Brazil (1985)

Brazil (1985)

Oder: Die Fliege des Übels

Brazil

Schönheit muss leiden

In einer fernen Zukunft, genau um 20.49 Uhr, geschieht im mächtigen Ministerium der Information ein verhängnisvoller Fehler. Dort, wo eigentlich alles korrekt und richtig funktioniert, wird eine Stubenfliege erschlagen und macht aus dem Familienvater Buttle einen Terroristen. Anstatt "Tuttle" (Robert de Niro) wird nun der unschuldige Mann verhaftet. Auslöffeln darf's der Angestellte Sam Lowry (Jonathan Pryce), der damit beauftragt wird, dieses Missgeschick zu korrigieren.

Brazil

Ja Hallo?

Sam wird von seiner Mutter (Katherine Helmond) immer wieder vor eine Beförderung gestellt, die er allerdings erst mit Zögern annimmt. Denn Sam träumt sich gerne weg von der düsteren Realität in eine fantastische Welt, in der er als fliegender Ritter auf eine Dame trifft, die er erobern kann. Als er feststellt, dass die Nachbarin von Buttle genau diese Frau, Jill (Kim Greist), ist, will er die Dame vor den Schergen des Ministeriums retten. Es beginnt eine Verfolgungsjagd in mitten abgefahrener Zukunftsaussichten und einfacher Zuneigung. Oder sind die Träume von Sam inzwischen Wirklichkeit geworden?


DVD-Rating

Dass Terry Gilliam ein bisschen durchgeknallt ist und seine Filme abgefahrener Machart sind, wissen wir schon länger. Und deswegen bleiben Werke wie Twelve Monkeys oder Fear and Loathing in Las Vegas auch in Erinnerung. Genau so geht's mit Brazil, der 1985 veröffentlicht wurde und sogar zwei Nominierungen zum Oscar abbuchen durfte.

Die Geschichte von Brazil ist, wie wir es von Gilliam gewohnt sind, recht strub, teilweise unübersichtlich, aber immer interessant und aussergewöhnlich. Durch gewaltige Bilder werden wir in den Bann der Handlung gezogen und fragen uns immer wieder, woher genau der Regisseur die Ideen für die Bauten, Kostüme, Entwicklungen der Geschichte oder die Ausstattungen genommen hat. Zwar sind viele Bilder recht dunkel, aber der abstrusen Story kann man ohne weiteres folgen. Bis dann am Schluss wieder alle schön zurechtgemachten Eindrücke und Erklärungen über den Haufen geworfen werden...

Als Hauptfigur macht Jonathan Pryce (Tomorrow never dies) einen (logischerweise) gestressten Eindruck, meister aber seine Aufgabe überzeugend. An seiner Seite tauchen bekannte Stars wie Robert De Niro, Ian Holm (From Hell), Bob Hoskins (Who framed Roger Rabbit) oder auch "Monty Pyton"-Star Michael Palin auf und verleihem dem Ganzen die nötige Mischung zwischen Anarchie und Bürokratie, mit einem Schuss Romantik und einigem an Fantasie. Das passt durchgehend und hat auch heute noch kaum was von seinem Unterhaltungswert verloren.

Fazit: Brazil mag inzwischen ein bisschen Staub angesetzt haben, eignet sich aber hervorragend für Freunde des etwas zerstreuten Films und diejenigen, die beim Namen Terry Gilliam vor Freude lächeln. Denn der Meister liefert auch hier genau das, was man sich von ihm erhofft. So macht man Kultfilme, die ein Leben lang halten. Darum gilt hier umso mehr: Nicht drüber reden/schreiben, sondern angucken!

Eine dreissigminütige und hervorragend gemachte Dokumentation von Rob Hedden ist das einzige Bonusmaterial auf der DVD, neben dem Trailer zum Film. Sehr informative und interessante Sache, die es sich anzuschauen lohnt. Technisch hinkt Brazil den heutigen Verhältnissen schon ein bisschen hinterher. Vor allem das Bild macht einen verschmierten und unsauberen Eindruck und hätte eine Überarbeitung nötig. Mit dem unspektakulären Ton kann man sich hingegen abfinden.

4.9 Sterne 3.0 Sterne
4.9 Sterne (41 Bewertungen) | 7 Kommentare

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04.04.2010 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 07.05.2003

  • Bildformat: 1.85:1 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch (DD 2.0); Englisch (DD 2.0); Spanisch (DD 2.0)
  • Untertitel: Englisch, Spanisch; Deutsch für Hörgeschädigte
  • Extras: "What is Brazil"-Dokumentation; Trailer

Brazil (1985)
Bewertung: 4.9 (41 Bewertungen)
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