Murder by Death (1976)

Eine Leiche zum Dessert

Murder by Death (1976) Eine Leiche zum Dessert

Oder: Starensemble vor einem unlösbaren Problem?

Murder by Death

Warst du's?

Der exzentrische Millionär Lionel Twain (Truman Capote) hält sich für den grössten Kriminologen der Geschichte. Und das will er nun beweisen, indem er die fünf besten Detektive zu sich auf sein Schloss einlädt und ihnen einen Mordfall präsentiert, den sie zu lösen haben.

Und sie kommen alle. Inspektor Wang (Peter Sellers), Dick Charleston (David Niven), Milo Perrier (James Coco), Jessica Marbles (Elsa Lancester) und Sam Diamond (Peter Falk) klopfen an die Türe, haben ihre Begleiter dabei und werden vom blinden Diener (What a Name!) Jamesir Bensonmum (Alec Guiness) auf ihre Zimmer geführt.

Murder by Death

Sayonara

Bereits bei der Ankunft wird klar, Twain hat's faustdick hinter den Ohren. Er versucht mehrmals, die Gäste unter die Erde zu bringen, lässt Schwerter fallen, vergiftet Weine und macht die Gruppe parat für das ultimative Verbrechen. Er will, genau um Mitternacht, eine Leiche präsentieren und jemand aus dem Gästekreis wird der Mörder sein. Und natürlich auch das Opfer.

Während sich die Detektive nun zusammenraufen, um Hinweise und Clues zu sammeln, rückt der Zeiger unwiderruflich voran. Nach einigen mysteriösen Erlebnissen finden sich alle Gäste am Tisch wieder. Es schlägt Zwölf und eine Leiche kündigt sich an....


DVD-Rating

Wer kennt sie nicht. Die Filme, in denen es einen Mord aufzuklären gibt, mit Hinweisen um sich geworfen wird und dann am Schluss ein Täter präsentiert wird, den man vorher noch gar nie gesehen hat. Genau diese Filme (und Bücher) gingen Regisseur Robert Moore auf den Zeiger, und aus diesem Grund persifliert er diese Art des "Whodunnit" auf gekonnte Weise in einem Kammerspiel namens Murder by Death.

Der Film spielt mit den Voraussetzungen des klassischen Krimis. Viele helle Köpfe kombinieren gemeinsam, die Egos prallen aufeinander, und der Zuschauer wird eh die ganze Zeit an der Nase herumgeführt. Das macht soviel Spass, dass es auch völlig egal ist, dass einzelne Szenen wenig Sinn ergeben und zwischendurch die Sprüche auch ein wenig platt sind. Dafür sind die Darsteller hervorragend aufgelegt und bieten eine Krimikomödie der Extraklasse.

Angeführt wird die Truppe von Peter Sellers (Dr. Strangelove), der als asiatischer Detektiv geniale Wortspiele loslässt und Glückskekssprüche zitiert. Desweiteren sind David Niven (Casino Royale), Maggie Smith (Harry Potter and the Order of the Phoenix) oder "Columbo" Peter Falk (The Great Race) mit von der Partie und halten sich mit Kommentaren, zynischen Worten und Slapstickszenen nicht zurück. Sogar der sonst recht spezielle Truman Capote gibt sich die Ehre. Von dem coolen Klingelschrei aus King Kong fangen wir mal besser gar nicht an.

Zu zwei Schauspielern gibt es noch etwas speziellere Geschichten. Einmal bedeutete Murder by Death das Kinodebüt eines gewissen James Cromwell (I Robot, The Queen). Ausserdem ist bekannt, dass der grosse Alec Guiness während den Filmpausen das Drehbuch eines Zukunftsmärchens namens Star Wars las und die Geschichte noch recht spannend fand. Der Rest ist Geschichte.

Fazit: Murder by Death ist eine geniale Komödie, die in knapp 90 Minuten Spieldauer nie langweilig wird und bei der man ständig am Mitraten ist. Dazu gibt es herrliche Sequenzen mit den grossen Stars, denen ihr Image für einmal absolut Wurst zu sein schien. Tolle Unterhaltung, exzellente Darsteller und einfach ein Heidenspass.

Die DVD zu Murder by Death ist leider nur in einer qualitativ recht laschen Version erhältlich. In diversen Sprachfassungen wird leider nur ein Mono-Ton geboten und auch da scheppert's zwischendurch. Ebenso müssen beim Bild Abstriche gemacht werden, denn es präsentiert sich recht verschmiert und halt altersbedingt in nicht berauschendem Zustand. Als Extras gibt es ein recht interessantes Gespräch mit Neil Simon, der das Drehbuch schrieb und erzählt, wie denn all diese Namen für diesen Film verpflichtet werden konnten. Ein paar Trailers und Filmografien als Texttafeln runden das Angebot ab.

5.2 Sterne 2.8 Sterne
5.2 Sterne (12 Bewertungen) | 2 Kommentare

66
07.06.2009 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 07.04.2003

  • Bildformat: 1.85:1 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch (Mono); Englisch (Mono); Spanisch (Mono); Französisch (Mono); Italienisch (Mono)
  • Untertitel: Deutsch; Englisch; Finnisch; Französisch; Italienisch; Schwedisch; Spanisch; Türkisch; Ungarisch, uvm
  • Extras: Gespräch mit Neil Simon; Filmographien; Trailer