Rain Man (1988)
Rain Man (1988)

Rain Man kann man getrost als einen der Filme bezeichnen, die auch mit dem Alter nicht an Gefühl und Intensität einbüssen und somit eine gewisse Beständigkeit besitzen. Ganz im Gegensatz zu einigen Mitwirkenden wie Tom Cruise, Barry Levinson oder Hans Zimmer, die sich teils sehr unterschiedlich weiterentwickelt haben. Tom Cruise mauserte sich über die Jahre zu einem der einflussreichsten und wohl auch zweifellos reichsten Männern Hollywoods, liess aber mit dem aufkommenden Alter eine gewisse Vernunft im Umgang mit den Medien und gewissen Religionsgemeinschaften vermissen. Barry Levinson bewies mit Wag The Dog und Sleepless anno 96/97 nochmals eine gute Nase für aufregende und vorallem anspruchsvolle Scripts. Seit dem machte er aber nur noch mit durchschnittlichen Streifen, die es bei uns zum Teil noch nicht mal ins Kino geschafft haben, von sich reden. Hans Zimmers Karriere kann sich dagegen durchaus mit der von Cruise messen lassen. Er steht nun seit Jahren an der kommerziellen Spitze der Filmkomponisten und kann sich von Aufträgen und Auszeichnungen kaum retten. Er vertonte direkt, oder indirekt durch seine Filmmusikschmiede, einige der aufwändigsten, teuersten und oft auch erfolgreichsten Blockbuster Hollywoods.
Dass es überhaupt soweit kommen konnte, darf man getrost seinem Rain Man Score verdanken. Denn mit diesem Film versuchte nicht nur Cruise einen ersten Versuch in Richtung seriöse Schauspielerei, sondern mit ihm hatte Zimmer auch seinen ersten grossen Auftrag in Hollywood ergattern können. Und das hat er allein Barry Levinsons Ehefrau zu verdanken, die Zimmers Soundtrack zu Burning Secret gehört hatte und ihn sofort ins Herz schloss. Levinson war anscheinend ebenfalls von dem Newcomer begeistert, denn das Engagement Zimmers für Rain Man liess nicht lange auf sich warten. Dass die Filmmusik von Burning Secret dabei stilprägend für den Rain Man Score war, muss wohl nicht extra erwähnt werden.
Mit seinem damals noch frischen Synthesizerstil und einem sehr gehörfälligen Thema verlieh Zimmer dem eindrücklichen Film eine adäquate Vertonung. Das Thema besteht dabei aus einer sehr einprägsamen Panflötenmelodie, welche durch digital erzeugte Percussionsrhythmen getragen wird. Dieses Hauptthema soll nach eigener Aussage von Hans Zimmer die beiden Brüder (gespielt von Tom Cruise und Dustin Hoffman) repräsentieren. Die Melodie begleitet die beiden Hauptdarsteller durch den ganzen Film in den verschiedensten Variationen.
Las Vegas/End Credits dagegen vertont die Ankunft in Vegas und die darauffolgende Zeit in den Casinos. Von Beginn an wird hier mit Synthieklängen um sich geworfen was das Zeug hält, während im Hintergrund eine Frauenstimme gegen die akkustische Übermacht von Percussion- und E-Pianostimmen anzukämpfen versucht. Bemerkenswert ist dabei die Vielzahl an Soli: Was zu Anfang noch eine Frau vollbringt, übernimmt später ein Saxophon und zum Schluss eine Männerstimme samt E-Gitarre.
Fazit: Technisch leider nicht mehr auf der Höhe der Zeit, vermag jedoch das Thema noch heute zu begeistern. So einfach es auch gehalten ist, umso effizienter entfaltet es sich im Film. Nur Schade, dass Hans Zimmer, gemäss einem Interview, an der Selbstständigkeit der Filmmusik zweifelte und darum nur zwei Scoretracks ihren Weg auf das Soundtrackalbum fanden.
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