Annie Hall (1977)

Der Stadtneurotiker

Annie Hall (1977) Der Stadtneurotiker

Oder: Neurosen in New York

Annie Hall

Keatons Ankleide löste einen kurzen Modeboom aus.

Alvy Singer (Woody Allen) ist ein erfolgreicher Komiker, intellektuell geprägt, jüdischer Herkunft und ein ziemlich neurotischer Kerl, der es sich mit Frauen regelmässig verscherzt. Er lernt Annie Hall (Diane Keaton) kennen, verliebt sich in sie und trifft in ihr auf einen neurotischen Gegenpart. Hochs und Tiefs wechseln sich in ihrer Beziehung ab, in der sie sich gegenseitig mit ihren psychoanalytischen Weisheiten übertrumpfen. Alvy verliert auch Annie und nimmt sogar eine Reise ins verhasste Kalifornien auf sich um sie zurückzugewinnen.


DVD-Rating

Parallelschnitt, zwei Psychotherapeuten, zwei verschiedene Praxen: "Wie oft schlafen sie miteinander?" Alvy:"Kaum, vielleicht 3mal die Woche." Annie: "Andauernd, sicher 3mal die Woche."

Und noch mehr solcher Pralinen hält der mehrfach mit dem Oscar ausgezeichnete (Buch, Regie, Hauptdarstellerin, Film) Annie Hall bereit. In Vor- und Rückblenden wird das Leben und Liebesleben von Alvy erzählt, der sich desöfteren direkt zur Kamera wendet und mit dem Publikum spricht. Unterstützt wird Woody Allen von einer fast hibelig agierenden Diane Keaton und einigen überraschenden Zaungästen wie Sänger Paul Simon (man achte auf einen Kurzauftritt von Jeff Goldblum).

Annie Hall ist sowas wie ein Vorläufer der seither zahlreich auf uns einprasselnden romantischen Liebeskomödien, mit Betonung auf Komödie und seinem engsten Verwandten When Harry Met Sally. Allen setzt deutlich mehr auf geschwinde Dialogduelle und intellektuelle Auseinandersetzungen als auf romantische tête-à-têtes im Kerzenschein (*gähn*), ebenso wie auf die fast schrullig-skurillen, oft unverhofft daherkommenden Rückblenden. Die Mischung aus (pre-Annie Hall) Slapstick und Dialogschwere (post-Annie Hall) wird nicht jedem munden, denn anspruchslos seichte Unterhaltung ist Annie Hall auf keinen Fall und gerade in der originalen Sprachfassung muss man schon das beste Schulenglisch hervorzaubern (oder die Untertitel einblenden...) um wirklich mitzukommen. Ohne Zweifel, das ist eines der Kronjuwelen in Allens Filmografie und nicht unverdient mit so viel Lob überschüttet worden. Ich schliesse mich an.

Leider hat sich MGM nicht die Mühe gemacht ausser einem Trailer irgendwelche Extras hinzuzufügen. Für einen Oscar gekrönten Film wirklich eine Schande.

5.2 Sterne 2.0 Sterne
5.2 Sterne (30 Bewertungen) | 8 Kommentare

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08.02.2004 / Impuls (Inhalt), pb (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 17.11.2003

  • Bildformat: 1:1,85 (16:9); 1,33:1 (4:3)
  • Sprachen: Deutsch (Dolby Surround), Französisch, Englisch (Mono), Italienisch, Spanisch
  • Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Französisch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Holländisch, Italienisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch, Dänisch, Norwegisch, Polnisch
  • Extras: Trailer