Akira (1988)

Akira (1988)

Oder: May the force be with you ...

Akira

Let's sliiiiiiiide!

2019: Nachdem Tokio 1988 von einer neuartigen Bombe komplett zerstört wurde, hat sich rund um den Krater Neo-Tokio gebildet. Auf den Strassen der Stadt herrscht Chaos: Während die Polizei mit Überhärte für Recht und Ordnung sorgt, bekriegen sich jugendliche Motorrad-Gangs bis aufs Blut. Eine davon bilden Kaneda (Mitsuo Iwata), Tetsuo (Nozomu Sasaki) sowie weitere Freunde.

Auf einer weiteren Fahrt durch die Nacht treffen sie unvermittelt auf einen greise aussehenden Jungen, der Tetsuos Motorrad zum eigenen Schutz mittels telepathischer Fähigkeiten zerstört. Die komplette Gang wird festgenommen, ausser Tetsuo, der zusammen mit dem Jungen von der Armee aufgegabelt wird. Bald schon bemerken deren Doktoren, dass Tetsuo ebenfalls übernatürliche Fähigkeiten besitzt. Und auch Tetsuo wird dies langsam klar. Sein Erstaunen wandelt sich bald in kapitalen Grössenwahn. Er wird zur Bedrohung für die ganze Stadt.


Kinofilm-Rating

Vor rund einem Jahr sicherte sich Appian Way, die Produktionsfirma von Leonardo DiCaprio, die Rechte für die Realverfilmung von Akira. Damit wird die voluminöse Science-Fiction-Mär bald eine weitere visuelle Ebene erreichen. Der erste Teil soll 2010 in die Kinos kommen.

Seine Anfänge sah die Reihe 1982 als Manga. Sechs Jahre später folgte dann der Anime, der ein Meilenstein des Genres wurde. Dies nicht nur durch seine überragende zeichnerische Qualität, sondern vor allem durch seine mehrschichtige Handlung, deren Düsternis verwandt ist mit Endzeit-Thrillern wie Blade Runner. Akira liess plötzlich auch die westliche Welt auf Anime aufmerksam machen und verhalf dadurch auch den Mangas abseits von Asien zum grossen Durchbruch.

Wer den erwähnten Klassiker von Ridley Scott liebt, und natürlich die Vorlage von Philip K. Dick, findet hier einen weiteren fantastischen Ansatz zur Zukunft der Menschheit. Akiras-Schöpfer Katsuhiro Otomo bezog sich dabei in den Grundzügen deutlich auf die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki und entwarf eine komplexe, zeitweise gar philosophisch anmutende Geschichte. Darin versteht er es auch, Themen wie Kindheitstraumatisierung und Forschungswahn einzubinden. Dies macht Akira zu einem herausfordernden Werk, welches noch heute nichts von seiner Faszination eingebüsst hat.

Obwohl die Gewaltvisualisierung in Filmen seit den Achtzigern sicherlich noch intensiviert wurde, ist Akira auch heute noch starker Tobak und nichts für sensible Naturen. Der Blutzoll ist hoch, und am Ende kommt ein nicht geringer Splatter-Faktor hinzu. Da damals Computereffekte noch Seltenheitswert hatten, war die Anime mit ihren grenzenlosen Möglichkeiten dem Realfilm weitaus überlegen. Gigantische Explosionen und hysterische Massenpaniken bekam man so nur in Filmen wie Akira zu sehen.

Science-Fiction-Fans und alle, die sich etwas genauer mit Mangas und Anime befassen wollen, kommen nicht an Akira vorbei. Dieser Klassiker fesselt auch noch 21 Jahre nach seiner Entstehung und wird es sicherlich auch noch nach der Realverfilmung tun.

4.8 Sterne
4.8 Sterne (25 Bewertungen) | 0 Kommentare

5.55.5
17.08.2009 / uas