Die_Hard 2: Die Harder (1990)
Stirb Langsam 2 - Die Harder
Die_Hard 2: Die Harder (1990) Stirb Langsam 2 - Die Harder
Oder: Gang hochschalten und Action!
Eigentlich wollte L.A.Cop John McClane (Bruce Willis) nur seine Frau Molly (Bonnie Bedelia) vom Flughafen in Washington D.C. abholen und danach Weihnachten im Haus seiner Schwiegereltern verbringen. Dass der Tag aber so richtig Scheisse werden würde, hätte ihm schon auffallen sollen, als sein Auto von einem unsympathischen Streifenpolizisten abgeschleppt wurde.
Während sich McClane also mit Bürokraten und Idioten rumschlägt, hat Colonel Stuart (William Sandler) etwas ganz anderes vor. Nachdem er, nackt wie Gott ihn schuf, im Hotelzimmer seine Morgengymnastik beendet hat, schart er seine Leute (u.a. Robert Patrick oder John Leguizamo) um sich, und macht sich auf, seine Aufgabe in Angriff zu nehmen.
Der finstere Kerl hat nämlich was Grosses vor. Ein Drogenboss (Franco Nero) soll an die Amerikaner ausgeliefert werden und genau diesen Vorgang will Stuart mit allen Mitteln verhindern. Das sieht bei ihm so aus, dass er den lokalen Flughafen übernimmt, die Technik lahm legt und anfängt Forderungen zu stellen.
Im dichten Schneesturm fallen also die Lichter der Landebahn aus. Die Funkverbindungen zu den über dem Flughafen kreisenden Flugzeuge (unter anderem demjenigen in dem McClanes Frau Molly sitzt) wird unterbrochen und die Vögel würden einer nach dem anderen runterkrachen, wenn die Leitung des Flughafens nicht genau das tun würde, was Colonel Stuart ihnen aufträgt.
Doch was auf den ersten Blick so einfach klingt, hat einen gröberen Haken. John McClane denkt nämlich nicht im Traum daran, auch nur das kleinste Risiko einzugehen dass seine Frau nicht heil landen kann. Er fängt an, den Bösewichten mächtig in die Suppe zu spucken, lehnt sich gegen die Flughafenpolizei (in Form von Dennis Franz) auf und ist bereit, alles zu geben, damit der Plan der Söldner scheitert.
DVD-Rating
Nachdem grossen Erfolg von Die Hard wussten die Verantwortlichen bald einmal, dass John McClane noch einmal auf die Leinwand zurückkehren müsste. Die Regie wurde dem damals noch relativ unbekannten Renny Harlin übergeben, der versuchen sollte, die Geschichte um den einfachen Polizisten und dem Nakatomi-Tower zu übertreffen. An den Kinokassen wurde Die Harder ein voller Erfolg und trotzdem ist sich die Fangemeinde sicher, dass dieser Film der Schwächste der Filmreihe ist.
Dabei beginnt alles so typisch Die Hard-mässig. Der bekannte Cop ist einmal mehr zur falschen Zeit am falschen Ort ("The Story of my Life") und muss die ganze Sauerei eigenständig und im Alleingang aufräumen. Denn glauben tut ihm eh niemand und die Unterstützung die er bekommt, ist alles andere als hilfreich. Das macht auch recht Spass, bis der Film zuviel des Guten will und somit die Grenze zur Lachnummer mehr als einmal übertritt.
Die Action ist zwar sauber und laut, aber wenn sich der gute Cop mittels Schleudersitz aus einem explodierenden Flugi rettet (und dabei schön in die Kamera schreit) oder die bösen Buben mit Hilfe seines Zippos (Feuerzeug) bekämpft, dann darf man sich ruhig fragen, was das soll. Ausserdem schwenkt die Geschichte immer wieder rauf ins Flugzeug mit der Ehefrau, die sich in einer unglaublich nervigen Nebenhandlung mit einem ebensolchen Journalisten rumschlagen muss.
Bruce Willis liefert einmal mehr eine souveräne Performance ab und seine Helfer am Flughafen (ja, dazu gehört schlussendlich auch Dennis Franz) sind okay. Was leider ein bisschen untergeht, sind die Bösewichte. William Sadler bleibt blass, Robert Patrick (Terminator 2) beisst früh ins Gras und Franco Nero (mit Django-Gedächtnis-Zigarillo) wird heftigst verbraten. Schön aber, dass Reginald VelJohnson seine Rolle als Cop Al nochmals kurz aufleben lassen kann. Und wer ganz genau hinschaut, wird sogar Colm Meaney (Deep Space Nine, Con Air, Layer Cake) im Cockpit des englischen Flugzeugs entdecken.
Fazit: Ja, Die Hard 2 ist definitiv der schwächste der inzwischen auf vier Teile angewachsenen Filmreihe. Und trotzddem ist er keineswegs schlecht. Die Action ist gut, die Sprüche kommen (nach anfänglichem Zögern immer öfter) und das Die Hard-Feeling bekommt man auch. Zwar nicht mehr so heftig wie es im Original der Fall war, aber spätestens bei "Let it Snow", der Abspannmusik, wird man mehr oder weniger zufrieden auf den Film zurückblicken.
Die Einzel-DVD hat leider nur einen, zwar interessanten, aber dennoch alleinstehenden Audiokommentar zu bieten. Renny Harlin erzählt da, was alles gezeichnete Kulisse ist und warum es am Drehort vielfach nach verbratenen Kartoffeln geschmeckt hat. Dafür ist aber Die Hard 2 Teil einer sehr interessanten "Xtreme-Collection"-Box, auf der natürlich alle bisher auf DVD veröffentlichten Filme der Serie zu sehen sind und die ausserdem noch eine Extra-Disc mit coolen Features zu bieten hat. Die alten Recken kommen zu Wort, die Geschichte von John McClane wird ein bisschen ausführlicher behandelt und natürlich gibts einen Ausblick auf Die Hard 4.0. Für Fans also wärmstens zu empfehlen.
Das Bild in Die Harder ist durch die vielen Schneeszenen in der Nacht und den Rennereien zwischen Rohren und Schächten teilweise ein bisschen gar dunkel. Dafür kommt das "Yippee-ki-yay, motherfucker" klar und gut verständlich. Ebenso wie das liebenswerte, aber enorm dreckige Grinsen von McClane....
![]()
4.3 Sterne (72 Bewertungen) | 3 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 01.04.2001
- Bildformat: 2.35:1 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Deutsch (DTS)
- Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
- Extras: Dokumentation, Ein Blick auf die Geschichte, Die neuen Abenteuer von John McClane, Vorschau auf "Die Hard 4.0"



