Suspiria (1977)

Suspiria - In den Krallen des Bösen

Suspiria (1977) Suspiria - In den Krallen des Bösen

Oder: Wo versteckt der alte Mann ein Blatt

Suspiria

Ein Kunststück, dass nur einmal aufgeführt werden kann.

Suzy Bannion (Jessica Harper) will ihr Ballett perfektionieren und hat sich in einer renommierten Tanzschule in Freiburg eingeschrieben. Als sie nach einem langen Flug in Deutschland landet, giesst es jedoch in Strömen, und es dauert lange, bis sie überhaupt ein Taxi findet, welches sie durch den Sturm in die Schule fährt. Kaum hat Suzy die Schule erreicht, stürzt ein völlig verstörtes Mädchen an ihr vorbei und flieht in die Dunkelheit. Suzy schenkt dem Vorfall keine grosse Beachtung und will nur noch die Akademie betreten. Dort sagt ihr aber jemand über die Gegensprechanlage, dass man sie nicht kenne und sie deshalb nicht in die Schule lassen könne. Resigniert zieht Suzy wieder ab und übernachtet an einem anderen Ort.

Suspiria

Ist das Blut?

Am nächsten Morgen begibt sich Suzy nochmals zur Schule, wo sie auch sofort empfangen und aufgenommen wird - anscheinend war die vorherige Nacht bloss ein Irrtum. Doch etwas scheint nicht zu stimmen. Kurz darauf erfährt Suzy, dass das Mädchen, welches in der Vornacht von der Schule geflüchtet ist, brutal ermordet wurde. Auf einmal fallen ihr einige Worte ein, welche das verstörte Mädchen letzte Nacht vor sich hin gebrabbelt hat, die aber keinen wirklichen Sinn ergaben. Suzy schiebt den Gedanken zur Seite und konzentriert sich aufs Tanzen. Doch kaum hat sie sich etwas eingelebt, geschieht Mysteriöses an der Schule: Mädchen verschwinden, Maden fallen von der Decke und der Klavierspieler wird von seinem eigenen Hund zu Tode gebissen. Plötzlich schwebt Suzy in tödlicher Gefahr, aus der es scheinbar kein Entkommen gibt...


DVD-Rating

Wenn man die Geschichte des Horrors ansieht, gibt es eine Hand voll Regisseure, welche aus dem Genre nicht mehr wegzudenken sind. George A. Romero und Tobe Hooper sind zwei davon, und Dario Argento gehört sicher auch dazu. Obwohl es in letzter Zeit sehr ruhig um ihn geworden ist, hat er deutliche Spuren im Horrorgenre hinterlassen. Im Hinblick auf den baldigen Release von Mother of Tears ist es an der Zeit, Dario Argentos erfolgreiche Trilogie der "Three Mothers" genauer zu betrachten. Die Trilogie beinhaltet die Filme Suspiria, Inferno und als dritten Teil Mother of Tears. Namentlich sind die Mütter Mater Lachrymarum (Lady of Tears), Mater Suspiriorum (Lady of Sighs) und Mater Tenebrarum (Lady of Darkness), welche alle jeweils in einem Film behandelt werden.

Nachdem sich Dario Argento bereits mit Deep Red einen Namen als sehr kreativer Horrorregisseur gemacht hatte, lieferte er mit Suspiria einen Schocker ab, der als eines seiner Meisterwerke gilt und vor allem wegen seines experimentellen Stils sehr beliebt ist. Als Film kann man ihn noch am ehesten mit The Shining vergleichen, der etwa ähnlich speziell gefilmt wurde. Im Gegensatz zur Stephen King-Adaption bleibt bei Suspiria die Story jedoch sehr dünn und es werden kaum Hintergrundinformationen geliefert. Deshalb liegt es am Zuschauer, sich die Story zusammenzureimen, denn im Film selber werden nur wenige Antworten oder Anhaltspunkte geliefert. Das hat Argento später in Inferno ausführlich nachgeholt. Doch dies ist auch nicht der Schwerpunkt von Suspiria, denn am meisten punkten kann er mit der Atmosphäre, der zeitweise unglaublichen Spannung und dem völlig bizarren Look, welcher auch der Grundstein zu Argentos Stil wurde. Da spezielles Filmmaterial verwendet und die Sets sowieso schon sehr grell gestaltet wurden, entstand ein beinahe alptraumhafter und völlig surrealer Look, der mit dem genialen Soundtrack eine schon unangenehme Intensität entwickelte.

Obwohl Suspiria eigentlich als Horrorfilm deklariert ist, ist er weit davon entfernt, ein einfacher Film zu sein. Es braucht durchaus eine gewisse Eingewöhnungszeit, bis man sich orientieren kann. Das kommt auch daher, dass vieles unkommentiert bleibt und der Zuschauer doch aktiv mitdenken muss, um zu verstehen, was gerade geschieht. Das hebt Suspiria auch aus der Horrormasse heraus und macht ihn zu einem speziellen Film, den man nicht alle Tage sieht. Der Brutalitätsfaktor und die Splatterszenen haben unter anderem dafür gesorgt, dass der Film lange kaum ungeschnitten zu finden war. Heute, über dreissig Jahre später, haben diese natürlich ihren Biss verloren und können rein optisch kaum mehr schocken. Gepaart mit dem bizarren Soundtrack, sehr gut ausgewählten Schauspielern und der grossartigen Kameraführung können sie aber heute noch packen und in den Sessel drücken.

Fazit: Suspiria ist kein Mainstreamhorror, wie er in der heutigen Zeit vom Stapel gelassen wird und hat klar einen eigenen Charakter. Obwohl er natürlich heute kaum mehr so schocken kann wie damals, was den Splatteraspekt betrifft, hat er trotz seines Alters kaum etwas von seiner Wirkung verloren. Dank dem grossartigen Soundtrack und der ebenso guten Umsetzung entwickelt er eine gewaltige Intensität, welche man selten antrifft und obwohl die Story etwas dünn und auch die Auflösung sowie die eigentliche Handlung recht durchschaubar sind, fällt dies wenig ins Gewicht und wirkt sich hier, ausser im schnell herbeigeführten Finale, kaum negativ aus.

Die DVD enthält den Film in seiner remasterten Version, die mit dem neu abgemischten Soundtrack so aussieht, als wäre sie erst gestern gefilmt worden. Natürlich kann er sein Alter von über dreissig Jahren kaum verstecken, und zwischendurch hinkt der Ton auch ein wenig hinterher, doch das kann man verkraften. Die Bonusdisc enthält eine grosse Dokumentation über das 25. Jubiläum des Filmes, in dem alle Beteiligten nochmals auf den Film zurückblicken, wie er entstanden ist und was er für Hintergründe hat. Sehr dicht und sehr interessant, sicher einen Blick wert.

5.0 Sterne 4.0 Sterne
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5.0 Sterne5 von 0.0-6.0
14.07.2008 / db


DVD-Infos

  • Bildformat: Widescreen 1.85:1 (Anamorph)
  • Sprachen: Englisch: Dolby Digital 5.1, Italienisch Dolby Digital 2.0, Französisch Dolby Digital 2.0
  • Untertitel: -
  • Extras: Trailers, TV Spots, Radio Spots, Music Video, Biographien, Suspiria 25th Anniversary 52 min Doku