Re-Animator (1985)
Der Re-Animator
Re-Animator (1985) Der Re-Animator
Oder: Das ist doch meine Katze, die war doch tot?! Ja, sie WAR...
Es gibt Menschen, die sehr früh eine Vision haben und dieser ohne Rücksicht auf Verluste folgen. Der geniale, junge Mediziner Herbert West (Jeffrey Combs) gehört in diese Kategorie. Er hat ein Serum entwickelt, welches mit den Zellen des Körpers reagiert und totes Gewebe wieder zum Leben erwecken kann. Nachdem West für lange Zeit an der Zürcher Universität für Medizin gelehrt hat, zwingt ihn ein unglücklicher Zwischenfall in die USA zu fliehen. Dort setzt er seine Forschung an einer anderen Universität fort und nistet sich bei einem Medizinstudenten namens Dan (Bruce Abbott) ein.
Kurz nach dem Umzug funktioniert West Dans Keller in ein provisorisches Labor um und benützt dieses fortan für seine Experimente. Doch West ist von den Resultaten nicht überzeugt. Er braucht 'frischeres' Material. Deshalb beschliesst West, Dan in seine Experimente miteinzubeziehen, da dieser Zugang zur Leichenhalle hat. Nach etwas Überzeugungsarbeit willigt Dan schliesslich ein und begibt sich mit West in die Leichenhalle, um dort nach frischeren Objekten zu suchen. Gesagt, getan, gefunden. Doch der erste Test an einem der toten Körper hat katastrophale Folgen.
Plötzlich haben Dan und West nicht nur eine lebende Leiche am Hals, sondern auch den neidischen Dr. Hill (David Gale), dem jedes Mittel recht ist, um an das Serum zu kommen. Was als einfacher Meinungsunterschied zwischen den beiden Wissenschaftlern beginnt, wird plötzlich zu einem ausgewachsenen Krieg, der weder vor Lebenden noch vor Toten Halt macht.
DVD-Rating
Die Werke von Horrorautor H.P. Lovecraft gelten allgemein als schwer verfilmbar. Re-Animator ist eine der wenigen Adaptionen, welche die Essenz des Buches - trotz der Comedyelemente - einfangen konnte. Re-Animator basiert auf der H.P. Lovecraft-Serie "Herbert West: Reanimator", einer Frankenstein-Parodie, die er in mehreren Teilen für die Presse geschrieben hat. Die Filmadaption ist auch klar kein Film, der primär darauf aus ist den Zuschauer zu schockieren, sondern eher eine Parodie auf alle Horrorfilme. Seit der Veröffentlichung von Re-Animator im Jahre 1985 geniesst er Kultstatus und wurde um zwei Sequels (Bride of Re-Animator und Beyond Re-Animator) erweitert.
Der Film selber beginnt sehr blutig, als in der Zürcher Universität für Medizin sich eines von Wests Testobjekten infolge zu hoher Dosis des besagten Serums den eigenen Kopf zerdrückt. Ab da geht es jedoch auf Sparflamme weiter, und die Handlung konzentriert sich erstmals darauf die Charaktere vorzustellen. Dies fällt eher dialoglastig aus und holt recht weit aus, um alle Beziehungen und Tätigkeiten der Figuren vorzustellen. Langweilig wird es deswegen nicht, denn immer wieder blitzt der teilweise sehr brutale schwarze Humor auf. Besonders wenn die ersten Experimente losgehen ist ein teuflisches Grinsen garantiert.
Im letzten Drittel nimmt wiederum der Splatteranteil stark zu. Ganz im Stil von From Dusk Till Dawn werden Köpfe abgerissen, Ärme abgehackt und Leute mit Gedärmen erstickt. Eine muntere, tiefschwarze Kömödie - vielleicht oder ganz bestimmt nicht für die ganz Familie - aber für alle, die keine Berührungsängste mit Blut haben und gerne ab und zu laut herauslachen. Oft wird bemängelt, dass in Horrorfilmen die Darsteller eher dem Bodensatz entsprechen und meistens auf TV-Soap-Niveau agieren. Anders hier: Der Cast setzt sich hauptsächlich aus sehr guten Schauspielern zusammen, die alle ausgezeichnet in ihre Rollen passen. Angeführt von Jeffrey Combs als Re-Animator und David Gale als bösartiger Gegenspieler. Der Film erreicht somit eine Qualität, die in dem Genre nur selten zu finden ist.
Fazit: Re-Animator ist Kult und hat seinen Platz in der Welt des Horrors verdient. Schwarzer Humor wird kombiniert mit übertriebenen Splattersequenzen und köstlichen Dialogen. Obwohl er anfänglich eher gemächlich an die Sache geht, steigert er sich immer mehr und liefert eine sehr gelungene Parodie auf die Horrorfilme, die weder sich noch das Thema ernst nehmen. Für alle sehr zu empfehlen, die gerne schwarze Komödien und keine Berührungsängste mit Blut haben.
Die DVD bietet den Film in zwei Versionen. Eine restaurierte englische Fassung im Unrated Director's Cut und eine zwanzig Minuten längere deutsche Version in erbärmlicher Qualität. Die deutsche Version ist zwar achzehn Minuten länger, doch darin werden keine zusätzlichen Splatterszenen geboten, sondern nur alle Szenen, die auch unter Deleted Scenes zu finden sind. Besser wird der Film dadurch nicht, nur länger und träger. Ausserdem ist der Film wegen der Augenkrebsqualität und des grottigen Tons kaum zu geniessen.
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4.6 Sterne (7 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
Director's Cut, erschienen am 23.10.2002
- Bildformat: Standard 1.33:1 (4:3) Anamorph
- Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 2.0, English: Dolby Digital 2.0
- Untertitel: -
- Extras: Audiokommentar mit Regisseur Suart Gordon, Audiokommentar mit Produzent Brian Yuzna, 20 Minuten der zusätzlichen R-Rated Szenen, Deleted Scene: nie zuvor gezeigte "Traumsequenz", Trailer und TV-Spots



