Dawn of the Dead (1978)

Zombie

Dawn of the Dead (1978) Zombie

Oder: Selbst als Zombies wollen sie einkaufen...

Dawn of the Dead

Also, immer auf die Köpfe schiessen...

Ausnahmezustand in Amerika. Plötzlich tauchen immer mehr Personen auf, die traumwandlerisch durch die Gegend staksen und gnadenlos andere Menschen zerfleischen. Anfangs waren es wenige, doch inzwischen haben sie sich epidemieartig ausgebreitet und stellen eine tödliche Bedrohung dar. Noch scheinen aber viele noch nicht begriffen zu haben, was für eine Gefahr von diesen inzwischen als Zombies betitelten Kreaturen ausgeht, denn viele sträuben sich noch gegen den Rat der Wissenschafter, ohne zu zögern den Kopf zu zerstören und sofort die Leichen zu verbrennen. Einige haben jedoch den Ernst der Lage erkannt und gehen in organisierten Räumungskommandos von Haus zu Haus, um die Infizierten zu töten. In einem dieser Kommandos sind auch Peter (Ken Foree) und Roger (Scott H. Reiniger), welche aber vom ewigen Morden schon lange die Nase voll haben.

Dawn of the Dead

... doch muss dies so eine Sauerei geben.

Zur selben Zeit versucht ein TV Sender, für den auch Stephen (David Emge) und Francine (Gaylen Ross) arbeiten, verzweifelt, so lange wie möglich zu senden. Es ist jedoch klar, dass es ein hoffnungsloser Kampf ist. Deshalb schlägt Stephen vor, mit dem Firmenhelikopter abzuhauen. Nach einigem Zögern stimmt Francine zu und trifft Stephen bei der Landeplattform, wo auch Peter und Roger dazu stossen. Schliesslich heben sie ab und müssen mit Schrecken feststellen, dass die Zombies inzwischen überall sind. Nach einigen missglückten Auftankversuchen landet Stephen den Helikopter schliesslich auf dem Dach eines Einkaufszentrums. Nach einigem Erkunden der Lage wird ihnen klar, dass sie alles haben, um lange zu überleben, doch bevor sie sich eingraben können, müssen sie die Zombies abwehren, welche immer noch ins Einkaufszentrum strömen...


DVD-Rating

Dawn of the Dead ist George A. Romeros zweiter Teil seiner "of the Dead" Saga und das Sequel zu Night of the Living Dead. In Dawn of the Dead findet sich jedoch kein einziger Charakter des ersten Teiles und auch sonst erzählt er eine komplett eigenständige Geschichte. Der Klassiker ist seither ein Kultfilm und das Nachschlagewerk für Zombiefilme schlechthin geworden. Er wurde in einer Director's Cut Länge von 135 Minuten einmal an einem Festival gezeigt, dann musste er aber für den freien Markt nicht nur wegen seinen Splatterszenen, sondern auch wegen der Länge gekürzt und teilweise komplett umgestellt werden.

Dawn of the Dead ist von Anfang an sehr episch angelegt und versucht, soviel wie möglich vom Chaos und der Katastrophe, welche die Zombies ausgelöst haben, einzufangen. Obwohl dabei immer noch nicht erklärt wird, woher genau die Zombies kommen, erhält man durch die Newsmeldungen und die am Anfang gezeigten Zombie-Räumungskolonnen einen sehr genauen Eindruck, wie die Situation ausser Kontrolle ist. Da es aber überhaupt keine Einleitung sowie keine Erklärung der Situation gibt, fällt der Einstieg auch entsprechend schwer, weil primär Chaos herrscht und auch die Hauptdarsteller noch nicht erkennbar sind. Erst nach etwa zwanzig Minuten hat sich schliesslich das Quartett gefunden, welches zwar über die ganze Laufzeit sehr stereotyp und oberflächlich bleibt, doch einen guten Anker in der Geschichte bietet.

Die Handlung von Dawn of the Dead erstreckt sich über mehrere Monate und dokumentiert beinahe Schritt für Schritt, wie sich die vier im Kaufhaus eingraben, die Zombies entsorgen und sich danach verteidigen. Dabei werden zwei Probleme offensichtlich: Dem Film fehlt ein Ziel, auf das man hinarbeiten kann, und da die vier primär im Kaufhaus ausharren, dümpelt der Film auch sehr gemächlich dahin. Auch wenn dabei Romero auf seine ihm eigene Art Kritik an der Gesellschaft übt, ist der Film mit 135 Minuten definitiv zu lang geworden, und die ewigen Endlosfüller, wie Menschen, Zombies und Plünderer in den Ladenstrassen "einkaufen", drücken zusätzlich auf die Geschwindigkeit. Ein Punkt, welches das Remake aus dem Jahre 2004 um einiges besser gelöst hat, denn dieses komprimierte die Handlung mehr und hatte mit der Flucht auf eine Insel auch ein Ziel, auf das man hinarbeiten konnte.

Fazit: Dawn of the Dead ist seit seinem Erscheinen klar zum Vater der Zombiefilme geworden, und wer sich etwas auskennt, hat viele seiner Szenen inzwischen unzählige Male in anderen Zombiefilmen gesehen. Dawn of the Dead selber ist ein Film, der sehr lang ausgefallen ist, es fehlt ihm ein ersichtliches Ziel. Sozialkritik hin oder her, auch wenn die erzählte Geschichte schlüssig und gut ausgearbeitet ist, es schleift oft arg an Langeweile vorbei. Allerdings hat er auch intensive Momente, weshalb man einiges wieder verzeihen kann. Primär ist er aber ein Stück Filmgeschichte, welches mit einem minimalen Budget gedreht wurde und selbst heute, dreissig Jahre später, immer noch überzeugen kann.

Wie bereits erwähnt, wurden viele Versionen von diesem Film auf den Markt geworfen. Neben stark geschnittenen Versionen gibt es den originalen Director's Cut sowie eine noch längere Version, die um viele Füllszenen erweitert wurde. Deshalb ist es auch schwierig, an eine Fassung zu kommen, die dem Film gerecht wird. Getestet wurde eine Limited Edition des originalen 135 Minuten langen Director's Cut von Romero. Die Bildqualität ist dabei für einen Film dieses Alters ausgezeichnet, der Ton ist allerdings im Englischen mit 2.0-Sound sehr dürftig und zwingt zudem deutsche Untertitel auf. Die zweite DVD enthält vier lange Dokumentationen, welche nochmals die ganze Geschichte von Dawn of the Dead aufarbeiten und den Regisseur sowie den Cast zu Wort kommen lassen. Sehr sehenswert.

5.0 Sterne 4.6 Sterne
5.0 Sterne (22 Bewertungen) | 0 Kommentare

4.54.5
17.11.2008 / db


DVD-Infos

  • Bildformat: Widescreen 1.85:1 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch (DD 2.0); Deutsch (DD 5.1); English (DD 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Bilder; Behind the Scenes; 4 Dokumentationen; Memorabila