig gute Falle macht. Die Qualität des Tons ist passabel und die Bilder haben halt den 90-er Touch, was aber durchaus zum Film passt.

3.9 Sterne 2.4 Sterne
3.9 Sterne (30 Bewertungen) | 9 Kommentare

4.54.5
12.05.2008 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 20.02.2003

  • Bildformat: 1.85:1 (16:9 anamorph)
  • Sprachen: Deutsch (Dolby Surround 2.0), Englisch (Dolby Surround 2.0), Spanisch (Stereo)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch, Französisch, Arabisch, Holländisch
  • Extras: Audiokommentar