The Hitcher (1986)

Hitcher, der Highway Killer

The Hitcher (1986) Hitcher, der Highway Killer

Oder: der Tod fährt mit

The Hitcher

Bereits für die Bestattung präpariert

Jim Halsey (C. Thomas Howell) ist auf dem Weg nach Kalifornien, um dort einen Wagen abzuliefern. Seine Fahrt führt ihn quer durch die Einöde Amerikas, was sie sehr monoton macht und ihn mehr und mehr ermüdet. Als dann noch der Regen einsetzt und Jim beinahe mit einem Lastwagen kollidiert, ist er froh, als er einen Anhalter am Strassenrand sieht. Obwohl es Jim von seiner Mutter anders gelernt hat, lässt er den Unbekannten einsteigen, um sich etwas die Zeit zu vertreiben.

The Hitcher

War da ein Michael Bay zu besuch?

Dies stellt sich jedoch sehr schnell als Fehler heraus, denn der Unbekannte ist niemand anders als der landesweit gesuchte Highwaykiller John Ryder (Rutger Hauer), der sofort sein tödliches Spiel mit dem jungen Jim beginnt. Doch Jim wehrt sich und kann fürs erste den Killer abschütteln. Er wiegt sich jedoch in falscher Sicherheit, denn John Ryder lässt nicht locker und setzt alle Mittel ein, um sich an Jims Fersen zu heften. Was als freundliche Geste von Jims Seite her begann, entwickelt sich zu einer ausgewachsenen Schlacht zwischen den beiden, in der Jim immer mehr unter Druck gerät und nicht nur sich, sondern auch die unbeteiligten Menschen rund um sich herum vor dem Highwaykiller schützen muss. Kann sich Jim gegen den gnadenlosen Mörder durchsetzen oder reiht er sich in die Liste der vielen Opfer des Killers ein?


DVD-Rating

"Steig nicht zu fremden Männern ins Auto!", ein Satz, den verantwortliche Eltern ihren Kindern einhämmern. Dass man auch keine fremden Männer mitnehmen soll, versteht sich von selbst, wird aber nicht von allen beachtet. Darum dreht sich auch The Hitcher, der mit diesem Szenario einen genau so vielseitigen wie bösartigen Thriller abliefert.

The Hitcher beginnt - wie es sein muss - ganz harmlos und stellt zuerst den jungen, gutmütigen Jim Halsey (C. Thomas Howell) vor, der sich unbeschwert mit dem Killer unterhält. Dass diese Fahrt für Jim schnell zum Alptraum wird, ist natürlich vorprogrammiert, denn John Ryder (Rutger Hauer) verstrickt ihn sofort in ein tödliches Spiel. Da beweist Rutger Hauer, dass er den teuflisch grinsenden Killer grossartig spielen kann, und bereits nach kurzer Zeit hat er den Teenager in die Ecke gedrängt. Doch das bleibt keineswegs einseitig: Nach der ersten Konfrontation mit John Ryder entbrennt ein tödliches Duell zwischen ihm und dem ebenfalls sehr gut spielenden C. Thomas Howell, der den immer mehr an die Grenzen stossenden Teenager grossartig porträtiert und sich über die Laufzeit zu einem beinahe ebenbürtigen Gegner des Highway-Killers mausert.

Die Schauspieler geben ihr Bestes und lassen keine Minute den Eindruck erscheinen, dass hier ein Teenieslasher vom Fliessband geboten wird. Dasselbe gilt auch für die Handlung, welche am Anfang noch beinahe harmlos und naiv wirkt, sich dann aber schnell hochschaukelt und sich zu einem äusserst brutalen Thriller vom Feinsten entwickelt. Immer wieder treiben tödliche Storytwists an den richtigen Stellen die Spannung in die Höhe und lassen nie Langeweile aufkommen. Sehr gut wird in der ersten Hälfte die Ohnmacht des Teenagers gegenüber der geballten Boshaftigkeit des Highwaykillers dargestellt und wie der Junge dabei immer in eine auswegslosere Situation gerät. Dass Jim - nachdem er durch die Hölle gegangen ist - wieder zurückschlägt, ist jedoch klar und führt dann auch zu einem letzten, spannungsgeladenen Duell. Jede Szene ist dabei sorgfältig inszeniert und mit grossartiger Kameraarbeit eingefangen.

Fazit: The Hitcher mag schon viele Jahre auf dem Buckel haben, was man der Bildqualität des Filmes auch ansieht. Ansonsten ist er so gut wie zeitlos und hat selbst nach über zwanzig Jahren nichts an seiner Wirkung verloren. Hier wird ein dichter Thriller geboten, der geschickt mit den Schauspielern arbeitet und das gnadenlose Duell zwischen dem Highwaykiller und dem völlig überforderten Teenager sehr gut erzählt. Spannungsgeladen, unberechenbar und brutal sind die Adjektive, welche auf The Hitcher zutreffen und ihn zu einem Klassiker machen, der noch heute sehr zu empfehlen ist - auch wenn heute das Remake in den Läden steht.

Die DVD bietet den Film - vor allem in den düsteren Szenen - in einer recht körnigen Qualität, ansonsten gibt es wenig zu bemängeln. Schliesslich ist der Film über zwanzig Jahre alt, da ist man tolerant. Das Bonusmaterial lässt keine Wünsche offen und liefert mit einer ausführlichen Dokumentation über die Entstehung, extra neu aufgenommenen Audiokommentaren und zusätzlichen Kurzfilmen viel Material für den geneigten Fan.


OutNow.CH:

Bewertung: 5.05

 

18.04.2008 / db

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