Top Gun (1986)

Top Gun - Sie fürchten weder Tod noch Teufel

Top Gun (1986) Top Gun - Sie fürchten weder Tod noch Teufel

Oder: Rock'n'Roll am Himmel

Top Gun

Take my breath away!

Pete "Maverick" Mitchell (Tom Cruise) und Nick "Goose" Bradshaw (Anthony Edwards) sind Piloten, die am Himmel in ihren Kampfjets immer ans Limit gehen. In Übungen, im Ernstfall, egal. Vor allem Maverick sucht die Herausforderung und bringt so seine Vorgesetzten regelmässig zur Verzweiflung. Als bei einem Einsatz die Nummer 1 der Flotte Probleme bekommt und ihn Maverick, trotzdem dass sie praktisch kein Benzin mehr haben, sicher auf die Base bringt, steigt dieser Pilot (die Nummer 1) aus. Maverick und Goose rücken auf und werden nach Südkalifornien geschickt. Dort sind die Besten der Besten. Dort ist "Fightertown USA". Dort ist Top Gun.

Das Aufeinandertreffen der testosterone-gesteuerten Jungpiloten verspricht Ärger. Zumal sich Maverick als der sichere Sieger der anstehenden Wettkämpfe sieht, obwohl er mit dem "Iceman" (Val Kilmer) mehr als nur einen ernst zu nehmenden Konkurrenten hat. Und natürlich lässt es Maverick nicht beim fliegen bleiben. Er lacht sich in einer Bar eine blonde Schönheit an, die sich später als Charlotte "Charlie" Blackwood (Kelly McGillis) herausstellt. Ihres Zeichens Instruktorin bei Top Gun.

Top Gun

Scientologen strahlen immer

Der Wettbewerb beginnt, die Flieger geben ihr bestes. Die Instruktoren versuchen immer wieder, die Heissporne in Bedrängnis zu bringen, aber Maverick und Iceman sind vorne dabei. Als bei einem dieser Manöver ein schreckliches Unglück passiert, scheinen die Tage von Maverick als Pilot gezählt.

Verunsichert, am Boden zerstört und mit sich selber hadernd, stellt Maverick sich selber, die Fliegerei und alles andere in Frage. Doch als das Land seine Hilfe braucht, überwindet er Angst, Furcht, Scheuh und Abneigung. Maverick ist wieder da. Und zwar um sich gegen ein paar "Mics" zu behaupten und die Welt zu retten. Aber er alleine gegen 6 feindliche Flugzeuge? Kann das gut gehen?


DVD-Rating

1986. Meine Generation mitten in der Teenagerphase und allesamt mit einem Traum. So cool sein wie die Piloten in Top Gun. Fliegerjacken machten Mode, Sonnenbrillen wurden auch in Schulzimmern getragen, der Soundtrack gehörte auf den Pausenplatz, der "Iceman" war ein Held und Tom Cruise Gottes Geschenk an die Mädels. Man übte auf dem Töffli die Posen, welche "Maverick" im Film auf seinem Töff machte und sah den Film mehr als genug. Und Top Gun machte aus Tom Cruise den Weltstar, den er heute ist. Und ich behaupte heute noch, wenn Val Kilmer nicht solchen Brunz wie Batman Forever oder The Island of Dr. Moreau gedreht hätte, er wäre ebenso "Big in Business" wie Mr. Cruise.

Überhaupt, wenn man sich den Cast von damals ansieht, kommen die Tränen. Eine Meg Ryan in einer kleinen Nebenrolle. Ebenso Tim Robbins als Pilot. Michael Ironside und Tom Skerritt als Ausbilder. Klasse! Von den Flugszenen ganz zu schweigen. Es mag in der Zwischenzeit effektvollere Filme mit Kampffliegern geben, aber so cool in Szene gesetzt wurden sie seither nie mehr. Untermalt mit bombastischem Rocksound und visuell klasse. Kein Wunder, flogen alle Jungen und Junggebliebenen auf diesen Film, der auch heute für mich praktisch nichts von seiner Faszination verloren hat. Obwohl er jährlich ein paar Mal von den diversen TV-Stationen fast zu Tode gespielt wird, guck ich immer wieder rein und lass mich in die Jugend zurück versetzen.

Natürlich wird kein grosses Schauspielkino geboten. Natürlich sind die Hauptdarsteller keine Götter der Leinwand. Aber die Anforderungen, gut auszusehen, ein Strahlegrinsen zu haben oder auch vermarktbar zu sein, erfüllt jeder einzelne. Tom Cruise konnte danach drehen, was er wollte, es wurde zum Erfolg. Ein Script zu einer Fortsetzung war zwar schnell geschrieben, konnte aber nie umgesetzt werden. Glücklicherweise, denn so einen Film kann man nicht fortsetzen.

Fazit: Jede Generation hat Filme, die unvergessen bleiben. Meine hatte unter anderem Dirty Dancing, E.T. oder eben Top Gun. Er mag überschätzt sein. Es mag unverständlich sein, dass man einem Film, der den "Kriegsakt verherrlicht" (so ein Vorwurf) eine so gute Bewertung geben kann. Es mag auch durchaus sein, dass ich mit meiner Meinung hier als Einzelkämpfer dastehe. Aber nachdem ich das Werk mal wieder im Originalton gesehen habe und die Extras mit Interesse verfolgt hab, bin ich überzeugt, dass Top Gun einer der besten und coolsten Filme ist, die ich je gesehen hab. Jerry Bruckheimer hin, Don Simpson her.

Auf Disc 1 gibt's Audiokommentar von aller Seite. Sei es vom Produzenten oder technischen Advisors. Für Interessierte ist das der Himmel auf Erden. Für Normalsterbliche hats ein bisschen zuviel "technical Mambo-Jambo"... Dafür kommen die Normalos dann bei der "Vintage Gallery" auf ihre Kosten. Nicht so sehr bei den angebotenen Trailers, aber dafür doppelt und dreifach bei den Musikvideos. *YEAH*, I'm loving it! Kenny Loggins mit seinem geilen "Danger Zone", die vorher und nachher erfolglose Gruppe "Berlin", die mit "Take my breath away" das Love-theme des Films liefert. Dazu noch mehr 80's Sound mit "Loverboy" und dem extrem schönen und fantastischen "Top Gun Theme" von Harold Faltermeyer, der ja auch Beverly Hills Cop in die Hitparaden brachte. Er wird unterstützt vom Gitarristen Steve Stevens, der schon mit Billy Idol zusammen rockte. Klasse Sound, klasse Videos. Ich find fast keine Worte. Ist halt richtig zum abgehen, wenn ihr wisst, was ich meine....

Die zweite DVD kommt vollgepackt daher und bietet dem Fan des Filmes wiederum mehr, als er erwarten durfte. Das Making-of ist in 6 Features aufgeteilt. Angefangen mit der Vorproduktion und der Frage: "Wird das überhaupt was?". Regisseur, Produzent, Hauptdarsteller kommen hier zu Wort. Ebenso ehemalige Flieger, die ebenfalls viel zu erzählen haben. Sollte man sich anhören, das Teil, denn es dauert knapp 30 Minuten. Die Produktion ist der nächste Teil. Und wie's Michael Ironside perfekt ausdrückt: "We're shooting Rock'n'Roll, Man!". Und trotzdem braucht man irgend eine Grundstory. Und wies zu dieser kam und was es damit auf sich hat, wird hier erzählt. In knapp über 25 Minuten werden Kommentare von allen Seiten gezeigt, Bilder von den Dreharbeiten, Kommentare zu den Superstars und ein paar nette Aufnahmen der Dreharbeiten. Im dritten Feature geht's in die Luft. Die Produktion im Himmel ist das Thema. Und wiederum darf man knapp 30 Minuten zuhören, welche Schwierigkeiten da auftauchten, wie die Schauspieler mit ihren ersten Erfahrungen im Flugzeug umgingen und was doch gerade so speziell an den Aufnahmen in diesem Film ist. Die visuellen Effekte sind das nächste. Wie machte man die Special-Effects? Wie wars, als man die Flieger explodieren lassen musste? Sehr interessanter Bericht, in dem viel von der Magie des Filmemachens preisgegeben wird. Dauert ca. 17 Minuten. Es geht langsam gegen das Ende zu und eins darf in einem Film wie Top Gun nicht fehlen. Die Musik. Hier kommen alle Sänger/-innen zu Wort, die Produzenten und natürlich schwärmt jeder von dem Glück, dass er doch hatte, überhaupt einen Song zum Soundtrack beisteuern zu dürfen. Auch die Tatsache, dass zum Beispiel Kenny Loggins den Titelsong gar nie singen sollte, wird hier erklärt. Warum ers dann doch getan hat und wem er dabei nacheiferte, wird hier erklärt. Sehr interessantes Feature. Dauert ca. 20 Minuten. Den Abschluss der Features macht dann der Release des Filmes und der sogenannte "Afterburn". In knapp 25 Minuten wird nochmals genau auf den Film eingegangen. Was wurde erreicht, wer wurde berühmt, wer wars vorher schon, was hat der Film für die einzelnen Personen bedeutet, etc.

Weiterhin auf der Disc ist Multi-Angle-Storyboard, indem man vergleichen kann, wie denn die Szene auf Papier aussieht und schlussendlich im Film daher kommt. Immer wieder sehr interessant, anzuschauen, wie sich die Macher das ganze vorstellen und wies dann rüberkommt. Ein Blick hinter die Kulissen, der aus der damaligen Zeit stammt und ca. 5 Minuten dauert. Cool hair, dudes.... In knapp über 7 Minuten wird dann noch berichtet, wie die Schauspieler ein hartes "Überlebenstraining" absolvieren mussten. Auch ein völlig enthusiastischer, junger Tom Cruise kommt hier zu Wort und aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus. Apropos, dieser damals junge, noch nicht sehr erfahrene Schauspieler bekommt ein eigenes Feature, welches ein Interview aus der damaligen Zeit enthält. Jööh... Knapp 7 Minuten, dieses Inti. Den Abschluss einer ausgezeichneten DVD machen diverse Fotogalerien, in denen man die jungen Hot-Shots nochmals bewundern darf, aber auch viele Fotos von Flugzeugen, den Dreharbeiten und ähnlichem anschauen darf.


OutNow.CH:

Bewertung: 6.06

 

24.06.2005 / muri

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