The Boys from Brazil (1978)
The Boys from Brazil (1978)
Oder: Jagd auf kleine Adolfs!
Der Student Barry Kohler (Steve Guttenberg) belauscht in Paraguay ein Gespräch, an dem unter anderem der gesuchte KZ-Arzt Josef Mengele (Gregory Peck) teilnehmen. Barry nimmt mit dem Nazi-Jäger Ezra Lieberman (Laurence Oliver) Kontakt auf, der zunächst wenig Interesse an den scheinbar phantastischen Geschichten des Studenten hat. Doch als Barry umgebracht wird, wird Liebermann skeptisch und geht der Sache nach.
Langsam deckt er einen unglaublichen Plan auf: Mengele hat es geschafft die Erbmasse von Adolf Hitler zu isolieren und damit 94 Kinder geklont. Die arische Rasse soll erhalten und das vierte Reich errichtet werden. Um das zu erreichen wurden die Kinder über die ganze Welt verstreut und in ähnliche Familienverhältnisse gesteckt wie es beim jungen Hitler der Fall war, dessen Vater früh starb. Nun ist es also an der Zeit die Stiefväter der Kinder umzubringen. Die Exil-Nazis schrecken vor nichts zurück, aber auch intern im Geflecht der neuen Altnazis kommt es zu Streitigkeiten...
DVD-Rating
The Boys from Brazil mischt krude Science Fiction, Paranoiathriller und Fakten auf eine zwar komplexe, aber doch etwas gar oberflächliche Art und Weise. Science Fiction finden wir in der Klonthematik, Thriller im Mordkomplott und die Fakten im Nazijägertum. Dass sich einige der altgedienten Schergen der braunen Führung des Dritten Reichs in Südamerika versteckten, ist bekannt. Und natürlich gab und gibt es die sogenannten Nazijäger. Unser Filmcharakter Lieberman ist denn auch angelehnt an Simon Wiesenthal, einer der bekanntesten Jäger der untergetauchten braunen Brut. Ansonsten ist die ganze Klonsache mit Fremdfamilienplazierung aber doch eher eine Schnapsidee.
Franklin J. Schaffner besetzte diesen speziellen, durchaus diskussionswürdigen aber schlussendlich unterhaltenden Film mit grossen Darstellern der alten Garde: Gregory Peck, Laurence Olivier, James Mason und Lilli Palmer geben sich ein munteres Stelldichein. Das Deutschsprachige Fernsehpublikum wird den schneidigen SkyDumont in einer damals üblichen German-bad-guy-Rolle erkennen und auch Bruno Ganz (siehe Foto Nr. 2, oben) ist einige Minuten als Wissenschafter zu sehen. Gespielt ist der Film mit Inbrunst, manchmal auch ein bisschen zu viel des Guten - Klein-Hitlerklon Jeremy Black ist doch eine mächtige Fehlbesetzung. Peck, in der Rolle des Bösen schlechthin, und Olivier, als zerstreuter Jäger mit Wiener Hauptsitz, sind ein wackeres Duo mit feinen Akzentvarianten.
Toll besetzter, etwas an den Haaren herbeigezogener Film. Ohne die grosse Besetzung und minus erstklassiger Crew (fantastische Musik!) könnte man sicher von einem B-Picture sprechen.
Extras: Ausser Biografien in Texttafelform ist leider nichts zu finden. Das nicht anamorphe 1,85:1 Bild ist saumässig schlecht und wird dem Film absolut nicht gerecht. Nachzieher und zu weiche, schlierige Konturen sind allzu präsent, Unschärfe macht sich breit. Der Ton ist in Mono als DD 2.0 vorhanden, ganz okay so, allerdings gibt es keine Untertitel. Wie ich erfahren habe, soll Mitte Dezember eine Code 1 DVD mit neuem Bildtransfer erscheinen. Hier heisst es also noch ein bitzeli warten oder noch zur alten Laserdisc greifen!
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DVD-Infos
DVD erschienen am 10.01.2007
- Bildformat: 1.85:1 (nicht anamorph)
- Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 2.0)
- Untertitel: -
- Extras: Biografien



