Nineteen Eighty-Four (1984)

1984

Nineteen Eighty-Four (1984) 1984

Oder: Puh, gut ist schon 2004!

Die outnow-crew beim Kinobesuch?

Die outnow-crew beim Kinobesuch?

Die Welt von 1984 ist aufgeteilt zwischen drei Supermächten, die sich unablässig bekriegen und ihre Bürger einer totalen Überwachung unterwerfen. Winston Smith (John Hurt) versucht sich der allgegenwärtigen Kontrolle durch die Partei und deren Führer, den Grossen Bruder, zu entziehen. Doch der zaghafte Versuch, mit Hilfe eines Tagebuchs seine Individualität zu entdecken und sich und seiner Freundin Julia (Suzanna Hamilton) ein Stückchen Privatleben zu erobern, schlägt grausam fehl. O'Brien (Richard Burton), ein zynisch-perfider Offizier der Gedankenpolizei unterzieht Winston einer Gehirnwäsche, die sich seiner schlimmsten Ängste bedient. Wird Winston am Ende wieder ein gefügiger, gläubiger Anhänger des Grossen Bruders sein?


DVD-Rating

George Orwells Novelle 1984 gehört zu den düstersten Zukunftsvisionen einer totalitären, gewaltsamen und kontrollgeilen Gesellschaft, Orwell selber sah in seinen Schriften eine Gefahr des aufkommenden Sozialismus und extrahierte seine Thesen in eine bittere Zukunft voller Krieg und Willkür. "Big Brother is watching you". Die filmische Umsetzung dieser komplexen Thematik hat vor allem eines zu bieten: exzellente Darsteller. Neben dem ausgezeichneten John Hurt, ja, dem aus Alien, ist in einer Nebenrolle Richard Burtons letzter Filmauftritt zu begutachten. Notabene hat dieser sich die Rolle des hinterhältigen Parteischergen ausgesucht, in der er mit subtilem, fast unnahbarem Spiel aber kaum glänzen kann.

Michael Radfords ironischerweise 1984 entstandenem Film fehlt es an der nötigen Durchschlagskraft. Trotz Sorgfalt im Umgang mit der literarischen Vorlage erreicht 1984 nicht die Überzeugungskraft und Horrorvision, die Orwell mit seiner poetischen Sprache eingearbeitet hat. Die zerbombten Häuser, das Grau in grau, die schlurfenden Statisten, die zum grossen Teil aus dem 2. Weltkrieg stammenden Dokumentaraufnahmen, die dem gehorsamen Volk immer wieder gezeigt werden (Nachrichten), all das, bzw. die bescheidenen ausstatterischen Mittel, lassen den Film doch eher wie eine "graue Maus" denn als erschreckende Beschreibung erscheinen. Heute, wo in jeder Wohnung mindestens ein, wenn nicht gar mehrere Fernseher rum stehen, scheint die konstante, manipulative Berieselung, wie sie in Orwells Welt vollzogen wird, längst zum Alltag geworden (man betrachte sich die Nachrichtensendungen der Privaten oder die CNN-Berichterstattungen). Das alleine kann dann aber auch schon wieder zu denken geben.

Durch die DVD-Veröffentlichung tritt - wohl doch eher kurzfristig - ein Film in Erinnerung, den man seit seinem Erscheinen von vor fast 20 Jahren eigentlich fast wieder vergessen hat. Die Nachhaltigkeit, die aus einem solchen Stoff hätte gezogen werden können, fehlt Radfords 1984 einfach. Hinzu kommt das recht schleppende Tempo, und die Annäherung an die Story bei vollkommener Unkenntnis der Thematik, dürfte wohl auch nicht gerade ohne sein. Ausserdem fehlt es dem Film an einer frischen Originalität, die ihm durch vollumfängliche Überbenutzung des Orwellschen Themas in so vielen anderen Filmen seit Erscheinen der Novelle, längst abgenommen wurde.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.03

 

28.12.2004 / pb

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Bewertung: 4.0 (18 Bewertungen)

 

 

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Nineteen Eighty-Four (1984)
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