Tron (1982)
Tron (1982)
Oder: Die Mutter des Computerfilms
Das "Master Control Programm" (kurz "MCP" genannt) hat alles im Griff. Der Mensch an sich wird je länger je mehr zur Lästigkeit und das Programm, quasi der Vorgänger von Skynet, strebt nach der Weltherrschaft. Ja, wenn das Computerprogramm intelligent wird, dann hat der Mensch so seine Probleme damit.
Zur gleichen Zeit hackt sich der ehemalige Angestellte der Firma, Flynn (Jeff Bridges) einmal mehr ins System, nur um vom MCP identifiziert zu werden. Diese ewigen Hackereien sind ein Dorn im Auge des sonst so perfekten MCP. Ebenfalls zu dieser Zeit hat Alan (Bruce Boxleitner) mit den Entscheidungen des Managements, in Form von Ed Dillinger (David Warner) zu kämpfen. Alan hat ein Programm entwickelt, Tron, das in der Lage wäre, dieses "Master Control Programm" zu bekämpfen. Nun wurde das Projekt still gelegt und Alan kann sich vorstellen wieso.
Flynn und Alan treffen sich im realen Leben und nehmen sich vor, der Firma einen Denkzettel zu verpassen. Alan, weil er sicher ist, dass sein Programm manipuliert wird und Flynn, weil der böse Dillinger dessen Game-Erfindungen als eine eigenen ausgegeben hat. Als Flynn dann auch tatsächlich einen weiteren Hackversuch startet, schlägt das MCP zurück und transferiert ihn in die digitale Welt des Computers, den Cyberspace.
Dort trifft Flynn auf das Programm Tron und wird in diversen Arten von brutalen Spielen von MCP getestet. Doch Flynn ist nicht umsonst der (laut eigener Aussage) beste Gamer der Nation. Er und Tron flüchten vor den Kontrollen des MCP und haben vor, dieses böse Programm endlich zu vernichten. Doch zwischen Bytes, Rams und gefährlichen Firewalls ist das nicht ganz einfach.
DVD-Rating
Lang ists her. Vor Intel Pentium, Windows oder gar Notebooks, beschäftigte der Computer die Menschen in Hollywood. Diverse Male wurde der Cyberspace inzwischen für irgendwelche dahergelaufenen Geschichten verwendet. Manchmal besser (War Games, The Matrix), mehrheitlich aber schlimmer (The Net, The Lawnmower Man). Doch ganz am Anfang stand Tron, der dem Zuschauer erstmals einen (natürlich fiktiven und trotzdem interessanen) Einblick in die Welt innerhalb des Computers ermöglichte.
Machen wir uns nichts vor. Natürlich sind die Abwehrprogramme keine fliegenden Schiffe à la Star Wars. Ebensowenig wie die Datenströme, die aus einer orangen Linie bestehen und auf denen man fräsen kann. Alles klar. Keine Diskussion darüber. Aber wie die Macher von Tron versucht haben, diese spezielle und damals noch kaum der Masse zugängliche Materie näher zu bringen, das hat schon was an sich. Und wer würde nicht mal gern seine bevorzugten PC-Games live und in Persona spielen können?
Die Machart des Films, das wird im ausführlichen und sehr interessanten Making-Of auf der DVD noch genauer erklärt, ist so einfach, wie überzeugend. Man filmte die Szenen innerhalb des Computers in Schwarz/Weiss und colourierte danach die einzelnen Figuren, Gebäude und Maschinen. Den Bösewichten wurden andere Farben als den Helden zugeteilt und die Zauberer am Computer konnten ihrer Fantasie freien Lauf lassen.
Als Schauspieler treffen wir hier auf einen jungen Jeff Bridges, der später in Filmen wie Arlington Road oder The Fisher King zu einem Star des anspruchsvollen Hollywoodfilms aufstieg. An seiner Seite kämpft Bruce Boxleitner, der in den 80-er Jahen vor allem als "Lee Stetson" in der Vorabend-Krimiserie Agentin mit Herz zum Star wurde. Auch Fans von Babylon 5 dürften diesen Herren nur allzu gut kennen. Sie beide kämpfen sich wacker durch den Film und mögen gegen die immensen (und teilweise recht billig aussehenden) Special-Effects gut zur Wehr zu setzen.
Fazit: Tron war damals im Kino ein Flop und eine dennoch geplante Fortsetzung erschien "nur" als PC-Game. Und obwohl das Ding immer wieder im Fernsehprogramm läuft und somit vielen Guckern ein Begriff sein wird, schafft es der Film immer wieder, einem die gut 90 Minuten Spieldauer so unterhaltsam wie möglich zu machen. Keine grösseren Längen, ein paar schöne Stunts und immer wieder Kopfschütteln aufgrund der Darstellungen der Welt innerhalb des PCs machen aus dem Film ein gutes Stück Kino.
Ein Film solcher Machart schreit natürlich nach Erklärungen aller Art. Und diese sind in der "Deluxe Edition" mehr als ausführlich vorhanden. Einblicke in die Animationsstadien, Entwicklungen der Cyberspace-Szenen und ein fast 90-minütiges Making-Of sind nur ein kleiner Teil des gigantischen Angebotes an Extras, Features und Berichten. Dazu gibts zusätzliche Szenen, einen alternativen Beginn, Berichte zu Set und Design, sowie Storyboard-Vergleiche und sogar die Galerie fürs Merchandise hat ein eigenes Feature bekommen. Eine perfekte Ausstattung für einen Film, der damals revolutionär war.
Erstaunliches auch bei den technischen Ansichten der DVD. Das Bild wurde sauber transferiert und hat keinerlei Schmierereien oder sonstige Unreinheiten zu bieten. Das gleiche mit dem Ton, der glasklar und in sehr guter Qualität durch die Boxen jagt. Vor allem, wenn die Verfolgungsjagden (Cyber-Töff gegen Cyber-Panzer) anlaufen, dann rappelts im Karton.
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4.0 Sterne (41 Bewertungen) | 9 Kommentare
DVD-Infos
Deluxe Edition, erschienen am 12.05.2011
- Bildformat: 1:2.20 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Italienisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
- Extras: Die Entwicklung der Animation, Die Generierung des Cyberspace, Komponistin Wendy Carlos, Making-Of, Trailer, Produktionsfotos, Galerien, Zusätzliche Szenen, Die Programme, Die elektronische Welt, Filmdesign, Die Fahrzeuge, Storyboards



