Day of the Dead (1985)
Zombie 2 - Das letzte Kapitel
Day of the Dead (1985) Zombie 2 - Das letzte Kapitel
Oder: Im Keller an Leichen basteln
Es hätte ursprünglich eine kurze Mission sein sollen. Einige Wissenschaftler vergruben sich, geschützt durch eine Soldatentruppe, in einem Bunker aus dem zweiten Weltkrieg und begannen dort nach einem Mittel gegen die Zombies zu forschen. Seither sind viele Monate vergangen, das Funkgerät schweigt schon lange, die Soldaten wurden dezimiert und eine Lösung scheint noch lange nicht in Sicht. Das schlägt natürlich langsam auf die Moral, denn je länger sie isoliert im Bunker sitzen und nichts von der Aussenwelt hören, umso mehr wächst die Angst, dass sie bereits die letzten Menschen auf Erden sind. Befürchtungen, die verstärkt werden, als sie in kleinen Einsatzteams nahe gelegene Städte besuchen und nur verlassene Ruinen vorfinden.
Als Sarah (Lori Cardille) nach einer erneut erfolglosen Suche nach Überlebenden in die Basis zurückkehrt, liegen die Nerven blank. Die Soldaten, welche für den Schutz der Wissenschaftler verantwortlich sind, haben soeben ihren Kommandanten verloren, und dessen Nachfolger will von den Wissenschaftlern endlich Resultate sehen, welche die bisherigen Verluste an Soldaten rechtfertigen. Allerdings fallen diese Resultate sehr mager aus, und die Situation eskaliert zu einem lebensgefährlichen Machtspiel zwischen den beteiligten Parteien. Schliesslich sehen sich die Wissenschaftler gezwungen, die Experimente zu beschleunigen. Mit tödlichen Folgen, denn die Situation gerät ausser Kontrolle. Während die Versuchskaninchen ausbrechen, werden an anderen Stellen die Verteidigungspunkte der Basis von Zombies überrannt...
DVD-Rating
Day of the Dead ist George A. Romeros dritter Teil seiner Zombie-Saga und ist wiederum ein eigenständiger Film, der ausser den Zombies nichts mit dem Vorgänger zu tun hat. Wie den Dokumentationen zu entnehmen ist, sollte es eigentlich der letzte Film der Serie werden, in dem die Zombieplage ein für allemal gestoppt werden sollte. Doch da Romero den Film ungeschnitten in die Kinos bringen wollte, wurde ihm das Budget aber halbiert, und er musste mit $3.5 Millionen auskommen. Somit war er natürlich gezwungen seine ursprünglich epische Story sehr zusammen zu streichen, und aus Day of the Dead wurde nicht das grande Finale der Saga, sondern nur ein weiteres Kapitel.
Schon in den Anfangsminuten etabliert Day of the Dead mit leergefegte Städten und fluchtartig verlassenen Autos ein grossartiges Endzeitfeeling, welches auch aufzeigt, dass Romero nach Dawn of the Dead bereits mit einer wesentlich grösseren Kelle arbeiten konnte. Dies bestätigt sich auch später bei den Splattereffekten, denn diese sehen nicht nur grossartig aus, sie können mit der sterilen, unterirdischen Basis und einigen überblutigen Szenen auch eine sehr düstere Stimmung entwickeln, die verdeutlicht, welche Gefahr von den Zombies ausgeht. Allerdings bleibt dabei der Funfaktor auf der Strecke, und auch wenn Day of the Dead während den Zombie-Experimenten regelmässig an den Film The Re-Animator erinnert, kommt er nie an dessen schwarzen Humor heran.
Rein von der Handlung her, hat Day of the Dead ein grosses Manko. Da der Film primär in der unterirdischen Basis spielt, fallen gross angelegte Actionsequenzen schon einmal weg. Deshalb ist die Erzählgeschwindigkeit des Filmes auch sehr langsam und konzentriert sich auf die beteiligten Figuren. Wie bei allen Zombiefilmen hat Romero auch hier seine Sozialkritik einfliessen lassen und spiegelt mit den drei verschiedenen Fraktionen Militär, Wissenschaftler und Zivilisten die Gesellschaft in Miniformat wieder. Die beteiligten Charaktere fallen jedoch, im Gegensatz zu den Vorgängern, nicht nur sehr oberflächlich aus, man kann sich auch kaum mit ihnen anfreunden. Nur Lori Cardille bietet als Schmalspur Ripley einen ordentlichen Anker, für den man sich auch interessiert, die anderen werden kaum vermisst.
Fazit: Day of the Dead trägt klar die Handschrift des Schöpfers der modernen Zombies, denn der ganze Film wirkt sehr durchdacht, und selten waren die Zombies so gut ausgearbeitet. Deshalb ist Day of the Dead auch primär ein Anatomielehrbuch zum Thema Zombies, denn viel mehr als das und einige überblutige Splattereffekte bleiben vom Film leider nicht hängen. Dennoch kann er mit einem stetig wachsenden Spannungsbogen bei der Stange halten und auch einige grossartige Momente bieten, welche den Film auf die gleiche Qualitätsstufe stellen wie schon seine Vorgänger. Allerdings kommt er nicht an Land of the Dead heran, der das Konzept bisher am eindrücklichsten auf die Leinwand gebracht hat.
Day of the Dead auf DVD ist allerdings eine Knacknuss. Auch wenn er auf unseren Breitengraden in den Läden steht, handelt es sich sehr oft um die zensierte Fassung, bei der massiv bei den Splattersequenzen geschnitten wurde und das teilweise so schlecht, dass vom Film nur noch der Torso übrig bleibt, der kaum noch einen Sinn ergibt. Deshalb darauf achten, dass der Film 102 Minuten lang ist, alles andere ist geschnitten. Die Testdvd war eine digital Restaurierte uncut Fassung welche erstklassige Bild und Tonqualität bietet. Das Bonusmaterial setzt sich aus einer Dokumentation über den Regisseur zusammen und auf der Bonus DVD einer umfassenden Auswahl aus Interviews und Dokumentationen in Textform, sowie einige Videos über die Effekte und auch Making Ofs. Alles was das Herz des Fans begehrt.
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4.0 Sterne (18 Bewertungen) | 2 Kommentare
DVD-Infos
- Bildformat: Widescreen
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Englisch (DD 2.0)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Stills, Dokumentation über George A. Romero



