Slap Shot (1977)
Schlappschuss
Slap Shot (1977) Schlappschuss
Oder: Herr Meier, das isch ä Gränni!
Die "Chiefs" sind ein erfolgloses Eishockeyteam aus Charleston. Angeführt von ihrem Coach Reggie Dunlop (Paul Newman) verlieren die Jungs jedes Spiel, müssen sich von ihren Fans beschimpfen lassen, und sogar bei der Call-In-Show im Radio gibts keine Fragen von Zuhörern, sondern wüste Beleidigungen. Hinzu kommt, dass das Team Ende Saison aufgelöst werden soll, da in der Stadt keine Arbeit mehr für die Zuschauer möglich ist. Und wenn die Menschen nicht arbeiten, verdienen sie kein Geld und können nicht mehr an die Spiele kommen.
Reggie Dunlop und Kumpanen bekommen dazu noch eine weitere Überraschung geboten. Die Hanson-Brüder! Jeff (Jeff Carlson), Steve (Steve Carlson) und Jack (David Hanson), drei Brüder mit dicken Brillengläsern und einer sehr kindlichen Natur, werden dem Team einverleibt. Sehr zum Missfallen von Coach Dunlop, der diese Kindsköpfe dann auch erst mal auf der Bank schmoren lässt.
Der Erfolg bleibt weiterhin aus, und da der Coach eh nichts mehr zu verlieren hat, schickt er die Hansons aufs Eis. Mit durchschlagendem Erfolg. Mit ihren brutalen Checks, der harten Spielweise und der Lust, sich mit jedem zu prügeln, der sich ihnen in den Weg stellt, schwingen die Hansons nicht nur zu Publikumslieblingen auf, sondern die "Chiefs" beginnen doch tatsächlich, Spiele zu gewinnen.
Das geht soweit, dass das Team im Ligafinale antreten darf. Dort jedoch wollen sie sauber und fair spielen. Dumm nur, dass der Gegner sich die schlimmsten Hockey-Rowdies engagiert hat und das Team um die Hansons im ersten Drittel dem Boden gleichgemacht wird. Das ruft nach Rache. Und so packen Dunlop und seine Mannen nochmals die Fäuste aus.
DVD-Rating
Sportfilme gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Und was Rocky für die Boxer oder Victory für die Fussballer, ist Slap Shot für den Eishockey-Fan. Nämlich die Referenz, die auf unterhaltende, spannende und coole Weise die Verbindung zwischen Sportsequenzen und Storyline bietet. Dazu kriegt man in Slap Shot nicht nur Paul Newman, sondern auch das kultigste Brüdertrio der Filmgeschichte zu sehen.
Unter der Regie des leider 2002 verstorbenen George Roy Hill (The Sting, Butch Cassidy and Sundance Kid) wird uns eine Geschichte erzählt, die anfänglich den üblichen Weg geht. Ein schlechtes Hockeyteam kriegt in der letzten Saison nochmals die Chance, über sich hinaus zu wachsen und zu zeigen, dass sie nicht die Deppen sind, für die sie gehalten werden. Doch im Gegensatz zu den gewöhnlichen Filmen machen sie das nicht mit Kampfwille, Einsatz und patriotischen Gefühlen, sondern mit harten Fäusten, unfairen Taktiken und jeder Menge Prügeleien. Und genau da liegt der immense Unterhaltungsfaktor dieses Films. Eishockey in allen Ehren, aber wenn die Hansons aufs Eis kommen, dann hat das nichts mehr mit Sport zu tun, sondern wird zu einer wüsten Prügelorgie.
Paul Newman, natürlich der "Star" des Films, hält sich erstaunlich zurück und agiert vielfach aus dem Hintergrund. Aber auch er lässt es sich nicht nehmen, tüchtig auszuteilen und sich eine blutige Nase abzuholen. Seine Mimik verrät dann auch, dass er durchaus Spass an solchen Filmen hat. Die eigentlichen Helden des Filmes sind aber natürlich die "Hanson"-Brüder. Die Jungs, bei den Dreharbeiten um die 20 Jahre alt, waren damals schon richtige Eishockeyspieler und machten auf dem Eis die klar beste Figur. Auch heute noch, immerhin über 30 Jahre später, werden die Darsteller noch auf ihre damaligen Rollen angesprochen und auch in den DVD-Extras von Slap Shot stehen sie klar im Mittelpunkt.
Fazit: Slap Shot ist ein toller Film, der den Spagat zwischen spassigem Gekeile auf dem Eis und dem etwas ernsthafteren Hintergrund von Beziehungsproblemen, Arbeitslosigkeit und düsterer Zukunft ohne Probleme schafft. Auf dem Eis gehts mit den Hansons rund, während Paul Newman seine Stärken in den ruhigeren Szenen an den Mann bringen kann. Für Eishockeyfans ist Slap Shot aber definitiv ein Muss.
Leider wurde die DVD von Slap Shot noch keiner digitaler Überarbeitung unterzogen und so kämpft man dann als Zuschauer auch ein bisschen mit dem leisen und qualitativ gewöhnungsbedürftigen Ton. Das Bild ist okay, wenn auch man in der Zwischenzeit schon ein bisschen mehr gewohnt ist. Als Extras wurden die Hansons in den Mittelpunkt gestellt. Sie dürfen den Film via Audiokommentar bereichern und der Fan kriegt in einer Interview-Session einiges an neuem Material über die Brüder, den Film und die Dreharbeiten geboten.
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4.2 Sterne (7 Bewertungen) | 3 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 18.09.2002
- Bildformat: 1.85:1 (anamorph Widescreen)
- Sprachen: Deutsch (Mono 2.0), Englisch (Mono 2.0), Französisch (Mono 2.0)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch, Arabisch, Bulgarisch, Hebräisch
- Extras: Audiokommentar der Hansons-Brüder, Puck-Gespräche mit den Hanson-Brüder, Trailer



