Lethal Weapon (1987)

Zwei stahlharte Profis

Lethal Weapon (1987) Zwei stahlharte Profis

Oder: Der Irre und der Alte

Haste Feuer?

Haste Feuer?

Eine junge Frau springt aus einem Wohnblock in die Tiefe und stirbt. Das bringt Detective Roger Murtaugh (Danny Glover) auf den Plan, der diesen Fall zu untersuchen hat. Murtaugh feiert gerade seinen 50. Geburtstag, wird von seiner Tochter auf die grauen Haare angesprochen und fühlt sich auch sonst "too old for this shit"... Ausserdem bekommt er heute einen neuen Partner. Muss denn das alles sein?

Dieser Partner entpuppt sich als der scheinbar selbstmordgefährdete und wahnsinnige Mann aus dem Drogendezernat, Martin Riggs (Mel Gibson). Der hat erst grad seine Frau verloren und findet sich im neuen Leben noch nicht so richtig zurecht. Zwischen Zigaretten, Bier und dem Lauf einer in den Mund gesteckter Kanone muss sich dieser Riggs jeden Tag aufs Neue motivieren, seinem Leben kein Ende zu setzen.

Kaffee, Schatz?

Kaffee, Schatz?

Das ungleiche Duo macht sich auf die Socken, um den Fall dieser jungen Toten zu lüften. Wie sich nämlich herausstellt, scheint die Frau gar nicht selber gesprungen zu sein. Die Ermittlungen bringen die Beiden, nachdem Riggs mit einem Selbstmordkandidaten vom Hausdach gesprungen ist, auf die Fährte ehemaliger Kriegskollegen von Murtaugh, die im grossen Stil mit Drogen handeln.

General McAllister (Mitch Ryan) und seine Nummer Eins, Mr. Joshuah (Gary Busey) sehen es allerdings gar nicht gern, wenn irgendwelche Cops ihre Geschäfte ruinieren wollen und holen somit zum Gegenschlag aus. Und sie machen auch nicht Halt davor, ein Familienmitglied Murtaughs zu entführen.


DVD-Rating

Nachdem Filme wie Die Hard oder auch Robocop und natürlich Terminator in den 80-er Jahren den neuen Stil des Actionfilms festgelegt hatten, kam Regisseur Richard Donner (Superman 2, The Goonies) mit einem Buddy-Movie in die Kinos, das sich als Anfang einer ganzen Filmreihe etablieren konnte. Lethal Weapon wurde für Mel Gibson, den man bislang vielfach "nur" aus Mad Max kannte, zum finalen Durchbruch in Hollywood. Auch Filmpartner Danny Glover durfte sich als Actonstar etablieren.

Die Geschichte von Lethal Weapon ist überraschenderweise nicht unbedingt im Mittelpunkt des Geschehens. Vielmehr rückt die Story um Drogen und ehemalige Kriegskollegen zeitweise komplett in den Hintergrund, wenn der Fokus auf der Partnerschaft zwischen Riggs und Murtaugh liegt und sich die beiden so unterschiedlichen Charaktere nur ganz zögerlich anfreunden und respektieren. Während Riggs der Derwisch und Wirbelwind ist, der gerne mal zuerst schiesst, bevor er Fragen stellt, ist Murtaugh der gesetzte Oldie mit Familie, bei dem Polizeiarbeit halt hauptsächlich heisst, zu ermitteln und die Waffe nur zur Notwehr einzusetzen.

Diese Zusammenarbeit, die Chemie der beiden Hauptfiguren, macht aus Lethal Weapon einen herrlichen Actionfilm, der typisch ist für die 80-er Jahre. Ein gelungenes Buddy-Movie, das nicht spart mit Schiessereien, Explosionen, Verfolungsjagden und natürlich faulen Sprüchen. Dazu kommt, dass sich Mel Gibson und Danny Glover gegenseitig anspornen, eine gute Leistung zu zeigen und die Sache jederzeit unter Kontrolle haben.

Neben all dieser Lobhudelei auf die Hauptfiguren geht, wie erwähnt, die Story teilweise völlig unter. Die Bösewichte (Gary Busey als blonde Kampfmaschine) kommen leider fast nicht zur Geltung und auch dann, wenn Menschen entführt werden, hat man nie das Gefühl, dass unsere beiden Helden dieser Situation nicht Herr werden können. Obwohl der Film bei den Folterungen in dieser Hinsicht auf einem guten Weg war.

Fazit: Lethal Weapon ist ein sehr guter und gelungener Auftakt der ganzen Filmreihe. Die Figuren werden schön vorgestellt, die Positionen für künftige Abenteuer bezogen und die Chemie der Darsteller passt perfekt. Dazu gibts passende Saxophon-Hintergrundmusik und sauber gedrehte Actionsequenzen. Da schreit der Fan nach einer Fortsetzung, die ja dann mit Lethal Weapon 2 zwei Jahre später auch geliefert wurde.

Der "Directors Cut" dieses Filmes ist, zusammen mit der Kinoversion, nun in einer Box erhältlich, welche die ganze Serie abdeckt. Natürlich gibt es auf den "normalen" Versionen entsprechend weniger Features zum anklicken und gucken, aber dafür hat man ja dann die längere Filmversion. Bei Lethal Weapon gibt es zum Beispiel sieben zusätzliche Minuten und ein alternatives Ende. Der Ton kommt zwar noch immer laut und deutlich daher, das Bild hat aber zeitweise doch ein wenig Alterserscheinungen, welche den Spezialisten in Sachen Bildqualität natürlich auffallen werden.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.54.5

 

06.11.2007 / muri

Community:

Bewertung: 4.6 (56 Bewertungen)

 

 

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