D.O.A. - Dead on Arrival (1988)
D.O.A. - Bei Ankunft Mord
D.O.A. - Dead on Arrival (1988) D.O.A. - Bei Ankunft Mord
Oder: A picture as exitingly different as its title!

Noch leben beide...
Ein heruntergekommener Mann torkelt in eine Polizeistation. Er will einen Mord melden. Auf die Frage des Beamten, wer denn ermordet wurde, antwortet er: "Ich." Im darauffolgenden Verhör werden die Ereignisse der letzten Stunden rekapituliert. Beim Mann handelt es sich um den ausgebrannten Anglistik-Professor Dexter Cornell (Dennis Quaid). Er hat schon bessere Zeiten erlebt. Vier Jahre ist es her seit seinem letzten Roman. Er versinkt in Selbstmitleid und seine Frau verlangt die Scheidung. Als mehrere Leute in seinem Umfeld auf mysteriöse Weise umkommen, wird Dexter des Mordes verdächtigt. Ihm selber wird ein tödliches Gift verabreicht, dass ihm noch vierundzwanzig Stunden zu Leben gibt, um herauszufinden, wer ihn umbringen will. Die hübsche Studentin (Meg Ryan), die sich in ihn veknallt hat, hilft ihm dabei. Eine mysteriöse Witwe und Geldgeberin der Uni (Charlotte Rampling) könnte in die Sache involviert sein.
DVD-Rating
Wenn in einem "Film Noir" Musik aus den Achtzigern erklingt, mutet das so seltsam an, wie wenn die Leute an Weihnachten schwitzen. Ersteres ist der Epoche, in welcher der Film gemacht wurde, zuzuschreiben, zweiteres dem Drehort Texas, wo der Film spielt. Beides zusammen passiert im gleichnamigen Remake des Klassikers von Rudolph Maté von 1950. D.O.A. steht für "Dead on Arrival" - "Bei Ankunft Mord". Das Original war so gut, dass der Film mit dem Slogan "erstaunlich anders, als der Titel es vermuten lässt" beworben wurde.
Gleiches kann auch für das Remake behauptet werden. Dennis Quaid als Hitchcock'scher Held, der nicht weiss, wie ihm geschieht, lässt einen bis zum Schluss, um seine Figur bangen. Packender als mit der Szene zu Beginn des Films kann man nicht in die Geschichte eingeführt werden. Meg Ryan verköpert glaubhaft die naive Studentin in ihrem zweitletzten Film, bevor sie sich als Sally zu Weltruhm stöhnte und dann fortan Furore machte als RomCom-Queen. Ryan und Quaid waren damals ein Paar, nachdem sie sich ein Jahr zuvor bei Innerspace kennengelernt haben. Charlotte Rampling ist die kühle Femme Fatale, von der man nicht so genau weiss, was sie hinter ihrer steinernen Visage zu verbergen hat. Genau die Rolle, für die sie François Ozon in letzter Zeit gerne engagiert.
Als Hommage an seine Vorbilder aus der Schwarzen Serie ist der Film zu Beginn und am Schluss schwarz-weiss. Erst in der retrospektiven Erzählung Cornells benutzen Annabel Jankel und Rob Morton Farbe. Aber auch in diesem Teil ist der Bildausschnitt bei Nahaufnahmen der Gesichter der Protagonisten des öfteren schräg gehalten, was wiederum an die 40er erinnert. Trotz der düsteren Thematik funktioniert der Film aber nicht nur als spannender Whodunnit. Er kann mit seiner lebensbejahenden Aussage auch als Weihnachtsfilm durchgehen, der mehr Leidenschaft fordert in allem, was man tut. Cornell findet in seinem Todeskampf wieder zu seiner Passion, die ihm vorher abhanden gekomment ist. Umso grausamer wirkt dadurch die Auswegslosigkeit seiner Situation.
Schade hört man nichts mehr von den beiden Regisseuren Jankel und Morten. Sie erfanden den ersten Virtual Reality Star "Max Headroom", der sich durch die gleichnamige Fernsehserie stotterte. Ihre Karriere nahm aber ein abruptes Ende mit der verunglückten Realverfilmung des Nintendo-Games mit Klempner Super Mario.
Die DVD von D.O.A. ist nichts besonderes. Der Film hat auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Vor allem die Filmmusik hat gealtert. Achtziger Musik im 5.1 Mix gibt es selten. Der neue Tonmix wurde für die DVD-Auswertung aufbereitet. Puristen werden sich ärgern, dass die Original-Tonspur nicht auf der Scheibe zu hören ist, aber es schadet dem Film nicht allzu sehr. Die wenigen hinzugefügten Surround-Klangfelder befremden nicht. Abstriche gibt es beim Bild zu vermelden. Das für die DVD verwendete Master war nicht im perfekten Zustand, was Filmartefakte zur Folge hat. Am augenscheinlichsten ist es nach 8:32 Min, wo es sogar ein kleines Brandloch im Celluloid hatte - zumindest für den hier Schreibenden ist das eine Premiere: Auf DVD hat er dies noch nie erlebt! Während des Rests des Film fallen die Artefakte nicht mehr so arg auf. Weiteres Bonusmaterial gibt es nicht, dafür Untertitel und Synchronisationen in den Landessprachen nebst der Englischen Originalfassung.
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4.1 Sterne (7 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
DVD erschienen am 14.11.2002
- Bildformat: 1:1.85
- Sprachen: Deutsch, Englisch, Italienisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
- Extras: keines

