Mad Max Beyond Thunderdome (1985)

Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel

Mad Max Beyond Thunderdome (1985) Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel

Oder: Dying time's here!

Mad Max Beyond Thunderdome

Die Lotterie der Zukunft!

Max Rockatansky (Mel Gibson) hat wieder einmal alles verloren. Bei einem Überfall wurden ihm das Auto und die Tiere gestohlen: Er besitzt nur noch was er am Körper trägt. Verbittert folgt er den Spuren der Autoreifen, welche ihn quer durch die Wüste nach Bartertown führen. Bartertown ist eine der wenigen Siedlungen, wo es Elektrizität gibt und die sehr strickte Gesetzgebung primär auf den Handel ausgelegt ist. Da Max alles verloren hat, hat er nichts als seine Dienste anzubieten. Nach einem sehr überzeugenden Argument und bestandener Aufnahmeprüfung erhält Max von Aunty (Tina Turner) - der Bürgermeisterin von Bartertown - den Auftrag, einen Mann zu töten.

Mad Max Beyond Thunderdome

Maybe today is a good day to die!

Max beginnt mit seinen Beobachtungen. Nach einer kurzen Konfrontation mit dem Zielobjekt nimmt Max den Deal an und zettelt kurz darauf eine Schlägerei mit Masterblaster an. Masterblaster sind eigentlich zwei Personen. Master ist ein kleinwüchsiger Ingenieur, der die ganze Stromversorgung von Bartertown aufgebaut hat und über die Zeit immer machthungriger wurde. Blaster ist hingegen ein zwei Meter hoher Koloss, der über gewaltige Kräfte verfügt und mit Master eine schon beinahe symbiotische Lebensweise aufgebaut hat. Der darauf folgende Kampf im Thunderdome ist ein brutales Spektakel, welches Max alles abverlangt und auch ein sehr überraschendes Ende nimmt. Doch das ist erst der Anfang eines Abenteuers, welches Max aufs Neue an seine Grenzen treibt und wiederum seine Opfer fordert.


DVD-Rating

Mad Max 2 hat sehr eindrücklich gezeigt, wie man eine ausgezeichnete Fortsetzung abliefern kann, der seinen Vorgänger auf allen Ebenen übertrumpfte. Wer jedoch die gleichen Erwartungen an den dritten Teil der Mad Max-Saga hat, wird komplett enttäuscht, denn er ist meilenweit von der Intensität des Vorgängers entfernt.

Während in Mad Max 2 die Welt in der Übergangsphase war und um die letzten Ölreserven gekämpft wurde, geht es in Mad Max 3 mehr darum, in den Ruinen wieder eine Zivilisation aufzubauen. Dies geschieht unter anderem in Bartertown, wo eine Frau eine Stadt aufgebaut hat, welche mehr oder weniger funktioniert. Wiederum bemerkt man hier das grössere Budget, denn aufs Neue haben sie sich sehr bemüht, eine glaubwürdige Welt zu kreieren: Mit den Kleider, den Autos und natürlich der Stadt selber kann eine sehr ausgezeichnete Endzeitatmosphäre aufgebaut werden. In dem Punkt ist er klar mit dem Vorgänger gleichzusetzen.

Während der Vorgänger noch mit Spannung, sehr gut choreographierter Action und einem gelungenen Kampf gegen die Nomaden überzeugte, erinnert Mad Max 3 eher an Filme wie The Postman oder Waterworld, die sehr träge dahindümpeln und beim besten Willen nicht packen wollen. Es wirkt auch inzwischen arg verbraucht, dass Max in den Filmen erst alles verlieren muss, damit die Handlung überhaupt losgeht. Was zuvor noch gut funktioniert hatte, ist nur noch Mittel zum Zweck, um Max sprichwörtlich durch die Scheisse zu jagen. Dazu kommt noch, dass der Zuschauer wegen der völlig unglaubwürdige Art, wie Max seinen Besitz verliert, im Gegensatz zu den Vorgängern überhaupt kein Mitleid mit dem Wüstenwanderer mehr hat. Als einer der Höhepunkte kann jedoch sicher der Kampf im Thunderdome bezeichnet werden, als Max sich wacker in einem gladiatorenmässigen Kampf mit Blaster duelliert.

Was darauf folgt ist ein grauenhaft langweiliger Mittelteil, in dem Max zum Kindergärtner erniedrigt wird und sich mit einer Gemeinschaft aus Kindern herumschlagen muss, welche ihn vor dem Verdursten gerettet hat. Plötzlich gleicht der ursprünglich wortkarge Einzelkämpfer sehr dem sprücheklopfenden Martin Riggs von Lethal Weapon, der nichts mehr mit der ursprünglichen Figur zu tun hat. Schliesslich führt dies nach vielen, langweiligen Minuten zu einem unmotivierten und bemühenden Finale, welches die Verfolgungsjagd vom zweiten Teil übertrumpfen will, jedoch weder die Intensität, noch die Brutalität oder die Spannung hinkriegt. Der Déjà Vue-Effekt ist zu gross, nur dass es diesmal kein Tanklaster ist, sondern ein Zug.

Fazit: Mad Max 3 ist wiederum mit einem grösseren Budget ausgestattet, was eine noch pompösere Inszenierung erlaubt. Das Resultat ist ein klar auf ein Mainstream Publikum ausgerichteter Endzeitstreifen, der zwar in Sachen Handlungsorte und mit dem Thunderdome überzeugen kann, aber sonst an allen Ecken und Enden kränkelt. Der wortkarge Antiheld wird zu einem Family-Hero demontiert, der mehr als Kindergärtner eingesetzt werden kann, als im Kampf gegen den Gegner. Spannungsarm, unmotiviert und mit einem scheusslichen Soundtrack unterlegt trottet Mad Max 3 dahin und obwohl es in den letzten fünfzehn Minuten noch richtig kracht, ist der dritte Teil klar der Schwächste der Trilogie. Schade.

Die DVD bietet den Film in einer schlichtweg als grottig zu bezeichnenden Qualität. Das Bild ist völlig kontrastlos und unscharf. An manchen Stellen, welche sowieso schon dunkel sind, kann man kaum etwas erkennen. Das Bonusmaterial gibt textlich Einblicke in die Produktion. Diese sind zwar informativ, eine Dokumentation wäre jedoch einiges interessanter gewesen.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.03

 

04.03.2008 / db

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