Halloween II (1981)

Halloween II - Die Blutnacht

Halloween II (1981) Halloween II - Die Blutnacht

Oder: Der Schecken kehrt nach Hause zurück...

Das ist also ein Mädchen...

Das ist also ein Mädchen...

Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) ist traumatisiert. Gerade ist ein grosser Mann in Overall und weisser Maske in ihre Wohnung gekommen und hat mit einer nahezu teuflischen Besessenheit versucht sie umzubringen. Glücklicherweise kam gerade noch rechtzeitig Dr. Loomis (Donald Pleasence) ins Haus und hat dem Angreifer sechs Kugeln verpasst, bis dieser durch das Fenster in den Garten fiel. Doch selbst wenn Laurie gerettet ist, die Leiche des Angreifers, Michael Myers (Dick Warlock), hat man noch nicht gefunden. Loomis setzt nun alles daran, seinen entflohenen Patienten zu stoppen.

Was denkst du? Der hat kein Kariesproblem.

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Michael ist nämlich immer noch im bisher so friedlichen Städtchen Haddonfield unterwegs und metzelt sich gnadenlos durch die aufmüpfigen Teenager. Loomis steht vor einem Rätsel: warum ist Michael hier, was will er in der Stadt und wie wird es möglich sein, den Killer zu stoppen? Ein gnadenloser Kampf gegen das scheinbar unverwundbare Monster beginnt...


DVD-Rating

Halloween 2 war ursprünglich als letztes Kapitel der Halloween-Saga geplant und vereinigte zum letzten Mal John Carpenter und Debra Hill als Autoren unter dem Michael-Myers-Banner. Carpenter wollte jedoch nicht ein zweites Mal die Regie übernehmen, und so wurde Rick Rosenthal an Bord geholt, der ansonsten primär für das Fernsehen tätig war und zwanzig Jahre später noch den grottigen Halloween: Resurrection beigesteuert hat. Selbst wenn Halloween 2 zu einem finanziellen Erfolg wurde, mussten - bevor er überhaupt in den Kinos anlief - einige Mordszenen von Carpenter nochmals nachgedreht werden, weil der Film schlicht zu harmlos und zu unblutig war. Rosenthal, der ursprünglich mehr einen Thriller als einen damals trendigen Slasher geplant hatte, war natürlich mit den Änderungen überhaupt nicht zufrieden, gab dann aber zu, dass es so wenigstens einige bisher nicht dagewesene Mordszenen im Film hatte.

Als Film setzt Halloween 2 nahtlos an Halloween an und erzählt, was nach dem traumatisierenden Erlebnis geschehen ist und wie Loomis weiterhin als Captain Ahab Jagd auf Michael Myers macht. Myers trägt übrigens immer noch die gleiche weiss angepinselte William-Shatner-Maske aus dem ersten Teil und beschränkt sich auch diesmal bei den Mordwaffen primär auf grosse Küchenmesser. Überhaupt gibt es nur sehr wenige Neuerungen, welche wenigstens einen Mehrwert bringen würden. Loomis erzählt von Druiden, Menschenopfern und davon, wie böse Myers ist. Dabei fasst er nochmals das zusammen, was im ersten Teil bereits angedeutet wurde: "Auch noch für die Fensterplätze: Myers ist hinter seiner Schwester her und will diese auch noch umbringen." Dies wird versucht, so dramatisch wie möglich in Szene zu setzen, doch da Laurie für den grössten Teil des Filmes im Spitalbett liegt, müssen erst mal viele Statisten das Leben lassen, bis es schliesslich Laurie an den Kragen geht.

Was hier auf rund neunzig Minuten ausgewalzt wird, hat Rob Zombie in seinem Remake in einer etwa fünfminütigen Traumsequenz abgespult. Somit kann man sich etwa vorstellen, wie langfädig und öde der Film ist. Unmotiviert und ohne sichtliches Muster säbelt sich der gesichtslose Myers durch die Einwohner von Haddonfield. Von Mitfiebern oder Mitleid gibt es beim Zuschauer keine Spur, da man die Opfer vor ihrem Tod meist noch nie gesehen hat. Klar, mag es dabei zu einigen gelungen inszenierten Morden kommen, doch Spannung oder Schockmomente fehlen vollkommen. Da kann Loomis noch so lange sagen, Myers sei "The Devil Incarnate", er baut im Vergleich zu Jason Voorhees, Freddy oder Pinhead schlichtweg keine Präsenz auf, und das hilft dem Film in keiner Weise.

Fazit: Halloween 2 setzt nahtlos an dessen Vorgänger an und sollte ursprünglich das letzte Kapitel der Saga mit Myers werden. Leider bleibt etwas mehr Blut das einzige, was Halloween 2 besser macht als sein Vorgänger. Die Handlung ist genau so spannungslos wie simpel, die Opfer laufen hirnlos dem Killer ins Messer, und da Laurie die meiste Zeit im Bett liegt, kommt es auch da zu keinem ernst zu nehmenden Duell. Dies, kombiniert mit einem Minimum an neuen Informationen über Myers, macht den Film zu einem bemühten Versuch, die Saga fortzusetzen. Dabei versagt er aber in allen Punkten, die es für einen gelungenen Slasher oder Thriller brauchen würde.

Die deutsche DVD ist ebenfalls eine Angelegenheit für den Mülleimer. Das Bild ist dunkel, unscharf und farblos. Die Tonspur ist nur auf Deutsch, Stereo und Bonusmaterial gibt es auch nicht. Zudem wurde der Film um rund eine Minute gekürzt, weshalb auch drei Kills nahezu komplett wegfallen. Aber selbst mit diesen zusätzlichen 55 Sekunden wäre der Gesamtfilm nicht besser.


OutNow.CH:

Bewertung: 1.51.5

 

08.03.2010 / db

Community:

Bewertung: 3.1 (16 Bewertungen)

 

 

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