Logan's Run (1976)
Flucht ins 23. Jahrhundert
Logan's Run (1976) Flucht ins 23. Jahrhundert
Oder: Nix wie raus!
Im 23. Jahrhundert lebt die Menschheit unter verschiedenen Kuppeln, bestellen sich den Bettpartner via "Liebeskanal" und tragen luftig-lustige Kleidung. Dieses oberflächliche, aber sorgenfreie, Leben dauert aber nicht ewig. Kaum hat ein Mensch sein 30. Lebensjahr erreicht, kommt er ins Karussell zur "Erneuerung".
Logan 5 (Michael York) ist ein Sandman, ein Wächter/Polizist, und jagt bei jeder Erneuerungszeremonie die Flüchtigen, die "Runner". Auch dieses Mal hat er mit seinem Kollegen Francis 7 (Richard Jordan) ein Ziel bekommen, das es zu eliminieren gibt.
Ein gigantischer Computer herrscht über diese Kuppeln und die Legende eines Zufluchtsortes ausserhalb seiner Kontrolle, dem sogenannten "Sanctuary" scheint ihn zu beschäftigen. Aus diesem Grund sucht er einen erfahrenen Sandman, der versuchen soll, dieses Rätsel zu lösen, die Gruppen derjenigen zu unterwandern, über die der Computer keine Kontrolle hat. Dafür ausgewählt hat er Logan 5.
Dieser hängt sich an Jessica 6 (Jenny Agutter), von der er zu wissen glaubt, dass sie mit den "Runnern" sympathisiert. Durch sie will Logan 5 sein Ziel erreichen und schon bald sind die beiden auf dem Weg durch ein verwirrendes Labyrinth, auf direktem Weg zum Androiden "Box". Und spätestens dort wird auch Logan 5 klar, dass er die Freiheit, die er momentan besitzt, keinesfalls wieder aufgeben will.
DVD-Rating
Vor ein paar Jahren kriegten wir im Kino The Island zu sehen, in dem Menschen aus der Isolation die Flucht aus deren Gesellschaft wagten und die Freiheit, sowie Menscheit, neu entdeckten. Logan's Run darf von der Handlung her als das Original des Films von Michael Bay betrachtet werden. Basierend auf einer bekannten Romanvorlage wurde dieser Film 1976 zu einem Grosserfolg.
Ein Jahr, bevor Star Wars - Episode 4 die Welt eroberte, schaffte Regisseur Michael Anderson es bereits, die Zuschauer in eine zwar oberflächlich schöne, aber gar brutale Zukunftsvision zu entführen. Den Menschen in den Kuppeln fehlt es an nichts, der Zeitvertreib macht Spass und auf den ersten Blick scheinen wirklich allesamt recht zufrieden zu sein. Dass sie natürlich nicht wissen, dass es ausserhalb der Kuppeln auch Leben gibt, ist dem Klima recht förderlich. So kommt keiner auf dumme Gedanken, das Leben (bis 30) geht seinen Weg und kritische Fragen kommen gar nicht erst auf.
Es mag ja sein, dass diese 70er-Jahre-Filme heutzutage eher ein Lächeln hervorrufen als Spannung oder gar mehr. Und es stimmt ebenfalls, dass es die Filmemacher zur damaligen Zeit gerne mal mit psychodelischen Tönen und Farben übertrieben. Das ist bei Logan's Run keinesfalls anders, passt aber hervorragend zur Grundstimmung des Films, der von kindlich naiv bis zur Offenbarung des Sonnenaufgangs so ziemlich alles zu bieten hat.
Michael York war damals gut im (finanziellen) Rennen, drehte ansprechende Filme und hätte sich nie gedacht, einmal als Kasper von Austin Powers auf der Kinoleinwand zu sehen zu sein. Er ist ganz klar der Mittelpunkt des Films und behauptet sich locker gegen seine Co-Stars Richard Jordan (verstarb 1993 an einem Gehirntumor) und Jenny Agutter (Irina Palm, Childs Play 2).
Als Gäste sieht man in Logan's Run übrigens auch Farrah Fawcett (Extremities), die aber nur eine kleine Rolle hat. Grösser und gewohnt beeindruckend schlägt sich Sir Peter Ustinov (Spartacus, Quo Vadis), der sich eine ganz wichtige und interessante Rolle geschnappt hat.
Fazit: Logan's Run mag auf den ersten Blick als typisches 70er-Vehikel ein wenig abschrecken. Wer aber hinter die wallenden Kleider und schrägen Frisuren guckt, der entdeckt eine richtig spannende Story, die an Aktualität über die Jahre hinweg gar nicht soviel verloren hat und auch heute noch absolut zu überzeugen weiss.
Ein traurigeres Kapitel ist die DVD. Nicht nur, dass keinerlei Extras auf die Disc gepresst wurden, es fehlt auch ein anständiger Ton (Stereo ist ja schön und gut, aber genügt einfach nicht mehr) und das Bild lässt ebenfalls vielfach zu wünschen übrig. Es ist und bleibt halt ein Film, der über 30 Jahre auf dem Buckel und bisher leider noch keine digitale Überarbeitung spendiert bekommen hat.
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DVD-Infos
Special Edition, erschienen am 13.07.2007
- Bildformat: 2.35:1 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (Mono), Englisch (Stereo)
- Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
- Extras: Keine



