The Last Emperor (1987)
Der Letzte Kaiser
The Last Emperor (1987) Der Letzte Kaiser
Oder: Ein Königreich für die Tradition!
Pu Yi wird im zarten Alter von drei Jahren zum Kaiser von China gekrönt. Er verbringt seine Kindheit und Jugend in der Verbotenen Stadt, völlig von der Aussenwelt isoliert, in Prunk und Tradition lebend. Erst als ihm ein Lehrer (Peter O'Toole) zur Seite gestellt wird, beginnt sich der junge Kaiser auch für seine Mitmenschen ausserhalb der Mauern zu interessieren. Doch Johnson will aus dem Chinesischen Kaiser einen Englischen Gentleman und vergisst darob, dass da draussen im riesigen Reich so einiges vor sich geht, was ganz China aber auch die Aristokratie verändern wird.
DVD-Rating
Bernardo Bertoluccis monumentaler Film war der Oscar-Abräumer 1988 mit insgesamt neun Auszeichnungen. Als Favorit ins Rennen gegangen, bewährte sich Bertoluccis eingehendes und weitgehendes Porträt dann vor allem in den technischen Abteilungen. Die Darsteller gingen allesamt leer aus.
Die Geschichte des letzten Kaisers von China zeigt Bernardo Bertolucci von der Einsetzung des Kindkaisers bis zu seinem Einsatz als Japans Marionettenkaiser und schliesslich im Umerziehungslager der roten Revolution (der Film wird in Rückblenden erzählt). Pu-Yi endete als Gärtner in einer botanischen Anlage, eigentlich seine erste Tätigkeit als freier Mann. Gezeigt wird der Kindkaiser als verwöhntes Görr, dem dank seines Englischen Lehrers, hervorragend gespielt von Peter O'Toole, die Augen geöffnet werden.
Von Kameramann Vittorio Storaro grandios fotografiert und mit prächtigen "Bauten" und Kostümen ausgestattet, ist der Film vor allem eine Augenweide. Die Aufnahmen innerhalb der Verbotenen Stadt, in der zum ersten Mal ein westliches Filmteam drehen durfte, sind atemberaubend. In Innenaufnahmen spielt Storaro dann gerne mit natürlichem Licht und der Dunkelheit, ein gelungener Ausgleich. The Last Emperor ist ein interessantes Stück Geschichte einer Zeit, die von Pomp, Armut, Marionettentum und kommunistischen Revolutionen geprägt war. Lang, aber eben auch monumental.
Die DVD: Präsentiert wird der 40 Minuten längere Director's Cut, der sich von der normalen Kinoversion insofern unterscheidet, als dass vor allem die Szenen von Pu-Yis Aufenthalt im Umerziehungslager einen Grossteil des neuen Materials einnehmen - ich muss allerdings gestehen, dass ich den Film seit der Kinoaufführung nicht mehr gesehen habe und mir die Unterschiede deshalb nicht wirklich bewusst wurden. Meines Wissens ist dies ausserdem der erste Transfer im Letterbox-Format. Bildlich ist die DVD denn auch ein besonderer Genuss. In Sachen Extras weiss die Edition ebenfalls gefallen. Vor allen Dingen das Kapitel "Bernardo Bertolucci", hinter dem sich ein recht ausführliches Making-Of verbirgt, weiss zu gefallen. Man erfährt nicht nur Details über die Produktion und die Arbeitsweise Bertoluccis, vor allen Dingen gibt es zusätzlich Einblicke in das Leben des Kaisers, teilweise mit Originalaufnahmen, dann aber auch mit Aussagen von Zeitgenossen unterstützt.
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3.9 Sterne (12 Bewertungen) | 5 Kommentare
DVD-Infos
Arthaus-Premium, erschienen am 16.12.2005
- Bildformat: 2.35:1 (16:9)
- Sprachen: Englisch (DS 2.0), Deutsch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Doku über Bernardo Bertolucci; Doku über die Dreharbeiten; Trailer.


