The Stepfather (1987)

Spur in den Tod 2

The Stepfather (1987) Spur in den Tod 2

Oder: Mist, falsche Familie umgebracht

The Stepfather

Höhrt mal, da hat jemand seine Familie getötet...

Eine glückliche Familie zu haben und mit ihnen im eigenen Haus das Leben zu geniessen, gilt allgemein als der typische "American Dream". Jerry Blake (Terry O'Quinn) wollte dies und jetzt gehört er zu diesen glücklichen Männern, welche genau das geniessen können. Vor einiger Zeit hat er die Witwe Susan (Shelley Hack) geheiratet und bewohnt jetzt mit ihr und deren Tochter Stephanie (Jill Schoelen) ein Haus in einer amerikanischen Kleinstadt. Dort ist er als Immobilienhändler tätig und in der Nachbarschaft sehr beliebt.

The Stepfather

... wer war dies wohl.

Obwohl Stephanie einen Psychologen aufsucht, um den Tod ihres Vaters besser zu verarbeiten, kommt es immer wieder zum Streit in der Familie. Als sie nach einem weiteren Schulverweis beschliesst, ein Internat aufzusuchen, ist die Krise in der Familie perfekt. Jerry ist sehr unglücklich mit der Situation, denn er will eine perfekte Familie haben und ein Internatsbesuch würde dieses Vorhaben zerstören. Langsam erhärtet sich bei Stephanie zudem der Verdacht, dass etwas mit Jerry nicht stimmt. Als sie in einem Artikel in der lokalen Zeitung liest, dass ein Mann seine ganze Familie umgebracht haben soll, ist sie felsenfest davon überzeugt, dass Jerry dieser Mörder sein muss. Um dies zu bestätigen, spannt sie mit ihrem Psychologen zusammen und setzt ihn auf Jerry an. Ein tödlicher Fehler...


DVD-Rating

Spätestens dann, wenn ein Horrorklassiker ein Remake erhält, ist es an der Zeit, das Original anzuschauen. Der preisgekrönte The Stepfather wurde 1987 gedreht und basierte lose auf dem Massenmörder John List, der 1971 seine ganze Familie umgebracht hat und anschliessend verschwunden ist. In der Hauptrolle des bösen Stieffaters schlüpfte Terry O'Quinn - der den meisten heute als John Locke aus der Serie Lost bekannt sein wird - und lieferte dabei nicht nur eine grandiose Leistung ab, es war auch sein schauspielerischer Durchbruch. Später sollte er nochmals in Stepfather 2 in dieser Rolle zurückkehren.

Als Film ist The Stepfather trotz seiner Horroraufmachung eher im Thriller- oder Psychothrillerbereich mit einigen blutigen Szenen einzuordnen. Es ist ein Film der leisen Töne, der schleichenden Spannung und der guten Schauspielkunst. Schon in der grossartigen Auftaktszene, in der Terry O'Quinn durch das blutverschmierte Haus einer eben ausgelöschten Familie wandert, wird bereits ein eiskalter Killer etabliert, den nichts so leicht aus der Ruhe bringt. Diese Kalkulation und das sehr subtile Schauspiel von Terry O'Quinn gibt The Stepfather eine Qualität, welche eine interessante und glaubwürdige Storyentwicklung ermöglicht. Gerade weil der Film mit offenen Karten spielt (der Zuschauer weiss von Anfang an, wer der Killer ist) kann der Film eine hohe Spannung entwickeln, da der Stiefvater immer wieder in brenzlige Situationen gerät.

Neben Terry O'Quinn muss sich auch seine Ersatzfamilie nicht verstecken, denn Shelley Hack (welche in der TV-Serie Charlie's Angels bekannt wurde) spielt ihre Rolle als die verliebte Ehefrau genau so gut, wie die misstrauische Tochter Jill Schoelen. Dabei werden sie durch die sehr gute Kameraführung und dem zwar eher einfallslosen, aber ansonsten atmosphärischen Soundtrack unterstützt. So kann schrittweise bis zum Finale die Spannungsspirale immer stärker angezogen werden. Negative Punkte finden sich dabei nur wenige. Zum Beispiel leistet sich Jerry doch den einen oder anderen krittischen Fehler, der ihn doch schon lange hätte auffliegen lassen sollen. Zudem wird kurz vor dem Finale ein ganzer Subplot, der recht viel Screentime hatte, einfach abgewürgt.

Fazit: The Stepfather ist sicher einer der Klassiker des Horrorgenres. Besonders wegen der guten Inszenierung, der schleichenden Spannung und dem grossartigen Terry O'Quinn, welcher den beinahe schizophrenen Killer mit Leib und Seele verkörpert. Es wird ein intensiver Psychothriller geboten, welcher den Gore-Anteil erstaunlich tief hält und wohl gerade deswegen überzeugt. Auch wenn das erhoffte Abschlussfeuerwerk ausgeblieben ist, bleibt es selbst für sein Alter sehr sehenswerter Film, den man auch als Nicht-Horrorfan anschauen kann.

Die DVD ist aber im Gegensatz zum Film ein Trauerspiel. Die gross als Collectors Edition verkaufte Sonderedition (Limitiert auf 1000 Stück) entpuppt sich als Schlag ins Gesicht für jeden Filmfan. Der Streifen wird nämlich im Vollbild-Format gezeigt und hat nur eine deutsche Tonspur. Diese fällt trotz der ordentlichen Bildqualität sehr dumpf und leise aus. Wenigstens ist der Film uncut. Als Bonusmaterial gibt es lediglich einige Ausschnitte aus dem Soundtrack und Schnittvergleich zu bisherigen geschnittenen Versionen. Wie auch der Rest dieser DVD-Ausgabe, recht jämmerlich.

4.1 Sterne 2.4 Sterne
4.1 Sterne (7 Bewertungen) | 2 Kommentare

4.54.5
17.02.2009 / db


DVD-Infos

  • Bildformat: Widescreen
  • Sprachen: Deutsch (DD 2.0)
  • Untertitel: -
  • Extras: Trailer; Bildergalerie; Vorspann zu Teil 1; Auszüge aus dem original; Soundtrack zu Teil 1; Schnittvergleich zu Teil 2