The Amityville Horror (1979)

Amityville Horror

The Amityville Horror (1979) Amityville Horror

Oder: Graus im Haus

The Amityville Horror

*Autsch*

Ein grausliger Mord ist geschehen. Ein Abschlachten. Ein Familienvater hat seine ganze Familie ausgelöscht und sich schlussendlich selber gerichtet. Der Fall wird von der lokalen Polizei untersucht, das Haus in dem die Morde geschahen verriegelt und später zum Verkauf freigegeben. Und dieses Haus hat es in sich....

George Lutz (James Brolin) und seine frisch angetraute Ehefrau Kathy (Margot Kidder) sind auch der Suche nach ihrem Traumhaus. Dass sie in Amityville, einem Städtchen ausserhalb von New York, dieses vergleichsweise billige Haus finden, ist pures Glück. Das Haus wird gekauft, die 3 Kinder von Kathy ziehen mit ein und die Familie wägt sich am Ziel ihrer Träume. Als sie im anliegenden Bootshaus verweilen, bekommen sie Besuch. Vater Delaney (Rod Steiger), der Familienpfarrer, kommt um das Haus zu segnen und macht zum ersten Mal Bekanntschaft mit einer Kraft, die sich im Haus befindet. Nach einer Begegnung mit Fliegen, knarrenden Türen und einer flüsternden Stimme, die ihn auffordert, sofort das Haus zu verlassen, findet der gottesfürchtige Mann auch noch körperliche Verstümmelungen an sich vor. Ihm wird klar: Hier stimmt was nicht.

The Amityville Horror

Schatz, du hast das was im Gesicht...

Je länger die Familie nun in diesem Haus lebt, desto unheimlicher wird es. Telefonate mit dem Pfarrer werden regelmässig gestört, Nonnen verlassen das Haus fluchtartig wieder und der Vater beginnt, sich merkwürdig zu verhalten. Er wird aggressiver, unfreundlicher und jede Nacht um 03:15 Uhr wird er aus dem Schlaf gerissen, um irgendwas zu tun. Kathy wird misstrauisch und beginnt auf der lokalen Zeitungsredaktion mehr über das Haus und die Vorfälle von damals in Erfahrung zu bringen.

Der Familienpfarrer durchlebt in der Zwischenzeit Begegnungen mit dem Bösen, die ihn körperlich extrem belasten. Er ist überzeugt, dass irgend etwas in dem Haus ist und dass diese Familie gerettet werden muss. Doch glauben tut ihm (natürlich) niemand.

Als Kathy herausfindet, was es genau mit dem "Traumhaus" auf sich hat, wird ihr bewusst, dass sie und ihre Familie in höchster Gefahr sind. Denn jetzt macht es durchaus Sinn, dass George immer wieder das Hackebeil geschliffen hat.....


DVD-Rating

"Der wahre Horrorfilm", dessen Vorfälle sich wirklich abgespielt haben sollen, wurde von Jay Anson schriftlich festgehalten und das Buch wurde zum Welthit. Eine Verfilmung war nur eine Frage der Zeit und 1979 wars dann auch soweit. Das Grauen hielt in den Kinos Einzug. Nach dem Original Halloween war das Genre "Horror" im Aufwind und mit The Shining kam im darauffolgenden Jahr ein Film ins Kino, der in etwa die gleiche Thematik hatte und ebenso erfolgreich wurde.

Ein Haus, in welchem sich böse Mächte aufhalten und das "Jagd" auf Menschen macht. Das hört sich im ersten Augenblick eher lächerlich als gruselig an. Und wer den Fehler macht, sich diesen Film aus diesem Grund nicht anzuschauen, der ist absolut selber Schuld. Denn was The Amyityville Horror bietet, ist Grusel, Horror und Thriller in einem. Die Effekte sind insofern genial gemacht, dass sie keine blutrünstigen Monster beinhalten, sondern knarrende Türen, sich eigenständig bewegende Schaukelstühle oder einen Haufen Fliegen. Diese an sich unspektakulären Effekte, angereichert mit gruseliger Musik (die man eigentlich für The Exorcist geschrieben haben soll), lassen einem mehr als einmal die Haare zu Berg stehen. Die Verwandlung des Ehemannes vom netten Mann von nebenan zum schier wahnsinnig werdenden Psycho wird ebenfalls recht unheimlich dargestellt. Da haben die Leute vom Make-up gute Arbeit geleistet.

An Spannung mangelt es ebenfalls nicht. Zwar ist schon früh klar, um was es in dem Film eigentlich geht, dennoch nimmt die Spannung gegen Ende des Filmes immerwährend zu. Wird sich die Familie retten können? Wird der Geistliche Einfluss auf das Böse nehmen? Wann zeigt sich dieses? Wie geht's weiter mit dem Haus? Alles Fragen, die man sich während des Filmes stellt und die schlussendlich teilweise beantwortet werden. Nicht alle, denn ein gewisser Mythos scheint man über diesem Haus lassen zu wollen. Kann ein Haus solche Kräfte entwickeln? Hat es diese Kräfte heute noch? Was ist wahr und was Einbildung und Legende?

Die Schauspieler bringen ihre Rollen sehr glaubhaft rüber. James Brolin, heute hauptsächlich Ehemann von Barbara Streisand, welche erst gerade mit Meet the Fockers nach langer Abstinenz wieder im Kino war, verkörpert den Ehemann sehr überzeugend. Sein schlussendlich wirres Aussehen verstärkt diesen Eindruck. Die Ehefrau wird von Margot Kidder gespielt, die man noch aus den originalen Filmen mit Superman kennen könnte. Rod Steiger, der alte Haudegen, überzeugt ebenso als Pfarrer, der verzweifelt versucht, seine Schäfchen zu retten.

Fazit: Wie viele andere Filme aus dem gleichen Zeitraum ist Amityville Horror ein sehr gelungener Horrorfilm, der nicht durch Blut oder Brutalität überzeugen muss, sondern der die Spannung aus ganz einfachen Mitteln schöpft. Gemeinsamkeiten zu The Shining sind nicht von der Hand zu weisen und wer Filme wie The Others mag, der wird hier ebenfalls wohlig gegruselt im Fernsehsessel versinken und sich je länger je mehr fragen, wieso er denn die Augen nicht mehr vom TV abwenden kann, wenn's doch so gruselig und gfürchig ist. Toller Film, dessen Remake dieses Jahr in den Kinos anlaufen soll, sofern es dieses dann in die Schweiz schafft. Bisher hatte ich auf meiner Liste der Filme, "die ich nie wieder schauen werde" nur The Shining. Nun kommt da noch ein Zweiter dazu... Ob ich deswegen ein Angsthase bin?

Die DVD bietet auf der ersten Disc neben dem offensichtlich vorhandenen Film diverse Audiokommentare, die teilweise recht interessante, aber auch lustige Anekdoten zu den Dreharbeiten liefern. Dazu noch Hinweise und Tatsachen, die den Film in einem noch unheimlicheren Licht dastehen lassen. Auf Disc 2 bekommt man dann eine herrliche Schippe Verschwörungstheorien und Legenden präsentiert. Erstmal sind die beiden Hauptdarsteller gefragt. Sie geben breitwillig Auskunft, wie es denn überhaupt zum Film kam, wie die beiden zu ihren Rollen kamen und der Bericht zeigt viele Szenen, die sich hinter der Kamera abgespielt haben. Ein Making-of, dass durchaus zu interessieren vermag. Danach folgen 2 je knapp 45 Minuten lange Reportagen vom amerikanischen "History Channel", welche das Haus und seine Geheimnisse aufzudecken versuchen. Geht es im ersten Feature hauptsächlich um die wahre Geschichte, die dem Film zu Grunde liegt, werden wir im zweiten Teil gefragt, was denn Real und was Einbildung ist. Beide Features konnten mich 100% überzeugen und ich klebte praktisch am Bildschirm. Wer auf Legenden, Unerklärliches und Geheimnisvolles steht, bekommt hier passende Nahrung. Als letztes Extra ist noch ein kleiner Bericht über die Dreharbeiten des Remakes vorhanden. Auch dort kommen die Hauptdarsteller (zum Beispiel Ryan Reynolds aus Blade: Trinity) zu Wort und erklären die Faszination, einen solchen Film zu drehen.

4.1 Sterne 4.0 Sterne
4.1 Sterne (8 Bewertungen) | 1 Kommentar

55
24.06.2005 / muri


DVD-Infos

Gold Edition, erschienen am 18.04.2005

  • Bildformat: 1,85:1 (16:9 Widescreen)
  • Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1), Französisch (Dolby 5.1), Italienisch (Dolby 5.1), Spanisch (Dolby 5.1)
  • Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Spanisch, Italienisch, Türkisch, uvm.
  • Extras: Audiokommentar, Trailers, Dokumentarfilme, Die Geschichte um das Haus (2 Features), Das Remake, Radiospots, Kinotrailer