The Hills Have Eyes (1977)

Hügel der blutigen Augen

The Hills Have Eyes (1977) Hügel der blutigen Augen

Oder: Darum sollte man keine Abkürzungen nehmen...

Telefonieren und Sport in einem.

Telefonieren und Sport in einem.

Es hätte ein gemütlicher Ausflug nach Kalifornien werden sollen. Die zusammengewürfelte Familie tuckert in ihrem Wohnwagen durch die Wüste und macht einen letzten Halt bei einer Tankstelle. Der Tankwart ist selber kurz vor der Abreise, denn er hat genug von der Wüste und will endlich die spitzen Felsen mit dem düsteren Geheimnis hinter sich lassen. Deshalb rät er auch Bob (Russ Grieve) - dem pensionierten Polizisten und Oberhaupt der Familie - auf der Hauptstrasse zu bleiben und keinesfalls die Nebenstrassen zu benutzen. Bob ignoriert diesen Rat jedoch und schon bald tuckert die Familie auf einer schmalen Dreckstrasse durch das Niemandsland.

Fleeeiiisch!

Fleeeiiisch!

Natürlich kommt es, wie es kommen muss: Bob hat sich verfahren. Da hilft dann auch keine Karte mehr und zu allem Übel baut er noch einen Unfall, als er einem HaseN ausweichen will. Jetzt sind sie mitten in der Wüste gestrandet, das Auto ist nicht mehr einsatzfähig und sie haben keine Ahnung wo die nächste Siedlung ist. Es bleibt ihnen also nichts anderes übrig als sich aufzuteilen. Die beiden Männer folgen jeweils der Strasse während der jüngste der drei Männer bei den Frauen bleibt. Keiner von ihnen ahnt, was für ein Horror die nächsten Stunden bringen werden, denn seit sie in dem Gebiet angekommen sind, werden sie von gierigen Augen beobachtet und jetzt ist der Moment des Angriffs gekommen.


DVD-Rating

Wes Craven gehört unbestritten zu den wenigen Regisseuren, die das Genre wirklich geprägt und mit Nightmare on Elm Street auch einen der grossen Kultkiller hineingebracht haben. Vor Elm Street gab es aber noch zwei weitere Wes Craven mit hohem Stellenwert für das Genre. Der eine ist Last House on the Left und der andere eben The Hills have Eyes.

Der Film wurde von der Alexander "Sawney" Beans Legende inspiriert, der im 15. Jahrhundert angeblich mit seinem Clan die Ländereien von Schottland in Angst und Schrecken versetzt und etwa tausend Menschen getötet und gegessen haben soll. Diesem Muster folgt auch The Hills have Eyes und skizziert somit das klassische Survivalschocker-Schema: Ein paar Touristen stranden irgendwo im Niemandsland und werden dort von hungrigen Kannibalen erwartet. Diese sind zwar keine von nuklearer Strahlung oder durch Inzest verunstaltete Monster, sondern eher klassische Wilde, doch sind sie immer noch ein enormer Kontrast zu der Familie, welche blauäugig durch die Wüste gondelt.

Wenn man vom Torture-Porn-Zeitalter auf diese Low-Budget-Produktion zurückblickt, wirkt diese natürlich lange nicht so beeindruckend wie seine zeitgenössischen Kollegen. Dennoch schafft es Craven, mit diesem Streifen die klassischen Urängste wachzurütteln. Schrittweise wird der Familie alles genommen, womit sie sich verteidigen könnte und so müssen die Familienmitglieder äusserst kreativ werden, um gegen die Killer zu bestehen. Dadurch wird, was bereits düster begann, immer mehr zu einem Alptraum. Selbst wenn das Finale am helllichten Tag stattfindet, es funktioniert erstaunlich gut und man verfolgt gespannt das Schicksal der Familie. Allerdings wirkt das Ende ein wenig abgewürgt und da weder die Charaktere der Touristen noch die der Kannibalen wirklich vertieft werden, ist es schwer, sich wirklich mit den Opfern anzufreunden.

Fazit: An The Hills have Eyes nagt klar der Zahn der Zeit, denn nach rund vierzig Jahren hat es der Survival-Schocker natürlich schwer, noch visuell zu beeindrucken. Dennoch bringt der Film das Konzept des Survival-Schockers auf den Punkt und kombiniert rohe animalische Gewalt mit einem gnadenlosen Überlebenskampf, bei dem die Familie alle Register ziehen muss, um gegen die Kannibalen zu bestehen. Dadurch kann er auch einige intensive Momente bieten und Spannung aufbauen. In diesem Sinne, wer sich für die Geschichte des Horrors interessiert, kommt nicht um The Hills have Eyes herum, der auch heute noch erstaunlich gut funktioniert.

Die DVD liefert den Film in einer verständlicherweise mässigen Qualität und kann auch im Ton nicht wirklich überzeugen. Das Bonusmaterial beinhaltet umfassende Dokumentationen, bei denen die Beteiligten schmunzelnd auf ihre Anfänge zurückblicken und berichten, unter welchen Bedingungen sie damals gearbeitet haben. Die zweite DVD ist hingegen eine eher unnötige Anhäufung von Material, das sich zum Teil mit der ersten Disc überschneidet und ausser einem Rückblick auf das Filmschaffen von Wes Craven nichts zu bieten hat.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.04

 

21.06.2011 / db

Community:

Bewertung: 4.1 (7 Bewertungen)

 

 

» Deine Wertung?

Kommentare:

0 Kommentare