Mad Max (1979)

Mad Max (1979)

Oder: Benzin im Blut und Kohlenmonoxid im Hirn...

Mad Max

My mind to your Mind, my thoughts to your thoughts ...

Die Welt der Zukunft ist düster. Die Zivilisation, wie wir sie heute kennen, ist nach einer Katastrophe untergegangen. Die Polizei kann sich kaum finanzieren und irre Bikergangs terrorisieren die letzten, in kleinen Siedlungen lebenden Menschen. Die Gesetzeshüter versuchen, so gut es geht für Ruhe zu sorgen und verfolgen die als Nomaden bezeichneten Bikergangs rigoros. Ein nur als "Night Rider" bekannter Irrer konnte jedoch aus der Polizeiobhut fliehen und rast unkontrolliert durch die Wüste auf die besiedelten Gebiete zu. Nach einer wilden Verfolgungsjagd, bei der der auch Max Rockatansky (Mel Gibson) seinen Kollegen zu Hilfe eilt, findet Night Rider schliesslich bei einer Kollision den Tod.

Mad Max

the new Bad Boys

Dieser Tod wird jedoch nicht ohne Folgen für Max sein, denn Toecutter (Hugh Keays-Byrne), der Anführer der Bikergang, welcher Night Rider angehörte, schwört bittere Rache und eröffnet die Jagd auf die Polizisten. Schon bald trifft es einen der Polizisten fatal. Max ist schockiert, als er seinen besten Freund nach dem Unfall völlig verbrannt im Spital sieht. Desillusioniert quittiert Max den Dienst und fährt mit seiner Frau und dem Baby in die Ferien. Doch die Nomaden finden Max auch dort und ermorden seine Familie. Verbittert und voller Hass schwört (Mad) Max Rache und eröffnet selber die Jagd auf die Bikerbande. Eine gnadenlose letzte Schlacht entbrennt...


DVD-Rating

Es war einmal vor langer, langer Zeit, da ging ein unbekannter Mann nach einer Partyschlägerei in sehr schlechtem Zustand an ein Casting. Trotz und wohl auch wegen seinem schlechten Zustand erhielt er die Titelrolle in einem post-apokalyptischen Film, der sein Leben für immer verändern soll. Dieser ultra low Budget Film wurde mit nur $300,000 AUD realisiert und nicht nur ein weltweiter Erfolg, sondern war auch der Startpunkt für Mel Gibsons Karriere zum Weltstar. Es geht natürlich um den inzwischen zur Kultfigur aufgestiegenen Mad Max, der noch heute als eine von Gibsons Signaturrollen gilt.

Der Film soll in einer apokalyptischen Zukunft spielen, wo die Welt zerstört ist und irre Bikergangs den noch verbliebenen Menschen das Leben schwer machen. So steht es jedenfalls auf der Packung. Ein Endzeitfeeling will jedoch, wohl auch wegen dem kleinen Budget, nicht aufkommen. Zu normal sind die gezeigten Bilder und obwohl der Polizeiposten in einem heruntergekommenen Haus untergebracht ist, reicht dies noch lange nicht aus, um wirklich eine Atmosphäre aufzubauen. Deshalb ist es auch schwierig einen Zugang zum Film zu finden. Ein geschichtlicher Rückblick fehlt komplett, nur punktuell werden Informationen geliefert, dass wir in der Zukunft sind. Dieses Fehlen an Informationen zieht sich leider durch den Film weiter. Nebenbei eingeworfene Sätze wie: "Die Nomaden wollen den Typen rächen, den du gesprengt hast." sind das einzige, was man als Erklärung erhält, warum plötzlich irgendwelche Typen auf Motorrädern hinter den Polizisten her sind. Diese Nomaden setzen sich aus einer bizarren Truppe zusammen, die wie Two Face in Batman Forever durch die Gegend juckt und ihr Schauspiel gleichzeitig so übertreibt dass es mehr lächerlich ist, als irgendwie bedrohlich.

Wegen dem breits erwähnten kleinen Budget wirkt Mad Max auch an allen Ecken und Enden eingeschränkt. Obwohl einige Verfolgungsjagden sowie die Autos und einige Handlungsorte sehr gut ausgesucht und umgesetzt sind, musste klar an vielen Stellen gespart werden. Dies zeigt sich vor allem in den Action Sequenzen, wo einiges im Schnitt ausgeblendet wurde und dass man sich über einen Grossteil der Spielzeit nur mit Max Rockatansky und seiner Familie beschäftigt anstatt permanent ein Actionspektakel abzufackeln. Max selber wird sehr gut vom blutjungen Mel Gibson gespielt und die lange Vorstellungszeit hilft auch zu verstehen, weshalb er auf seine Rachetour geht. Die tragische Geschichte von Max und die Freundschaft unter den Polizisten werden dann auch zu den Trägern des Filmes. Die Bikergang bleibt ein Übel, welches die Handlung vorantreibt, aber sonst mehr stört als überzeugt.

Fazit: Mad Max hat sich zwar über die Zeit zum Kultfilm gemausert und war auch sehr erfolgreich an den Box Office, aus heutiger Sicht wirkt er jedoch sehr angestaubt. Dennoch ist es respektabel, was sie aus ihrem sehr kleinen Budget herausgeholt und was für spektakuläre Verfolgungsjagden sie abgeliefert haben. Trotz allem überzeugt Mad Max eigentlich nur darin, dass er einen sehr tragischen Antihelden vorstellt, der mehr und mehr demontiert wird und schliesslich als Rächer der Strasse wieder aufersteht. Dies und ein völlig überzeugender Mel Gibson bleiben hängen, der Rest ist mehr eine spannungslose Anhäufung von überlangen Szenen, die in eine sehr dünne Story gepackt sind. Letztendlich war wohl nur der Erfolg an den Box Office der Ausschlag für das Sequel.

Die DVD präsentiert sich als sehr magere Low Budget Version, welche weder Bonusmaterial noch ein brauchbares Bild liefert. Die Tonspur liefert zwar die originale australische Fassung, diese wirkt jedoch in Mono sehr dünn und klingt schlichtweg schlecht.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.04

 

04.03.2008 / db

Community:

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