Halloween (1978)
Halloween - Die Nacht des Grauens
Halloween (1978) Halloween - Die Nacht des Grauens
Oder: Für jeden Feiertag seinen Killer
Es ist eine düstere Halloween-Nacht, viele Kinder huschen verkleidet durch die Strassen. Eines jedoch macht nicht mit: Michael Myers streicht leise um sein Haus und beobachtet seine Schwester, wie sie sich gerade mit ihrem Lover vergnügt. Beim Zuschauen bleibt es jedoch nicht - kurz darauf greift sich der junge Knabe ein grosses Küchenmesser, folgt der Schwester ins Zimmer und schlitzt sie von oben bis unten auf. Entsetzt nehmen die Eltern, welche gerade vorgefahren sind, den blutverschmierten Knaben in Empfang und weisen ihn sofort in eine geschlossene Anstalt ein.
In dieser geschlossenen Anstalt vegetiert Michael fünfzehn Jahre lang unter der Aufsicht des Psychiaters Dr. Loomis (Donald Pleasence) dahin. Während die Richter und die Leiter der Anstalt Michael nur als Knabe im Halbkoma wahrnehmen, erkennt Loomis als Einziger, welch tödliche Gefahr von ihm ausgeht und versucht, immer wieder vor ihm zu warnen. Erhört wird er jedoch nie, weshalb der Schock gross ist, als Michael Myers nach 15 Jahren Halbkoma plötzlich aufwacht und mit ungebändigter Gewalt aus der Anstalt ausbricht. Loomis macht sich sofort auf, den entflohenen Killer einzufangen. Dieser hat bereits die Heimatstadt seiner jüngeren Schwester erreicht und setzt alles daran, sie umzubringen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
DVD-Rating
Die Jahre um 1980 waren die Geburtsstunden der wohl grössten Killer des Horrorgenres. Jason Voorhees startete seine Hetzjagd auf die Teenager rund um Camp Crystal Lake, und kurze Zeit später begann Freddy Krueger in den Träumen der Kinder zu wüten. Doch bevor die beiden überhaupt die Leinwand betraten, ebnete John Carpenter mit Michael Myers den Weg in die neuste Generation des Horrors.
Friday the 13th machte zwar rund ein Jahr später das neue Teenie-Slasher-Genre salonfähig, doch Halloween war klar der Pionier auf diesem Gebiet und vereinigte bereits sehr viele Genre-Klischees in sich, welche bis heute immer wieder in den Teenie-Slashern verwendet werden: Die Jungfrau überlebt, wer Sex hat, stirbt, und die eigentlichen Hauptdarsteller sind junge Teenager, welche das Studio für wenig Geld einkaufen konnte. Obwohl durch solche Filme Studios wie New Line Cinema überhaupt gross geworden sind, war man lange nicht bereit, viel Geld für ihre Produktion zu stecken. So auch bei Halloween, wo das das mickrige Budget nur rund 300 000 Dollar betrug. Dennoch konnte Carpenter einen zeitlosen Klassiker abliefern.
Über einen über 25-jährigen Horrorfilm aus heutiger Sicht objektiv zu urteilen ist eigentlich so gut wie unmöglich. Seit damals ist auf dem Bereich der Schocker viel geschehen und es wurden so viele Horrorfilme produziert, dass Halloween schon wegen seiner blutleeren Art kaum noch schockieren kann. Klar hat John Carpenter mit seiner ihm eigenen Kameraführung und dem Killer mit der William Shatner-Maske einen Kultfilm geschaffen, doch über die ganze Spielzeit bleibt es eine sehr träge und an sich spannungslose Angelegenheit, die weder in der Handlung noch in den Kills packen kann. Dafür wird ein genialer Soundtrack geboten, der auch eine recht unheimliche Atmosphäre aufbauen und so doch bei der Stange hält. Michael Myers selber erhielt zwar bis heute acht Sequels und ein Remake, doch trotz seines Kultstatus kann er nicht mit den anderen Monstern wie Jason, Freddy oder Pinhead mithalten, welche in Sachen Hintergrundgeschichte und auch optisch viel mehr zu bieten haben.
Fazit: Halloween hat sich klar schon nur wegen seines gewaltigen Einflusses auf das Horrorgenre seinen Platz in der Filmgeschichte verdient. John Carpenter hat einen Kultslasher geschaffen, der mit der charakteristischen Musik sowie The Shape alias Michael Myers selber, aus der heutigen Horrorwelt kaum mehr wegzudenken ist. Trotzdem ist Halloween aus heutiger Sicht ein sehr unspektakulärer, träger und beinahe langweiliger Film, der nur in den letzten Minuten annähernd eine Intensität entwickelt. Seine klare Vorreiterrolle und die zeitweise doch sehr unheimliche Atmosphäre sind primär der Grund für eine Vierer-Wertung.
Die DVD ist die ungeschnittene Red Edition, welche mit überraschend guter Bildqualität geliefert wird. Wahrscheinlich ist es jedoch einfach eine der Extended-Cut-Versionen, welche in der Red Edition Packung verkauft werden. Bonusmaterial könnte man in der nicht existierenden zweiten DVD anschauen, welche man nirgendswo findet.
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4.0 Sterne (23 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
DVD erschienen am 23.09.2005
- Bildformat: Widescreen
- Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englsich (Dolby Digital 2.0)
- Untertitel: -
- Extras: -



