Conan the Barbarian (1982)
Conan, der Barbar
Conan the Barbarian (1982) Conan, der Barbar
Oder: Vom Skave zum König - ein Handbuch
Wir befinden uns im Hyborian Zeitalter, kurz nachdem die Wasser der Meere Atlantis verschlungen haben. Der kleine Conan (Arnold Schwarzenegger) lebt in seinem Dorf, wird von seinem Vater in dem Wissen über die Götter unterrichtet und geht mit ihm auf die Jagd. Eines Tages stürmen unbekannte Soldaten, unter dem Wappen von zwei Schlangen über einer schwarzen Sonne, das Dorf und ermorden Conans Eltern und alle anderen Erwachsenen vor seinen Augen. Während die mordenden Soldaten Richtung Süden davonreiten, werden die Kinder an einen anderen Ort verfrachtet, wo Conan über die kommenden Jahre als Sklave schuften muss. Später wird er wegen seiner hünenhaften Statur für Gladiatorenkämpfe gekauft und wird da bald zu einem so grossen Star, so dass er von den Schwertmeistern im Osten unterrichtet wird.
Nach langer Zeit des Sklavendaseins wird ihm schliesslich von einem seiner Meister die Freiheit geschenkt, und Conan zieht in die Länder hinaus um endlich seine Eltern zu rächen. Auf seinen Reisen trifft er auch auf Subatei (Gerry Lopez) und seine grosse Liebe Valerie (Sandahl Bergman), die ihn zukünftig unzertrennlich begleiten. So kommt es auch, dass alle drei von den Soldaten des Königs gefangen genommen und in den Thronsaal geführt werden. Dort erhält Conan den Auftrag, die Tochter des Königs aus den Klauen einer Schlangensekte zu befreien. Conan willigt ein und kommt gleichzeitig den Mördern seiner Eltern auf die Spur. Nach so vielen Jahren scheint die Zeit der Rache endlich gekommen...
DVD-Rating
Conan the Barbarian hat als Figur eine lange Geschichte. Er erblickte im Jahre 1932 unter der Feder von Robert E. Howard das Licht der fiktiven Welt und hat sich seither zu einem enorm populären Charakter entwickelt, der bis heute in Büchern, Comics und Filmen präsent ist. Während jedoch die von Robert E. Howard kreierte Figur eine klassische Heldengeschichte durchmachte, nimmt sich der unter der Regie von John Milius entstandene Film viele Freiheiten. Milius schickt Conan zu Beginn nicht nur in die Sklaverei, er leiht sich auch viele Storyelemente aus anderen Geschichten aus, die wenig bis nichts mit der ursprünglichen Geschichte zu tun haben. Dennoch fügte sich alles gut zusammen, der Film wurde zu einem Erfolg und wird heute mit Terminator auch als der grosse Durchbruch von Arnold Schwarzenegger als Schauspieler betrachtet.
Im Gegensatz zu manch anderen Schwarzenegger Filmen, bei denen Action eine sehr wichtige Rolle spielte, ist Conan the Barbarian eher ein ruhiger und beinahe epischer Film geworden, der mehr auf Charakterarbeit und Atmosphäre setzt, als auf viele Actionszenen. So nimmt sich Regisseur John Milius viel Zeit, die Kindheit von Conan zu erzählen, einige Rätsel aufzugeben und aus dem anfänglich naiven, kleinen Jungen langsam den grossen Krieger zu formen. Dabei gelingt es ihm, selbst wenn Schwarzenegger erst nach rund zwanzig Minuten seinen ersten Satz sagt, einen interessanten Charakter zu entwickeln. Schliesslich gruppiert sich mit dem Dieb Subotai (Gerry Lopez) und Conans grosser Liebe Valeria (Sandahl Bergman) die Gemeinschaft um Conan, welche solche Abenteuer auszeichnen, und die Mission kann beginnen.
Geschickt vermischt Conan the Barbarian die klassische Rachestory - Conan will schliesslich seine Eltern und sein Volk rächen - mit der Selbstfindung des Helden und einer Mission die es beinhaltet, einen mystischen Kult zu zerstören. Dies macht Conan the Barbarian zu einer abwechslungsreichen Abenteuerstory, welche den Helden immer wieder vor neue Herausforderungen stellt, an denen er wachsen kann. Natürlich wirken dabei einige von Conans Niederlagen schon aufgrund von Schwarzeneggers körperlicher Statur etwas gesucht, doch sie machen den Helden auch verletzlich und das führt schliesslich zu einem spektakulären Finale, der das zum Teil etwas langatmige und einfach aufgebaute Abenteuer auch sauber abschliesst.
Fazit: Conan the Barbarian entstand im Jahre 1982 und das sieht man ihm auch an. Vieles wirkt träge, und selbst wenn es spektakuläre Handlungsplätze sind, lassen besonders die Kampfszenen die nötige Aggressivität vermissen. Deshalb soll man von Conan auch weniger einen Actionkracher erwarten, sondern eher eine epische Geschichte mit einem guten Cast. Trotz einiger Hänger und vieler Klischees sowie einer Spielzeit von 131 Minuten vermag die Story einen mitzuziehen und in eine interessante Welt zu entführen. Dennoch hätte dem Film etwas mehr Humor im Stil von Scorpion King nicht geschadet.
Von dem Film gibt es viele Schnittvarianten, welche sich von 120 Minuten bis 131 Minuten erstrecken und nur sehr wenige lassen sich heute noch auf DVD finden. Getestet wurde die sogenannte "Complete Quest-Edition", bei der beide Filme ungeschnitten enthalten sind. Die Bildqualität ist für das Alter ganz in Ordnung, der Ton ist allerdings nur in Stereo und dementsprechend platt. Doch das macht er aber mit umfassendem Bonusmaterial wieder wett, welches sich unter anderem aus einer langen Dokumentation über den Film, Trailer und auch einem Audiokommentar zusammensetzt. Sicher einen Blick wert.
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3.8 Sterne (17 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
- Bildformat: Widescreen 1.78:1 (Anamorph)
- Sprachen: Englisch (DD 2.0)
- Untertitel: Spanisch; Französisch
- Extras: Making of; Entfallene Szenen; Kino-Trailer; Audiokommentar



