They Live (1988)
Sie leben!
They Live (1988) Sie leben!
Oder: Sie sind da!
Arbeiter Nada ("Hot Rod" Roddy Piper) ist auf der Suche nach einem Job und ist mal wieder in einer neuen Stadt angekommen. Den Menschen gehts nicht besonders gut, Arbeit ist schwer zu finden und das Fernsehen bestimmt den Tagesablauf der Leute. Als Nada auf einer Baustelle mitarbeiten darf und auf Frank (Keith David) trifft, nimmt ihn dieser in eine Gegend mit, wo sie immerhin einen Platz zum schlafen und etwas Essbares bekommen.
Die Kirche nebenan stört bislang niemanden, aber die dauernden Hacker-Angriffe auf das Fernsehprogramm verwundern Nada. Da schwafelt nämlich einer was von "Überwachung", "Beeinflussung" und "Kontrolle". Blödes Gerede oder ist da was Wahres dran? Als die Polizei eines Nachts ausgerechnet die anliegende Kirche auseinandernimmt, erkennt Nada, dass die Hacker von dort gesendet haben. Er schleicht sich ins Haus und findet einen Karton, den er sich schnappt. Doch statt irgendwelchen Wertsachen ist die Kiste nur voller Sonnenbrillen.
Da man diese Brillen aber immer brauchen kann, schnappt sich Nada eine und setzt sie auf. Was er dann sieht, verschlägt ihm die Sprache. Durch diese Sonnenbrille verändert sich die Stadt. Anstatt Werbeplakate für Südseereisen liest er jetzt "Obey" oder "Buy" auf weissen Flächen. Magazine bestehend nur noch aus unterschwelligen Botschaften und die Menschen scheinen auch keine solchen mehr zu sein. Vereinzelt begegnet er Figuren, deren Gesichter keinesfalls menschlich zu sein scheinen. Doch bevor er sich gross Gedanken machen darüber machen kann, haben diese Anti-Menschen bereits Verstärkung angefordert und mit den Worten "he can see" die Polizei informiert.
Eine Jagd beginnt. Die Ausserirdischen, die so schamlos die Menschheit unterwandert haben, mischen sich mit realen Menschen und jagen jeden, der es wagt, sich gegen ihr Vorhaben zu erheben. Nada scheint auf verlorenem Posten, versucht jedoch Kumpel Frank von der Bedrohung zu überzeugen. (Was in einer minutenlangen Schlägerei mündet....). Der einzige Weg, diese Bedrohung zu zerstören wäre der Satellit, über den diese Wesen ihre Befehle via Fernseher in die gute Stube bringen. Ist der Satellit kaputt, würden auch die "normalen" Menschen sehen, mit wem sie sich abgeben.
Helfen, bei diesem wahnsinnigen Unternehmen, soll Holly (Meg Foster), die beim lokalen Fernsehsender arbeitet und bereits "Erfahrungen" mit Nada gemacht hat. Trotzdem sind die Aussichten auf Erfolg praktisch gleich Null.
DVD-Rating
John Carpenter ist bekannt für seine Filme wie Halloween, Escape from New York oder dem lustigen Big Trouble in Little China. Vielfach präsentierte er Visionen von düsterer Zukunft und einer Menschheit, die um ihr Überleben kämpfen muss. In They Live gehts genau in die gleiche Richtung. Dazu hat er einen der charismatischsten Wrestler unserer Zeit verpflichtet. "Hot Rod" Roddy Piper, der beweist, dass Ringkämpfer durchaus in intelligenten, kultigen und bestens gelungenen Filmen mitspielen können.
Knapp 30 Minuten dauerts, bis die Hauptfigur das erste Mal die Sonnenbrille montiert und somit den endgültigen Startschuss für einen packenden und gleichzeitig nachdenklich machenden Thriller setzt. Was 1988 schon auf gutem Weg war, wird heute bis zur Erbarmungslosigkeit zelebriert. Massenkonsum, Geldwahn und Menschen, die immer weniger frei denken dürfen. Insofern lag John Carpenter mit seiner Adaption einer Kurzgeschichte gar nicht so falsch.
Hauptdarsteller Roddy Piper, im Wrestling-Ring als "wütender Schotte" mit Kilt und Dudelsack unterwegs, ist eine optimale Besetzung des Arbeiters Nada. Man nimmt ihm jederzeit ab, dass er als einfacher Mann seine Mühe hat, sich gegen ein System zur Wehr zu setzen, das die Menschheit übernommen hat. Natürlich dürfen deftige Schlägereien nicht fehlen und wenn Nada mit Gewehr in die Bank stürmt und Sätze wie "I have come here to chew bubble gum and kick ass, and I'm all out of bubble gum" von sich gibt, dann hat das einfach Kultcharakter. Da dürfen auch die Prügeleien locker mal 5 Minuten dauern....
Die Nebenrollen werden von Keith David (Pitch Black, Crash) und Meg Foster (die in Masters of the Universe so böse war) gut verkörpert. Allerdings stehen sie klar im Schatten der Hauptfigur und dessen Entdeckungen.
Natürlich sind die Entdeckungen der wichtigste Teil des Films. Die vermeintlichen Menschen, die sich nun als "hässliche" Aliens entpuppen. Die Plakatwände, die unterschwellige Befehle abgeben. Alles hervorragend (und Schwarz/Weiss) in Szene gesetzt und sauspannend.
Fazit: They Live braucht sich vor keinem Escape from New York zu verstecken und beweist, dass John Carpenter ein gutes Händchen hat(te), sich schwierig scheinenden Themen anzunehmen und daraus einen kultigen Film zu drehen. Ein Film, der seinen Platz in der Filmgeschichte verdient hat und zeigt, dass Wrestler in Filmen mehr können als nur rumkloppen.
Die DVD hat leider keine grossen Extras zu bieten. Ein kurzes Making-Of, in dem alle Hauptbeteiligten kurz zu Wort kommen und ein Audiokommentar sind die einzigen Optionen. Zweiteres ist insofern interessant, als dass Regisseur und Hauptdarsteller recht witzige Infos zum Film und den damaligen Begebenheiten abgeben. Wer sich ein bisschen anstrengt wird auch noch ein Easter-Egg entdecken. Der Ton ist teilweise gar dumpf, lässt sich aber grad noch so ertragen. Auch das Bild kann das Alter des Filmes nicht verheimlichen, hält sich aber wacker. Eine Restaurierung wäre hier sicherlich von Vorteil.
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3.9 Sterne (16 Bewertungen) | 7 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 28.05.2002
- Bildformat: 1:2.35 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD Stereo), Englisch (DD Stereo), Spanisch (DD Stereo)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Schwedisch, Spanisch, Holländisch, etc.
- Extras: Audiokommentar John Carpenter und Roddy Piper, Making-Of




