Time Bandits (1981)

Time Bandits (1981)

Oder: Geschichtslektion mit Zwergen

Time Bandits

"Na Sean, was steht denn im Vertrag?"

Kevin (Craig Warnock) ist ein kleiner Junge mit einer blühenden Fantasie. Zwar quasseln seine Eltern lieber über die neumodischen Kücheneinrichtung als mit ihrem Sohn, aber eigentlich gehts ihm nicht so schlecht. Als er sich allerdings eines Abends ins Bett legt, springt ein Ritter auf weissem Pferd aus seinem Schrank, verwüstet das Zimmer und Kevin erwacht wieder. Wars ein Traum? Es sah doch so real aus.

In der nächsten Nacht legt sich Kevin im Schlafzimmer auf die Lauer und siehe da. Es rumpelt im Schrank und raus kommt eine Gruppe von Zwergen. Sie seien auf der Flucht vor "ihm". Dem höheren Wesen, dem sie eine Zeitmappe gestohlen (ehm, oder doch eher geliehen) haben. Dieses Wesen ist ihnen auf den Fersen und zusammen mit Kevin machen sich die Kleinwüchsigen auf eine Zeitreise, die sie in die berühmtesten Epochen der Zeit bringen soll.

Time Bandits

Gut oder Böse?

Nach einem Treffen mit Napoleon (Ian Holm), der auch gleich um ein paar wertvolle Sachen erleichtert wird, trifft die Gruppe im Wald von England auf Robin Hood (John Cleese). Dieser macht einen ganz und gar komischen Eindruck und schnappt sich seinerseits die Beute der Zwerge. Neben König Agamemnon (Sean Connery), einem Oger (nicht Shrek) und einer Begegnung mit einem gigantischen Riesen, trifft die Gruppe am Ende auf das ultimative Böse.

In der schwarzen Burg müssen die Zwerge und Kevin um ihr Leben kämpfen und beweisen, dass sie würdig sind, diese Zeitkarte zu besitzen. Oder hat sich das höhere Wesen einfach einen Spass daraus gemacht, der Gruppe so viele Steine in den Weg zu legen, wies nur geht?


DVD-Rating

Ein Film von Terry Giliam, das Thema Zeitreisen, verrückte Gestalten und ein schönes Staraufgebot liessen für Time Bandits eigentlich recht Gutes vermuten.

Vorweg gesagt, man sieht dem Film an, dass er 1981 veröffentlicht wurde. Das Bild ist zeitweise recht schummrig, der Ton platt und die Figuren halt typisch 80-er. Diskussionen um neue Küchengeräte dominieren den Anfang des Filmes. Sowas kommt auch nur diesem Regisseur in den Sinn *kopfschüttel*. Aber immerhin gehts dann bald mal so richtig los. Die Zwerge werden vorgestellt, die erste Reise (zu Napoleon) findet statt. So gehts dann Schlag auf Schlag. Die verschiedenen historischen Figuren werden vorgestellt, veräppelt und präsentieren sich so, wie mans eigentlich nicht vermuten hätte können. Das ist anfänglich ziemlich lustig und vor allem Ex-Monty Python-John Cleese macht als Robin Hood einen Heidenspass, wird aber gegen Ende dann doch recht zäh und dickflüssig. Zwar merkt man den eigenen Humor der Filmemacher in den diversen Szenen, doch ist der Film zwischendurch halt einfach nur "Chabis".

Von den Schauspielern bleiben natürlich die bekannten Namen im Gedächtnis. Sean Connery als mutiger Held, Ian Holm als kleiner französischer Kriegsherr und der oben schon erwähnte John Cleese als spezieller Robin Hood. Sie alle machen ihre Sache ordentlich und ihre Rollen haben mehr Qualität als das wilde, chaotische und mit der Zeit leider nervende Grüppchen von Zwergen, das sich hier durch die Epochen quält.

Fazit: Eigentlich hatte ich vom Regisseur hier eine herrliche Parodie im Stil von Monthy Pyton erwartet, die ich aber leider nicht geliefert bekam. Der Film hat seine lustigen und guten Momente, die Geschichte macht mehrheitlich Spass und die Figuren sind herrlich schräg und fantasievoll. Aber was ihm schlussendlich zu einem richtig vergnüglichen Film fehlt, ist die Qualität, die sich bis zum Schluss halten kann. Von einigen Seitenhieben allein wird man nicht satt. Und so muss auch Time Bandits leider mit einer "nur" durchschnittlichen Sternebewertung leben.

Für die DVD wurden recht viele Extras zusammengekramt. Zum Beispiel ein herrliches Interview mit dem Regisseur, dass eigentlich eher in eine chaotische Session ausartet, denn ein ernstes und informatives Gespräch ist. Dazu Bilder des Films, Zeichnungen im Scrapbook, Trailers (die nach anfänglichem Witzigsein nervend schmerzen) und ein Feature über den verstorbenen George Harrison und seine Art, Filme zu produzieren. Interessantes Teil, das letztere. Dazu werden noch weitere DVDs des gleichen Verleihers vorgestellt. Unter anderem Super-Sucker. Die Liebesgeschichte eines Mannes mit seinem Staubsauger *g*...

3.6 Sterne 2.0 Sterne
3.6 Sterne (18 Bewertungen) | 5 Kommentare

3.53.5
23.10.2004 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 30.07.2004

  • Bildformat: 1:1.85
  • Sprachen: Deutsch (5.1 Dolby Digital), Englisch (Dolby 5.1), Deutsch (Dolby 2.0), Englisch (Dolby 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: "The Two Terrys" (Interview mit Terry Giliam und Terry Jones), Scrapbook, Biographien, George Harrison als Produzent, Trailer (D+E), Bildergalerie, weitere DVDs