Friday the 13th Part VIII: Jason Takes Manhattan (1989)

Freitag, der 13. Teil 8 - Todesfalle Manhattan

Friday the 13th Part VIII: Jason Takes Manhattan (1989) Freitag, der 13. Teil 8 - Todesfalle Manhattan

Oder: Das Reisen ist des Jasons Lust

Friday the 13th Part VIII: Jason Takes Manhattan

Eine Schicksalsfahrt wie eins die Titanic

Seit dem letzten Massacker in Camp Crystal Lake, bei dem Jason wieder auf den Grund des Sees versenkt wurde, sind viele Jahre vergangen. Der legendäre Killer mit der Hockeymaske blieb verschwunden. Ein junges Paar, welches eines Tages auf diesem See einen Ausflug unternimmt, beschädigt mit dem Bootsanker eine Starkstromleitung auf dem Grund des Sees und erweckt Jason, der genau auf dieser Leitung liegt, wieder zum Leben. Dieser klettert kurzerhand an Bord räumt das Paar aus dem Weg und tuckert mit ihrem Boot davon.

Friday the 13th Part VIII: Jason Takes Manhattan

Schaumal dieser Jason ist doch ganz süss...

An einem anderen Ort besteigt einige Tage später eine Abschlussklasse einen kleinen Kreuzer, um eine Fahrt nach New York zu unternehmen. Rennie Wickham (Jensen Daggett), welche eine panische Angst vor Wasser hat, schliesst sich ihnen auch an, um sich endlich ihren Ängsten zu stellen. Jason hat sich ebenfalls an Bord des Kreuzers geschlichen, und während der Kapitän gerade den Anker lichtet, macht er sich schon an die Arbeit. Es dauert nicht lange, da werden die ersten Leichen entdeckt und Panik bricht aus an Bord, doch es ist bereits zu spät. Das Schiff steht in Flammen und wird am anderen Ende geflutet. Die noch überlebenden Freunde müssen sich in einem Rettungsboot absetzten und rudern so nach New York. Jason bleibt ihnen jedoch auf den Fersen. Es kommt zum letzten grossen Kampf in den Strassenschluchten von Manhatten...


DVD-Rating

Endlich. Mit Friday the 13th Part 8 lässt Paramount von dem geprügelten, vergewaltigten und immer wieder von neuem gemolkenen Goldesel ab und liefert das letzte Kapitel unter ihrer Aufsicht ab. Nach Jason Takes Manhatten wurden die Rechte an New Line Cinema verkauft, welche dann die Serie noch bis Freddy vs. Jason weiterführten. Deshalb geht man mit einem durchaus positiven Gefühl an Teil 8 heran, denn es wird gewiss das letzte Mal sein, wo ein Film serviert wird, den man zuvor schon gesehen hat.

Friday the 13th Part 8 beginnt jedoch ganz unerwartet mit einer Überraschung. Zum ersten Mal, seit es die Saga gibt, haben sie den Titel geändert, und der Rückblick auf die bisher erzählte Story wird nicht mittels einer Collage aus Szenen von alten Filmen erzählt, sondern von den ersten Opfern des Filmes. Dies, das Schiff und später Manhatten als Schauplatz sind jedoch die einzigen Erneuerungen, alles andere folgt treudoof dem etablierten Friday-Muster. Wenigstens hat Paramount endlich einmal genügend Geld springen lassen, damit Regisseur Rob Hedden visuell etwas Neues bieten kann. Neben einigen netten Explosionen bietet das düstere Schiff und die dreckigen Locations in Manhatten visuelle Abwechslung.

Bei den Darsteller wird wiederum eine Horde Teenies geboten, die wie üblich dem Schema-F entsprechen und wie schon in den alten Friday-Episoden eine Charakterbandbreite zwischen Freak, heisser Tussie und irgendwelchen anderen hormongesteuerten Wichtigtuern haben. Die Leadfigur Rennie Wickham (Jensen Daggett), die in jungfräulicher Zurückhaltung aus der Menge heraussticht, hat wie üblich psychische Probleme, welche in langwierigem Verfahren über die Laufzeit des Filmes erklärt werden. Dies macht sie kaum interessanter und sieht wie ein verzweifelter Versuch aus, etwas Charaktertiefe hinein zu flechten. Das Gleiche gilt auch für die immer wieder eingespielten Szenen mit Jason als ertrinkendes Kind. Wenn das ein Versuch war, Jason als tragische Figur darzustellen, kann man dies als misslungen bezeichnen. Dasselbe trifft auch auf das Finale, wo Jason durch chemische Abfälle wieder in ein Kind verwandelt wird - wer denkt sich so ein Käse aus?

Trotz des neuen Schauplatzes kann der Film weder Spannung aufbauen, geschweige denn etwas präsentieren, das schockt oder gar erschreckt. Splattereffekte sucht man vergebens, und auch sonst wird kaum etwas geboten, was ein Rating ab 18 Jahren erklärt. Wenigstens hat Kane Hodder weiterhin die Rolle vom Killer Jason Vorhees übernommen und dafür gesorgt, dass die Teenies kreativ mit dem schon etablierten schwarzem Humor bestraft und abserviert werden: Der Rockstar wird mit der Gitarre erschlagen, der Boxer verliert im Zweikampf gegen Jason (ganz köstlich) und ein Saunastein wird zweckentfremdet.

Ja, die kreativen Kills, die grossartige Präsenz von Jason und der immer wieder aufblitzende Humor retten primär den Film vor der absoluten Versenkung. Denn genau deswegen bleibt der Film, der sich träge dahinschleppt und weder mit der Musik, noch mit den Kills Spannung erzeugen kann, überhaupt interessant. So kann man sich wenigstens darüber amüsieren, wie Jason fassungslos auf ein Werbeplakat einer Eishockeyveranstaltung starrt und sich sogar für wenige Sekunden durch den Times Square von seinen Opfern ablenken lässt. Dies tröstet über gewaltige Logiklöcher hinweg, die vor allem durch Jasons Teleportationsfähigkeiten entstehen, wenn er immer wieder seine rennenden Opfer einholt, obwohl er nie gerannt ist.

Fazit: Friday the 13th Part 8 ist das letzte Kapitel, welches unter der Flagge von Paramount entstanden ist, und das ist auch gut so. Obwohl sie mit dem Schiff und später Manhatten einen neuen Schauplatz haben, trösten nur Jasons kreative Einfälle und der Humor über die riesigen Logikfehler, den spannungsarmen Plot und die wiederum strunzdofen Teenies hinweg. Eine Leadfigur, welche die Story vorantreibt, sucht man vergebens, und mit dem wohl versautesten Finale der Saga (Teil fünf ausgenommen, da dort Jason nicht beteiligt war) machte Paramount definitiv klar, dass es Zeit für einen Wechsel war. Wem Friday the 13th Part 7 gefallen hat, wird hier womöglich auch seinen Spass haben, die anderen müssen nicht unbedingt zugreifen.

Die DVD präsentiert zum ersten Mal den Film mit einer ordentlichen Bildqualität, bei der man ein klares Bild erhält und dank inzwischen gelungenem Sound auch hört, was wirklich abläuft. Der Sound arbeitet sauber mit dem Surround und kann so etwas Volumen erzeugen, aber damit wäre das Loblied auch schon beendet. Neben unzähligen Untertiteln, die man sowieso nicht braucht, wird überhaupt kein Bonusmaterial geboten, was der neu gewonnene positivere Eindruck wieder vernichtet.

2.8 Sterne 2.8 Sterne
2.8 Sterne (11 Bewertungen) | 2 Kommentare

2.52.5
29.01.2008 / db


DVD-Infos

DVD erschienen am 01.01.2002

  • Bildformat: Widescreen (1.78:1 - anamorph)
  • Sprachen: Dolby Digital 2.0/DS in Deutsch, Dolby Digital 2.0/DS in Englisch, Dolby Digital 2.0/DS in Spanisch, Dolby Digital 2.0/DS in Französisch, Dolby Digital 2.0/DS in Italienisch
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Niederländisch, Polnisch, Tschechisch, Ungarisch, Türkisch, Arabisch, Dänisch, Schwedisch, Finnisch, Norwegisch, Isländisch, Griechisch, Italienisch, Bulgarisch, Kroatisch, Slowenisch, Rumänisch, Portugiesisch
  • Extras: -