Red Heat (1988)
Red Heat (1988)
Oder: Das ist mir zu russisch...
Auch wenn der eiserne Vorhang noch existiert, beginnt sich Russland immer mehr zu öffnen, und so werden auch die Probleme des Westens in der Tundra von Sibiren aktuell: Rücksichtslose Drogenhändler sind fleissig damit beschäftigt, Kokain und andere illegale Substanzen nach Russland zu schmuggeln. Einer der ganz rücksichtslosen Schmuggler ist Viktor 'Rosta' Rostavili (Ed O'Ross), der sich weder von der Polizei noch durch die knallharte Jagd auf Dorgenhändler einschüchtern lässt und jeden erschiesst, der sich ihm in den Weg stellt. Als er jedoch den Partner des härtesten Polizisten Moskaus erschiesst und sich dann nach Amerika absetzt, hat er einen zuviel erschossen.
Während Rosta in Chicago mit seinen Kontaktmännern die Basis für den nächsten Monsterdeal legt, erhält Ivan Danko (Arnold Schwarzenegger), der unbedingt seinen Partner rächen will, den Auftrag, Rosta wieder zurück nach Russland zu bringen. Was sich jedoch einfach anhört, entpuppt sich bald als einiges komplizierter. Bereits beim Eskortieren von Rosta zum Flughafen - der inzwischen wegen eines Verkehrsdeliktes verhaftet wurde - werden sie überfallen, und Rosta kann entkommen. Jetzt muss Danko mit der undisziplinierten Polizei von Chicago zusammenarbeiten, um den Drogendealer zu stoppen...
DVD-Rating
Nach Filmen wie Terminator oder Predator etablierte sich Schwarzenegger definitiv in seiner Rolle der wortkargen, sprücheklopfenden Kampfmaschine. Der erfolgreiche Regisseur Walter Hill, der unter anderem auch an den ersten drei Filmen der Alien-Saga mitgearbeitet hatte, beschloss dies zu erweitern und schrieb Schwarzenegger die Rolle des stählernen Polizisten Ivan Danko auf den Leib. So kam es zu den ersten zurückhaltenden, aber dennoch gelungenen Schritten auf dem Comedy-Sektor. Ob die danach gefolgten Filme wie Twins oder Kindergarten Cop, welche nur noch Comedy waren, wirklich nötig gewesen sind, sei jetzt dahingestellt.
Red Heat entstand zu einer Zeit, während der eiserne Vorhang noch bestand und Filme aus dem Westen nur über den Schwarzmarkt erhältlich waren. Dies ist auch eines der zentralen Themen in Red Heat. Zum einen die langsame Öffnung von Russland gegenüber den Einflüssen des Westens sowie die riesigen kulturellen Differenzen zwischen einem knallharten, disziplinierten Polizisten aus Moskau und einem schlampigen, undisziplinierten Versagerpolizisten aus Chicago. Dies wird noch zusätzlich durch die völlig gegensätzlichen Schauspieler, zum einen der durchtrainierte Arnold Schwarzenegger, zum anderen die pummelige Quaselstrippe James Belushi, kultiviert und genüsslich in vielen Dialogen ausgewalzt. Das Überbrücken der kulturellen Differenzen, die komplett verschiedenen Vorgehensweisen und die langsame Annäherung der Polizisten aus Ost und West sind auch die grossen Stärken von Red Heat und ermöglicht grossartige Unterhaltung.
Eine der weiteren Stärken ist die gute Balance zwischen Action und Handlung. Walter Hill hat sich glücklicherweise dafür entschieden, bei Red Heat weniger auf trashige Action zu setzen, sondern primär einen Thriller mit unterhaltsamen Dialogen zu bieten. Allerdings braucht er dadurch etwas lange, bis er in Gang kommt, doch dann rollt der Panzerwagen bis zum Finale durch. Der Cast kann ebenfalls überzeugen. Während Schwarzenegger mit Belushi den Kern des Filmes bilden, bleibt vorallem der russische Drogendealer Viktor 'Rosta' Rostavili alias Ed O'Ross postiv hängen, der wie eine unaufhaltsame Naturgewalt über alles hinwegrollt, das sich ihm in den Weg stellt und einen mehr als würdigen Gegner für Arnold bietet.
Fazit: Red Heat ist ein kurzweiliger Cop-Thriller, der vor allem mit dem grossartigen Ausspielen der kulturellen Differenzen sowie mit den komplett verschiedenen Polizisten Ridzik und Danko überzeugen kann. Eine gut aufgebaute, kurzweilige Handlung, einige ganz reissende Actionsequenzen und blutige Schiessereien runden das gelungene Paket ab.
Die DVD liefert den Film in einer äusserst körnigen Qualität, welche auf Vollbild je nach Bildschirm sehr störend sein kann. Der Ton ist in der originalen englischen Tonspur eine sehr centerlastige Angelegenheit und auch in den anderen Spuren nicht besser. Das Bonusmaterial setzt sich aus drei PR-Featurettes zusammen, welche kurz einige Aspekte des Filmes ansprechen, aber insgesamt nur sehr wenig Informationen liefern.
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3.6 Sterne (26 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
DVD erschienen am 21.11.2000
- Bildformat: Widescreen 1.85:1 (Anamorph)
- Sprachen: Deutsch (DD 2.0); Englisch (DD 5.1); Italienisch (DD 2.0); Spanisch (DD 2.0)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Holländisch, Türkisch
- Extras: Making of, Trailer



