Krull (1983)
Krull (1983)
Oder: Auf der Suche nach dem Bumerang
In einer anderen Zeit, auf dem Planeten Krull, soll eine Union geschlossen werden. Prinz Colwyn (Ken Marshall) und die Tochter des feindlichen Königs, Prinzessin Lyssa (Lysette Anthony), werden heiraten und somit die beiden Völker aus dem Krieg in den Frieden und in eine Allianz führen. Eine Gemeinschaft gegen die Macht eines unbeschreiblichen Ungeheuers, dessen Soldaten, die "Slayers", Welt um Welt einnehmen und ihr schwarzes Schloss immer mächtiger werden lassen.
Die Hochzeit steht an, wird jedoch jäh unterbrochen, als diese fliegende schwarze Festung auftaucht, die "Slayers" angreifen und die Prinzessin entführen. Sie soll nämlich nicht den schönen Prinzen, sondern das gruselige Ungeheuer heiraten. Und das kann Prinz Colwyn nicht zulassen. Er macht sich, zusammen mit seinem väterlichen Freund Ynir (Bernard Archard), auf, diese schwarze Übermacht zu stoppen.
Doch diese Reise ist beschwerlich. Erstmal muss ein magisches Fünfklingenschwert geborgen werden, dann treffen sie auf einen Zauberer (der sich immer selber verzaubert) und auf eine Bande von Räubern (unter ihnen Liam Neeson und Robbie Coltrane), mit denen sie das Abenteuer bestehen wollen. Mit der Hilfe eines alten Sehers will die Gruppe den Standort der schwarzen Festung ausmachen. Doch die ändert jeden Tag ihren Platz und das Ungeheuer hat längst begonnen, die Gruppe zu dezimieren.
Wird Prinz Colwyn seine Liebste retten können? Wird die Witwe des Netzes (inklusive gigantischer Spinne) helfen können? Was hat es mit dem Zyklopen auf sich, dessen Lebensgeschichte eng mit den "Slayers" verbunden ist? Und wann lernt Zauberer Ergo endlich, auch mal andere in Tiere zu verwandeln und nicht nur immer sich selber?
DVD-Rating
Star Wars meets Lord of the Rings. Dazu viel Fantasie, Märchengestalten und ein bisschen Legend. Das ist Krull. Ein Fantasyfilm, dessen Specialeffekte heute mehr amüsieren denn erstaunen und der zeigt, wie man in den 80er-Jahren Filmmärchen erzählt hat.
Damals ging der Film an den Kinokassen ein wenig unter, konnte sich aber über die Jahre eine feste Fanbasis schaffen und hat heute schon ein bisschen Kultstatus. Das Fünfklingenschwert (das so aussieht wie das "Chakram" aus Xena) ist geheimnisvoll und kommt erst im Finale zum grossen Einsatz. Die Wanderung unserer bunten Truppe durch die gefährlichen Sümpfe, das Auftauchen der schwarzen Sturmtruppen (okay, hier sinds die "Slayers") und natürlich die fantastischen Figuren wie Zauberer, Seher oder gar Zyklopen machen aus Krull einen Fantasyfilm, wie er im Buch steht.
Dass natürlich die damalige Tricktechnik noch wenig fortgeschritten war, sieht man den jeweiligen Szenen aus kilometerweiter Entfernung an. Aber genau diese "Stop-Motion-Technik", die gemischt mit fast urzeitlichen Computereffekten halt einfach cool ist, verleiht dem Film Charme, Witz und natürlich auch die Prise Magie, welche jeder Fantasyfilm eigentlich braucht.
Von den Darstellern steht natürlich Ken Marshall im Mittelpunkt. Er war lange Zeit nur in TV-Produktionen zu sehen, hat aber in den letzten Jahren nichts Filmtechnisches mehr zusammen gebracht. Auffälliger sind da eher Liam Neeson (Batman begins, Star Wars - Episode 1) und ein junger Robbie Coltrane (Harry Potter and the Goblet of Fire, From Hell), denen man hier in ihren Anfängen über die Schulter gucken kann.
Fazit: Krull bietet Fantasy pur. Einen strahlenden Held in Strumpfhosen, ein nur verschwommen dargestelltes böses Monster, einen mächtigen (und tragischen) Zyklopen, Zauberer, riesige Spinnen, tragische Momente und viel Magie. Alles Zutaten für einen tollen Film, und genau das ist es, was Krull schlussendlich geworden ist. Ein Film für diejenigen, die sich nicht vor den filmischen 80-ern fürchten und auch mal über lausige Special-Effects hinwegsehen.
Ein etwa halbstündiges Featurette zu den Dreharbeiten von damals, ist das Highlight der DVD-Extras. Interessante Bilder und lustige Kommentare wechseln sich ab, wenn der Zuschauer einen Blick bekommt, wie es denn anno dazumal am Drehort so zu und her gegangen ist. Trailers, schöne Bildergalerien und einigermassen gelungene Audiokommentare sind ebenfalls abrufbar. Ein bisschen Abzug gibts ausserdem für die Bildqualität, die teilweise "so 80s" ist. Klare und superscharfe Bilder sucht man vergebens. Auch beim Ton (vor allem wenn die "Slayers" mit ihren Laserkanonen kommen) hätte sich eine Überarbeitung gelohnt. Dass einzelne Figuren nachträgliche, stimmliche Korrekturen erhalten haben, war schon bekannt, als der Film damals in die Kinos kam.
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3.8 Sterne (11 Bewertungen) | 2 Kommentare
DVD-Infos
Collector's Edition, erschienen am 01.03.2001
- Bildformat: 2.35:1 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Französisch (Surround)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Arabisch, Portugiesisch, Griechisch, Isländisch, Französisch, uvm.
- Extras: Trailer, Dokumentation, Filmographien, Fotogalerien, Kommentare




