Koyaanisqatsi: Life Out of Balance (1983)

Koyaanisqatsi - Prophezeiung

Koyaanisqatsi: Life Out of Balance (1983) Koyaanisqatsi - Prophezeiung

Oder: Die Ökoendlosschlaufe

Koyaanisqatsi: Life Out of Balance

Nacht auf dem Planeten Erde

Die Erde ist eine schöne Welt. Die Sonne scheint auf mächtige Berge und tiefe Täler. Beindruckende Flüsse fressen sich über Jahrtausende ins Gestein. Im romantischen Mondlicht sind Landschaften noch imposanter. Technologie ist etwas Wunderbares. Schöne Glaspaläste ragen in den Himmel. Maschinen bringen den Menschen zum Fliegen. Doch zuviel des einen zerstört das andere. Bomben fallen. Abgase stinken. Esswaren werden maschinell angefertigt. Die einst schöne Welt kommt durch zuviel Technologie aus dem Gleichgewicht.


DVD-Rating

Koyaanisqatsi ist ein Wort, das die Hopi, ein indigenes Volk aus Arizona, für das aus der Balance geratene Leben verwenden. Godfrey Reggio betitelt seinen dialoglosen Experimentalfilm bewusst so. Sieben lange Jahre haben er und sein Kameramann Ron Fricke an allen Ecken dieses Planeten gefilmt und den Clash von urbanem, technologisierten Leben mit der Umwelt eingefangen. Koyaanisqatsi hat keinen herkömmlichen Plot, doch trotzdem ist eine Botschaft zu erkennen. Die Bilder in Zeitlupe oder schnellem Vorlauf sind nicht zufällig geschnitten und ergeben manchmal mehr, manchmal weniger explizit Sinn. Fast hypnotisch wird man vom Film gefangen. Die eigenen Gedanken werden nur von der stimmigen Musik von Philip Glass begleitet.

Reggio lebte vierzehn Jahre als Mönch bevor er mit Koyaanisqatsi den ersten Teil der Qatsi-Trilogie in Angriff nahm. Powaqqatsi und Naqoyqatsi sollten folgen. Die Imax-Filme müssen als Vergleich herhalten. Die sind aber in der Regel kürzer und erheben den Mahnfinger weniger oft. In der Tat zeigt Koyaanisqatsi sehr viele Bombenabwürfe, verlotterte Wohngegenden und die maschinelle Esswarenproduktion. Meine persönliche Lieblingszene ist der startende Jumbo-Jet, aber es gäbe noch weitere mehr. Lieblingsszenen bietet der Film wohl genausoviele wie Schlüsse, die man für sich selber ziehen kann während und nach dem Film. Wem dieses Genre gefällt, dem sei an dieser Stelle auch noch Bakara empfohlen, den der Kameramann von Koyaanisqatsi später auf eigene Faust drehte.

Leider war die Filmkopie, von der man den Transfer für die DVD machte, nicht so super zwäg. Viele Flecken und kleine Schäden stören das Bild. Eine Restauration hätte Wunder wirken können und den Film auch vom technischen Standpunkt und nicht nur durch die Bilder selber eindrücklich machen können. The Essence of Life, eine Dokumentation mit neuen Interviews von Reggio und Glass entschädigt zusammen mit den Trailern für die weiteren Filme der Trilogie wenigstens ein bisschen. Die vielen Untertitel sind kein Scherz. Bei Schildern und ähnlichem im Film machen sie auch auch bei dialoglosen Filmen durchaus Sinn.


OutNow.CH:

Bewertung: 5.05

 

30.04.2005 / rm

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Bewertung: 4.9 (11 Bewertungen)

 

 

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