Salvador (1986)

Salvador (1986)

Oder: You gotta get close to get the truth. You get too close, you die.

Salvador

"Good morning Sunshine".

Der amerikanische Reporter Richard Boyle (James Woods) hat seine besten Tage schon lange hinter sich. Seit seinem letzten Erfolg sind bereits sehr viele alkoholische Getränke seinen Hals hinuntergeflossen. Nachdem ihn seine Frau mit dem gemeinsamen Kind verlässt, möchte er nochmals sich als Reporter versuchen. Mit seinem Kumpel Rock (James Belushi) fährt er nach El Salvador, um von dem dort ausbrechenden Bürgerkrieg zu berichten.

Salvador

Der Kindersitz war wohl schon weg.

Am Anfang ist für ihn alles noch einfach: Er amüsiert sich meistens und lässt die Arbeit aussen vor. Als jedoch ein Aufstand vom Militär blutig niedergeschlagen wird, erkennt er, dass er etwas tun muss. Er findet heraus, dass die CIA das Militär mit Waffen ausrüstet, um das Volk zu unterdrücken. Mit Hilfe des Botschafters Thomas Kelly (Michael Murphy) versucht er etwas zu verändern. Doch bald begreift er, dass er wie auch die Bevölkerung machtlos ist gegen dieses System.


DVD-Rating

Natural Born Killers, JFK, Platoon. Die Filme von Oliver Stone sind den meisten Filmliebhabern bekannt. Ein Film, den er im selben Jahr wie sein Vietnam-Drama drehte, war der bei uns eher unbekannte Salvador. Mit Hilfe des Journalisten Rick Boyle, der auch die Hauptfigur des Filmes ist, erzählt er ein dunkles Kapitel der Weltgeschichte, welches sich Anfang Achtzigerjahre in El Salvador abgespielt hat.

Da diese Geschichte nur gerade fünf Jahre nach den Geschehnissen erzählt wurde und den meisten deshalb noch auf dem Magen lag, hatte Stone viele Probleme bei der Finanzierung. Auf Gelder aus den Staaten musste er verzichten, da er in seinem Film nicht gerade nett mit seinen Landsleuten umgeht. Die Gelder wurden schliesslich aus England beschafft, und so konnte Stone seinen Film in Mexico sowie in den Bundesstaaten Kalifornien und Nevada drehen.

Dass Stone gerne schockiert und auch mit seinen Filmen viele vor den Kopf stösst, ist bekannt. Hier kann er wieder einmal richtig mit Tatsachen schockieren, welche zumeist auf wahren Begebenheiten beruhen. Der Zuschauer nimmt dabei die Rolle des noch neutralen Richard Boyle ein. Man geht mit ihm in das fremde Land und beginnt die Ereignisse zu "erleben". James Woods hat mit dieser Rolle einer seiner besten Auftritte. Sogar eine Oscarnomination schaute am Ende für ihn heraus. Am Anfang ist er vornehmlich der "Schnurri" vom Dienst, jedoch wird auch er wie der Zuschauer von den Gräueltaten beeinflusst und bezieht dann später Partei. Ein netter Trick von Stone, um den Zuschauer auf seine Seite zu ziehen. Es funktioniert jedenfalls. In einer Nebenrolle ist James Belushi zu sehen, dessen Rolle etwas unnütz erscheint und deshalb nicht gross auffällt. In weiteren Rollen überzeugen aber John Savage als Fotograf John Cassady und Michael Murphy als Botschafter Thomas Kelly.

Fazit: Salvador ist ein harter, realistischer und kritischer Blick auf die Ereignisse Mittelamerikas der Achtzigerjahren. Getragen von einem sensationell aufspielenden James Woods, gelingt es dem Film, eine Geschichte zu erzählen, die aufrüttelt und schockiert. Leider sind diese üblen Szenen selbst heute noch in den Kriegsgebieten gang und gäbe. Das macht einem nur wieder bewusst, dass wir vom Weltfrieden sehr weit entfernt sind, solange die Gier nach Macht und Geld die Welt regiert.

Das Bild der DVD wurde anständig aufbereitet. Man könnte fast meinen, dass es sich um eine neuere Produktion handle. Der Ton kommt auch schön klar aus den Boxen. Auf Disc 1 findet man noch einen Audiokommentar von Oliver Stone sowie die Kinotrailer aus den USA und Deutschland. Das Herzstück auf der Bonus-Disc ist die 62-minütige Dokumentation "Into the Valley of Death". Darin werden die Hintergründe etwas mehr beleuchtet. Den Abschluss machen 28 Minuten gelöschte Szenen und eine Bildergalerie. Ein überzeugendes DVD-Set.

4.6 Sterne 4.0 Sterne
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14.02.2010 / crs


DVD-Infos

DVD erschienen am 29.01.2010

  • Bildformat: 1:1.85 (16:9)
  • Sprachen: Englisch (DD 5.1); Deutsch, Englisch (DD 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Audiokommentar; Dokumentation (ca. 60 Min.); geschnittene Szenen (ca. 25 Min.); deutscher und amerikanischer Kinotrailer