Bad Taste (1987)
Bad Taste (1987)
Oder: Menschen als Fast Food? Gute Idee!
Die Nachrichtendienste schlagen Alarm: In einem kleinen Dorf in der Neuseeländischen Pampa geschehen merkwürdige Dinge! Der Premierminister von Neuseeland geht kein Risiko ein und setzt deshalb eine Spezialeinheit - genannt "The Boys" - ein, um die Geschehnisse zu untersuchen und bei möglichen Ausserirdischen tödliche Gewalt anzuwenden. Schon bald haben "The Boys" das Dorf erreicht und kurz darauf dem ersten Alien den Kopf weggeblasen. Doch das schreckt die restlichen Aliens, welche sich bis anhin unauffällig verhalten haben, auf und plötzlich hat die Spezialeinheit eine ganze Truppe blutrünstiger Menschenfresser am Hals.
Das ist erst der Anfang der Probleme. Als die "Boys" einem verwirrten Besucher des Dorfes folgen, der für eine Organisation Geld sammeln will und von den Aliens attackiert wird, führt er die "Boys" direkt zum Hauptquartier der Aliens, welche sich bereits für einen Krieg gerüstet haben. Jetzt kommt ihre grosse Stunde: Ausgerüstet mit Kampfanzug, MGs und Pistolen machen sie sich auf den Weg, das Hauptquartier der Aliens zu stürmen und den inzwischen verschleppten Besucher zu befreien. Der Kampf ihres Lebens steht bevor.
DVD-Rating
Filmregisseur Peter Jackson, der sich mit Lord of the Rings ein Monument geschaffen hat, hat auch einmal ganz klein angefangen. In jener Zeit ist Bad Taste entstanden. Es hätte eigentlich sein zwölfter Kurzfilm werden sollen. Doch im Verlauf von vier Jahren Drehzeit wurde er dann Jacksons erster abendfüllender Kinofilm - mit minimalsten Mitteln entstanden, mit viel Enthusiasmus gemacht und als Überraschungserfolg gefeiert. Das waren Jacksons erste Schritte in die internationale Filmwelt.
Die absolute No-Budget-Produktion hat klar ihren eigenen Stil und ihren eigenen Charme. Dies ist mit der Grund, warum man bei dem Film eine gewisse Eingewöhnungszeit braucht und miteinberechnen sollte. Da Bad Taste über rund vier Jahren entstanden ist und das Ganze als Kurzfilm geplant war, ist das Endergebnis entsprechend träge geraten. Viele der Szenen wirken wahllos aneinander gereiht, was vor allem am Anfang sinnlos und unmotiviert komisch wirkt. Deshalb schlägt man sich mit vielen Hängern herum und erst im letzten Drittel wird kurzweilige Splatteraction geboten. Dieser schlechte Eindruck wird durch die manchmal sehr lethargische Kameraführung, den schlechten Schnitt und den dumpfen und asynchronen Ton noch verstärkt.
Dennoch: So schlecht die Qualität und die Umsetzung auch sind, wenn man sich darauf einlässt, erhält man mit "The Boys" eine unprofessionelle, zum Schreien komische Chaostruppe, welche auf dem Höhepunkt ihrer Unfähigkeit versucht, ein Dorf von Aliens zu befreien. Die beteiligten Schauspieler sind alles Amateure, was man ihnen auch ansieht. Zumindest geben sie sich aber redlich Mühe in ihren Rollen. Wirklich überzeugen kann an dieser Stelle nur Peter Jackson in der Rolle des durchgedrehten Derek, der später völlig irre mit der Motorsäge auf die Aliens losgeht. Viele bissige Seitenhiebe auf das Landleben, eine Menge Blut, der bitterböse schwarze Humor und einige gelungene Slapstickszenen bleiben ebenfalls positiv in Erinnerung.
Letztlich bleibt Bad Taste aber ein eher schnörkelloser Fun-Splatter Streifen, der regelmässig ein breites Grinsen hervorruft, wenn wieder achseltief im Blut gerührt und sinnlos übertrieben ein Alien zerstückelt wird. Besonders wenn Derek mit seiner Motorsäge ans Werk geht, bleibt kein Körperteil ganz. Und mit Maschinengewehren und Pistolen lassen sich ebenso leicht Arme abtrennen und Köpfe sprengen.
Fazit: Bad Taste ist ein Amateurfilm, bei dem alles von Freunden selber gebaut wurde und über vier Jahre lang produziert wurde. Mit diesem Wissen im Hinterkopf, einer positiven Einstellung gegenüber Fun-Splatter und als Sympathisant von Peter Jackson macht Bad Taste durchaus Freude. Der schräge Humor ist allgegenwärtig und wenn es schliesslich blutig den Aliens ans Fleisch geht, dann tobt der Bär! Grossen Respekt für das Resultat wenn man bedenkt, mit welchen Mitteln Jackson gearbeitet hat und das ganze Werk in der Freizeit entstanden ist. Wer dies nicht anerkennt, wird jedoch an dem trashigen und über lange Zeit nur mässig spannenden Streifen kaum Freude haben.
Die DVD bietet den Film leider in Kopfschmerz-Augenkrebsqualität und einem jämmerlichen asynchronen Ton, der in keiner Minute überzeugen kann. Eine absolute Zumutung ist auch, dass dem Zuschauer in der englischen Version die deutschen Untertitel aufgezwungen werden. Wenigstens haben sie sich beim Bonusmaterial Mühe gegeben und tief in den Archiven gegraben. Neben einem kurzen Making-Of werden einige Trailer, uralte Werbespots und eher sinnlose TV-Berichte und Behind the Scenes Galerien gezeigt.
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4.6 Sterne (18 Bewertungen) | 4 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 11.10.2002
- Bildformat: 1.78:1 (Anamorphic Widescreen)
- Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 5.1, English: Dolby Digital 2.0, Deutsch Comedy Synchro: Dolby Digital 2.0
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Making of..., Dia-Dokumentation, Trailer, TV Specials, Slid3eshow, Werbegalerie, Regisseur-Infos, Soundtracks


