Hellbound: Hellraiser 2 (1988)
Hellbound: Hellraiser 2 (1988)
Oder: You got a Ticket to Hell?
Nur knapp war es Kirsty Cotton (Ashley Laurence) gelungen, den Dämonen, die ihren Onkel Frank (Sean Chapman) zerfetzt haben, zu entkommen. Diese waren durch das Lösen einer Puzzlebox gerufen worden und sollen völlig neue spirituelle und erotische Dimensionen offenbaren. In letzter Sekunde konnten die Dämonen mit Hilfe der Puzzlebox wieder zurück in die Hölle geschickt werden.
Der Preis, den sie für ihr Leben bezahlt hatte, war allerdings hoch. Ein grosser Teil ihrer Familie wurde ausgelöscht: Ihr Onkel Frank, Julia (Clare Higgins) und ihr geliebter Vater. Kirsty wurde darauf in eine psychiatrische Anstalt eingeliefert, wo ihr natürlich niemand die Geschichte abnimmt. Der behandelnde Arzt, Dr. Philipp Channard (Kenneth Cranham), arbeitet eher mit dubiosen Mitteln um seine Patienten zu behandeln: Hirnoperationen und ähnliche Experimente stehen an der Tagesordnung. Spezielle Fälle verschwinden im Keller oder fallen den kranken Plänen des Doktors zum Opfer, der von der schwarzen Magie besessen ist.
Inzwischen erhält Kirsty eine Botschaft von ihrem Vater, dass er in der Hölle unermessliche Qualen leide und Kirstys Hilfe brauche um freizukommen. Während dessen gelingt es Dr. Channard, Julia mit Hilfe der Matratze, auf der sie gestorben ist, wieder zum Leben zu erwecken. Er will endlich herausfinden, was hinter der ganzen Geschichte steckt und das Rätsel des Würfels lösen, koste es, was es wolle...
DVD-Rating
Sequels scheitern oft kläglich an dem Versuch, das Herz des ersten Teils wieder einzufangen oder versuchen es lediglich mit einem Verdoppeln des Bodycounts. Die Hellraiser-Saga geht da etwas andere Wege und versucht nicht die gleiche Formel zu wiederholen, sondern erfindet sich bei jedem Sequel neu. So ist es auch möglich, dass Hellraiser 2 es beinahe schafft an den ersten Teil heranzukommen und vermag diesen auf gewissen Ebenen sogar zu toppen.
Die Geschichte von Hellraiser 2 baut konsequent auf dem ersten Teil auf und führt die einzelnen Charaktere nachvollziehbar weiter. So wird einerseits die Vergangenheit von Pinhead erkundet, wie auch der Ort, von dem man bisher nur in Erzählungen gehört hat: Die Hölle. Überraschenderweise hat Barker diese nicht klischeehaft mit brodelnder Lava und gefolterten Seelen bevölkert, sondern ist einen ganz anderen Weg gegangen, der sich nahtlos in das Konzept des Game-Masters Pinhead einfügt. Wie er so schön sagt: " We have eternity to know your flesh" also macht es ihm nichts aus, erstmals mit den Opfer zu spielen. Was aber vor allem dominiert, ist die Belanglosigkeit. Die Zenobiten kann nichts mehr beeindrucken, es gibt sie schon so lange, dass sie schon alles gesehen haben. Das macht sie aber gleichzeitig zu den einzigen Monstern im Horror-Genre, mit denen man noch verhandeln kann.
An Hellraiser 2 gibt es primär zwei Punkte zu bemängeln. Zum einen macht der Film den Fehler, dass er dem mysteriösen Pinhead die Maske abnimmt und dessen Vergangenheit erkundet. So wird ein ausgezeichneten Charakter schon viel zu früh in der Serie zu etwas beinahe normalem demontiert. Es ist nämlich viel spannender, wenn man weniger über eine Person weiss, als wenn man all seine Motive kennt. Dies ist aber eher ein unwichtiges Detail, denn dies nimmt in der Geschichte eher einen Nebenschauplatz ein. Was aber wirklich gestört hat, ist, dass für Hellraiser 2 ein Pseudokonkurrent von Pinhead generieren wurde, der nur halb so interessant ist, aber dennoch viel mehr Screentime erhält, als der Meister der Zenobiten.
Fazit: Hellraiser 2 führt die Geschichte von Hellraiser geschickt weiter und bleibt dem Geist und der Idee treu. Obwohl hier mit dem Doktor eine eher schwache Figur vorgestellt wird, ist es klar das beste Sequel welches die Hellraiser-Saga zu bieten hat und dem ersten Teil so gut wie ebenbürtig. Der Film überzeugt zudem mit grossartiger und zeitloser Umsetzung, welche nicht nur sehr gute Special Effects bietet sondern auch genial gemachte Splatterszenen die bis über die Schmerzensgrenze hinaus gehen. Definitiv einen Blick wert.
Die DVD fährt mit dem gleichen restaurierten Bild und Ton auf wie schon die erste und wirkt bis auf einige Effekt Sequenzen absolut zeitlos. Special Features sind ein kurzes Dokumentation über die Dreharbeiten etc einige Fotos, Trailer und Kommentare.
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4.0 Sterne (10 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
- Bildformat: 1.85:1 (anamorphic Widescreen), 4:3
- Sprachen: Englisch (Dolby Digital 5.1)
- Untertitel: Keine
- Extras: Kommentar von Regie Tony Randel; Star Ashley Laurence And Witer Peter Atkins, Featurette: Lost In The Labyrinth Produced By Clive Barker, Bildergalerie



