Wall Street (1987)
Wall Street (1987)
Oder: Geld stinkt!
Geld machen, reich werden und das wenn möglich, bevor er 30 Jahre alt ist. Das sind Ziele des jungen Börsenmaklers Bud Fox (Charlie Sheen), der täglich an seinem Schreibtisch rumtelefoniert, um von verschiedenen Kunden Geld zu bekommen, mit denen er in den Börsenhandel einsteigen kann. Sein grosses Vorbild ist der erfolgreiche Börsenspezialist Gordon Gekko (Michael Douglas), der als Legende gilt und bereits einen Haufen Kohle durch Geschäfte an der Wall Street gemacht hat.
Bud schafft es, nach -zig Versuchen dann doch noch, einen Termin bei Gekko zu bekommen und muss diesen innert weniger Minuten davon überzeugen, mit ihm Geschäfte zu machen. Da der junge Mann weiss, dass die Fluggesellschaft "Bluestar", in der sein Vater Carl (Martin Sheen) arbeitet, am nächsten Tag ein Gerichtsurteil für sich entscheiden wird, gibt er diesen Tipp an Gekko weiter. Der handelt entsprechend und baut somit ein Vertrauensverhältnis zu Bud auf.
Fox wird zu Gekkos Protegé. Die beiden beginnen zu geschäften, und der junge Bud Fox lernt bald, dass es in der Welt der Börse nur dann viel Kohle zu machen gibt, wenn man an Insiderwissen rankommt. So beginnt er, seine Quellen anzuzapfen, illegale Aktionen zu starten, und spült somit in kurzer Zeit viel Geld auf sein und Gekkos Konto. Als Gekko aber plant, "Bluestar" auszulöschen und abzuzocken, muss sich Bud Fox zwischen Geld und Familie entscheiden. Er beginnt, sein eigenes Spiel zu starten....
DVD-Rating
Die Handies waren klobig, in den Büros wurde geraucht, und in keiner Büroeinrichtung durfte ein "Bobble-Head" fehlen. Ja, Wall Street spielt tief in den 80er Jahren und bescherte Regisseur Oliver Stone nach Platoon einen weiteren Grosserfolg. Zudem wurde Hauptdarsteller Michael Douglas zum zweiten Mal in seiner Karriere mit einem Oscar ausgezeichnet und Charlie Sheen startete eine tolle Hollywoodkarriere.
Die Geschichte von Wall Street ist sehr anspruchsvoll. Wer sich in der Welt der Börse fremd fühlt, wird entsprechende Probleme bekommen, wenn die Figuren mit Fachausdrücken um sich werfen und man als Zuschauer auch keine Erklärungen bekommt, warum die Leute da dauernd rumschreien, mit Zettelchen in der Hand rennen oder gebannt in den (alten) PC schauen. Glücklicherweise hat Wall Street aber mehr zu bieten als den Börsenalltag. Der Aufstieg des jungen Brokers, die Konfrontation mit seinem Vorbild und die schlussendlich anstehende Entscheidung zwischen Familie und Geld wird überzeugend erzählt.
Michael Douglas gibt einen optimalen, weil schmierigen, Millionär, der für Geld alles tut, dem Reichtum hinterher hetzt und sich in seiner eigenen kleinen Welt zum König gemacht hat. Ihm gegenüber steht ein stark aufspielender Charlie Sheen, der, wie ein Kind im Spielwarenladen, erstmal ohne Überlegungen alles konsumiert, was ihm vor die Nase gehalten wird und schlussendlich eine brutale Lektion lernen muss. Neben diesen zwei tollen Figuren und Schauspielern versinken die Nebendarsteller in der Grauzone. So muss sich beispielsweise der reale Vater von Charlie Sheen, Martin Sheen, mit einer mehr oder weniger kleinen Nebenrolle begnügen und auch Daryl Hannah kommt überhaupt nicht zum Zug. Von den kurzen Auftritten von "Dr. Cox", John McGinley ganz zu schweigen.
Fazit: Wall Street ist spannend, unterhaltsam und fesselt, nach einer kurzen Eingewöhnungszeit, den Zuschauer vor den Bildschirm. Die Story ist im optimalen Tempo erzählt, das Hirn wird gefordert und die Darsteller sind absolut Top. Kein Wunder ist aus Wall Street inzwischen ein Klassiker geworden, den sich kein Filmfreund entgehen lassen sollte.
Leider ist das auf der DVD aufgeführte Making-Of nicht wirklich informativ, sondern setzt auf den Werbeeffekt, denn wirklich Neues kriegt man hier nicht zu hören. Das gleiche gilt für grosse Teile auch beim Audiokommentar von Oliver Stone. Da muss man schon ein wenig Geduld haben, bis dieser ein bisschen Biss und Informationsgehalt bekommt. Zusätzlich gibts noch ein paar Trailers und das war's dann auch schon.
Technisch hat Wall Street zwar die gelungene Originalversion in Dolby Digital 5.1 anzubieten, macht aber bereits in der deutschen Synchro qualitative Abstriche. Das Bild ist ansprechend und solid, kann aber nicht mit den neu aufgemotzten und überarbeiteten DVD-Versionen messen.
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4.3 Sterne (32 Bewertungen) | 3 Kommentare
DVD-Infos
Special Edition, erschienen am 19.04.2001
- Bildformat: 1.85:1 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 4.0), Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte
- Extras: Dokumentation, Kommentar, Trailers



