Der Name der Rose (1986)

Der Name der Rose (1986)

Oder: Vernebelte Sicht auf kratziges Grünzeugs

Der Name der Rose

"Baskerville, William von Baskerville!"

Der Franziskaner - Mönch Bruder William von Baskerville (Sean Connery), der seinen Glaubensbrüdern schon öfters beim Rätsel lösen geholfen hat, wird im November 1327 in ein Kloster in den italienischen Alpen gerufen. In der beschaulichen und eher ruhigen und abgeschiedenen Abtei haben sich mehrere Morde ereignet, die die Mönche in ihrer Grausamkeit an den Wahrhaftigen erinnern.

William lässt sich davon nicht einschüchtern und sucht nach weltlicheren Mördern als dem Teufel. Mit seinem jungen Gehilfen Adson (Christian Slater) dringt er nach und nach in die seltsam abgeschottete Welt der Glaubensgemeinschaft ein und kommt dem wahren Mörder auf die Spur.

Doch bis er des Rätsels Lösung gefunden hat müssen er und Adson noch so einiges über sich ergehen lassen - unter anderem die Ankunft seines Erzfeindes, des Inquisitors Bernardo Gui (F. Murray Abraham) ...


DVD-Rating

Wenns draussen so richtig ungemütlich, kalt und neblig wird, da setzt man sich doch gerne mit einem Buch oder bei einem Film gut eingekuschelt vor den Kamin. Hier hat man da allerdings dann die Qual der Wahl, denn der Film Der Name der Rose wurde nach der Vorlage eines Romans von Umberto Eco gedreht. Auf die Idee für seinen Wälzer kam der Literaturwissenschaftler übrigens durch den sehr simplen Gedanken, dass er Lust gehabt habe, mal einen Mönch umzubringen.

Produzent Bernd Eichinger ( hat u.a. auch Das Boot und Der bewegte Mann produziert ) und Regisseur Jean-Jaques Annaud haben aus der Geschichte einen spannenden mittelalterlichen Krimi gebastelt. Nicht nur, dass sie mit Jean Connery den perfekten William von Baskerville gefunden haben, nein auch die restliche Crew kann sich sehen lassen - allen voran Christian Slater der als herzig tollpatschiger noch-nicht-ganz-Mönch eine richtig gute Leistung abliefert (immerhin war das sein allererster Film!).

Anfangs gab es zwar Probleme bei der Besetzung des William, denn eigentlich wollte man weder einen grossen Hollywood-Star noch einen total unbekannten Darsteller. Selbst Connery stiess auf Ablehnung, denn ihm haftete damals noch das Etikett des James Bond an, der ja nun wirklich nicht viel Ähnlichkeit mit einem Mönch hat. Dennoch konnte der Schotte den Regisseur überzeugen - wie auch Kritiker und Publikum. Somit konnte damals teuerste europäische Produktion in Angriff genommen werden.

Doch da ist noch das Problem des richtigen Klosters. Natürlich entsprach keines den Vorstellungen der Filmleute, woraufhin die Innenaufnahmen in einem österreichischen Kloster gestaltet wurden und für die Aussenaufnahmen ein eigenes Set entworfen wurde.

Und obwohl der Film nun schon so einige Jährchen auf dem Buckel hat - er ist immer noch ungemein spannend und faszinierend. Kult ja eh. Es stimmt einfach alles, von den Schauspielern über die Kulisse bis hin zum Plot. Natürlich erwartet man nicht nur mieses Wetter mit viel Nebel und Kälte sondern auch ein paar richtig fiese Bösewichte. Für alles ist gesorgt und man kann sich beruhigt in eine Decke einwickeln und dem Film folgen.

Die Geschichte ist immer auch aktuell und hier zeigt sich eine perfekte Verflechtung. Eher nebensächlich wird auf die grausame Epoche der Inquisition hingewiesen, in der viele unschuldige Menschen ihr Leben lassen mussten. Die Tatsache, dass Leute für ihren Glauben töten ist leider so alt wie die Menschheit und immer noch aktuell.

Kurz gesagt: Der Name der Rose ist Kult und unbedingt sehenswert, ein Meilenstein in der Filmgeschichte. In der momentanen Welle der "wir müssen den alten Schinken unbedingt noch als DVD auf den Markt hauen"-Veröffentlichungen ist dieser Film sicher ein kleines Juwel, nicht nur weil er als Special Edition mit zwei Discs erhältlich ist.

Die zweite DVD beinhaltet eine Dokumentation zum Making-of (ganze 90 min! Leider nur in Französisch mit Untertiteln), dazu Interviews, eine Filmanalyse und Fotos. Trotz einiger Längen in der Doku ist sie doch eigentlich sehenswert. Wem allerdings der Film reicht, der will sich die Special Edition vielleicht nicht antun. Interessant ist sie allemal.

4.8 Sterne 5.0 Sterne
4.8 Sterne (57 Bewertungen) | 12 Kommentare

5.0 Sterne5 von 0.0-6.0
03.12.2004 / Mandella


DVD-Infos

Special Edition, erschienen am 06.08.2004

  • Bildformat: 1:1.85
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1) / Englisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch / Englisch
  • Extras: Audiokommentar / Dokumentation / Fotogalerie / US-Kinotrailer / Bonus Disc mit 90 Min. Original-Dokumentation von Jean-Jaques Annaud über die Entstehung des Films, das Leben eines Mönchs, die Schauspieler und vieles mehr ergänzt durch eine Filmanalyse mit Fotos und Dokumenten.