Meet the Feebles (1989)
Meet the Feebles (1989)
Oder: the Mupped Show on speed
Die Feebles sind eine weltbekannte Singtruppe, welche regelmässig hochgelobte Vorstellungen bietet. Zurzeit sind sie in den Vorbereitungen für ihren nächsten grossen Auftritt, der live in die ganze Welt übertragen werden soll. Die Proben laufen allerdings nicht nach dem Geschmack des Regisseurs, und er spornt deshalb seine Schützlinge zu Höchstleistungen an. Dies ist allerdings nicht einfach, denn die Artisten sind ein Haufen aus Drogenwracks, manisch depressiven und schlichtweg unfähigen Gesellen. Bereits die Proben bedeuten für manche Nummern das Aus.
Mitten in dieses Chaos kommt der junge Igel Robert, der eben erst seine Zusage erhalten hat. Doch während sich Robert bereits in eine schneeweisse Pudeldame verliebt, verfällt Heidi - das Nilpferd - in eine Depression und will nicht mehr auftreten. Das ist erst der Anfang der Probleme. Der Hase, der sich mit so gut wie allen Frauen des Theaters vergnügt hat, fängt eine tödliche Krankheit ein und der Boss des Theaters beschäftigt sich lieber mit Drogenschmuggel, als mit der anliegenden Show. Das Chaos ist perfekt. Wird die Vorstellung noch stattfinden können, oder versinkt alles im Abgrund?
DVD-Rating
Mit Bad Taste hat sich Peter Jackson sozusagen über Nacht auf dem internationalen Filmparkett etabliert und sogar in Cannes Auszeichnungen für seinen ersten Funsplatter erhalten. Sein zweiter Film, Meet the Feebles, folgte zwei Jahre später und ist inzwischen zum Kultfilm aufgestiegen. Über den Titel Kultfilm lässt sich diskutieren, undiskutabel ist hingegen, dass Meet the Feebles, wie zuvor Bad Taste, weniger für das breite Publikum geeignet und für viele zu abgefahren ist.
Mit Meet the Feebles geht Jackson nach dem ultra-low-Budget Fun-Splatter in eine ganz andere Richtung und liefert als Vorspeise auf Braindead eine bitterböse Muppet-Show Satire ab, welche Aspekte des Showbusiness quer durch den Kakao zieht. Dabei sind die Figuren optisch den Vorlagen der Mupped Show angelehnt, aber damit hören auch die Ähnlichkeiten auf. Der Frosch, zum Beispiel, ist ein heroinsüchtiges Vietnam-Wrack, und Miss Piggy verfällt in eine Fresssucht, sobald sie depressiv wird. Das sind nur zwei Beispiele von einer ganzen Palette gnadenlos überzeichneter Figuren, welche Aspekte des Showbusiness in seinen düsteren Extremen portraitieren.
Meet the Feebles beginnt eigentlich ganz harmlos mit der Probe des neuen Auftritts. Jede Szene muss nochmals angeschaut werden und ab da setzt das Rad der Geschehnisse ein. Nacheinander zerfällt die Show in ihre Einzelteile: Assistentinnen finden den Tod, andere Artisten fallen Snuff Filmen und gepanschten Drogen zum Opfer, während ein Klatschreporter sensationsgeil über die Geschehnisse berichtet. Dabei schlägt klar Jacksons spezieller Sinn für Humor durch, so werden auch einige Szenen geboten, welche für Freunde des schwarzen Humors zwar köstlich, für andere wiederum weniger ansprechend sind. Als sicher weniger geglückt sind die Pornoszenen mit Kühen, gegenseitiges Anpissen, Kotzorgien und Scheisse essende Fliegen zu erwähnen, welche zwischendurch ausarten und man froh ist, dass der Film Puppen in den Hauptrollen hat. Die verschiedenen Geschehnisse werden ohne ersichtlichen roten Faden aneinandergereiht und sind als Einzelepisoden zwar amüsant, als Ganzes erwecken sie eher das Gefühl, als ob zuviel fragwürdiges Material in einen Film gedrückt worden wäre.
Fazit: Meet the Feebles ist eine bitterböse Satire auf die glamouröse Showwelt mit dem ganzen Bling Bling und den guten, wie auch den Schattenseiten. Wer kein Problem damit hat, dass Puppen die Hauptrolle spielen, keine Berührungsängste mit Splatter und anderen eher wüsten Sequenzen und mit dem Humor von Bad Taste oder Braindead etwas anfangen konnte, dem ist Meet the Feebles wärmstes zu empfehlen. Den anderen wird Meet the Feebles hingegen zu over the top sein, zu ecklig und zeitweise auch geschmacklos.
Die DVD ist in der Red Edition nicht wirklich eine Augenweide. Ein 4:3 Bildformat, kein Bonusmaterial, ausser irgendwelchen Trailern, nur eher dürftige Bild- und Tonqualität. Schade, das schmälert den Genuss des Filmes enorm. Ausserdem wäre ein Einblick in die Produktion sehr interessant gewesen.
![]()
4.6 Sterne (10 Bewertungen) | 4 Kommentare
DVD-Infos
Red Edition, erschienen am 22.07.2001
- Bildformat: 4:3
- Sprachen: Deutsch, Englisch
- Untertitel: -
- Extras: -


