All Quiet on the Western Front (1979)

Im Westen nichts Neues

All Quiet on the Western Front (1979) Im Westen nichts Neues

Oder: Patriotismus als Sterbegedanken

All Quiet on the Western Front

Der junge Deutsche Paul Bäumer (Richard Thomas) meldet sich gemeinsam mit seinen Klassenkameraden, angestachelt durch Parolen voller Nationalstolz und Siegesgewissheit, nach seinem Schulabschluss freiwillig zum Dienst, um sein Land im ersten Weltkrieg an der Westfront zu unterstützen. Nach einer kurzen aber heftigen Ausbildung werden die jungen Soldaten an die Kriegsfront gekarrt und alsbald mit dem schrecklichen Ausmass von Kampf, Verstümmelungen und dem Tod konfrontiert.

All Quiet on the Western Front

Bäumer lernt den alten Haudegen Kat (Ernest Borgnine) kennen, der als erfahrener Frontkämpfer viel zum Überleben der jungen Truppe beiträgt. Doch allzu schnell holt die grausame Realität ihn und seine Kameraden ein, in einem Krieg, in dem beide Seiten verbissen um wenige Meter Landgewinn kämpfen und hunderttausende Soldaten in den sicheren Tod getrieben werden.


DVD-Rating

Das 1979 für das Fernsehen gedrehte Remake des 30er Jahre Klassikers All Quiet on the Western Front wurde mehrfach mit dem Emmy, dem wichtigsten Fernsehpreis, ausgezeichnet. Prominent besetzt mit Ernest Borgnine, Ian Holm (herrlich in seiner Rolle als Unteroffizier Himmelstoss), Donald Pleasence und dem damaligen Fernsehliebling aus der The Waltons-Serie, Richard Thomas, ja genau, der mit dem unverwechselbaren Muttermal auf der Backe, gehört der Film zu den bekannteren Antikriegsfilmen.

In der ersten Hälfte mit Rückblenden versetzt, die mit Wehmut an ein besseres, ein schöneres Leben erinnern, nimmt der Film in der zweiten Hälfte an Gewalt und Härte zu. Den Klassenkameraden, die sich zu Beginn fröhlich und naiv auf den Einsatz für Volk und Vaterland freuen, angestachelt durch den gefährlichen Patriotismus ihres Lehrers, wird bald bewusst in was sie sich begeben haben. Unausstehlicher Lärm, Kampf, Dreck, Hunger, Angriffe, Gegenangriffe, Angst. Und als der Tod das erste Mal die Gruppe trifft, wird das Abenteuer zum nicht enden wollenden Alptraum.

Für einen Fernsehfilm ist All Quiet on the Western Front sehr aufwendig verfilmt. Viele Komparsen, zahllose Kostüme und umsichtig gefilmte Totalen geben dem Film ein cinematisches Flair weit ab vom TV-Format, nicht zu vergessen die recht plastisch gezeigte und blutige Brutalität. Nicht immer vermögen die jungen Nebendarsteller zu überzeugen und wenn sie wie die Fliegen wegsterben, so fehlt einem irgendwie doch der persönliche Bezug, bei aller Grausamkeit und Unmenschlichkeit des Ersten Weltkriegs. Unter Helm und Schmutz sehen sie auch noch fast alle gleich aus. So wird der Film also eigentlich getragen von Hansdampf Ernest Borgnine und eben unserem "John-Boy" Richard Thomas, dessen Präsenz und Charakterspiel leider nicht gerade umwerfend ist.

Einen Vergleich zum viel gelobten Original von 1930 kann ich leider nicht ziehen, zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich den ein oder anderen Film aus dieser Periode noch nicht gesehen habe. Nachholbedarf.

Die DVD präsentiert 2 Versionen des Films: Die knapp zweistündige Fernsehversion und der um ca. 30 Minuten längere "Director's Cut". Die zusätzlichen Szenen werden in der Deutschen Fassung mit Untertiteln versehen, da ein nachträgliches Synchronisieren natürlich nicht möglich war (obwohl ich irgendwie das Gefühl hatte, diese Sequenzen würden mir bekannt vorkommen...). Ansonsten sind keine weiteren Extras zu finden. Bei meiner DVD versagte ausserdem die Untertiteloption in der Originalfassung.

4.6 Sterne 2.0 Sterne
4.6 Sterne (7 Bewertungen) | 3 Kommentare

4.54.5
18.08.2005 / Warner Home (Inhalt), pb (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 10.08.2005

  • Bildformat: 1.78:1 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 1.0)
  • Untertitel: Deutsche Untertitel in den zusätzlichen Szenen des "Director's Cut"
  • Extras: 2 unterschiedliche Fassung (TV und Director's Cut)