Carrie (1976)
Carrie - Des Satans jüngste Tochter
Carrie (1976) Carrie - Des Satans jüngste Tochter
Oder: Jetzt schau doch nicht so bös....
Carrie White (Sissy Spacek) hat es nicht leicht. In der Schule wird sie verschupft, von ihrer religiös-wahnsinnigen Mutter (Piper Laurie) von der Aussenwelt isoliert und handfest an die Existenz Jesu' erinnert und dann noch das. Nach dem Turnunterricht beginnt sie in der Schamgegend zu bluten. Was andere als Periode oder Monatsblutung bereits kennen, löst in Carrie Todesangst und Schrecken aus. Von ihren Klassenkameradinnen mit Tampons beworfen flüchtet sie sich in die Arme der Turnlehrerin, wo sie ein bisschen Halt findet. Beim darauffolgenden Gespräch im Rektorzimmer wird Carrie erstmals so richtig gereizt, dass sie beginnt Gegenstände mit geistiger Kraft zu bewegen. Aber auffallen tuts niemandem gross... Noch...
Da der Abschlussball ansteht und sie wegen der Carrie-Situation ein schlechtes Gewissen hat, kommt der Klassenkameradin Sue Snell (Amy Irving) eine Idee. Um dem Mauerblümchen Carrie ein Date zu verschaffen, wird Sue's Freund Tommy (William Katt) eingespannt, der die schüchterne Carrie zum Ball begleiten soll. Und nach anfänglichem Zögern, sagt sie sogar zu.
Aufgrund der Vorkommnisse im Turnsaal wurde einer anderen Mitschülerin die Teilnahme am Ball verweigert. Chris Hargensen (Nancy Allen) hat drum schreckliches vor. Zusammen mit ihrem älteren Freund Billy Nolan (John Travolta) schmiedet sie einen Racheplan gegen Carrie, der unglaubliche Ausmasse annehmen wird. In einer nächtlichen Aktion wird ein Schwein getötet, dessen Blut in einen Eimer gefüllt und und im Tanzsaal über der Bühne versteckt. Genau dort, wo dann beim Ball das Päärchen des Abends präsentiert werden soll....
Natürlich kommts wies kommen muss. Carrie und Tommy werden Ballkönigin und Ballkönig, Carrie hat die schönste Nacht ihres Lebens und genau in diesem Moment fällt der Eimer Schweineblut. Was dann folgt, ist die furchtbare Rache einer Telekinetin, die sich nicht mehr unter Kontrolle hat und den Abschlussball in ein Blutbad und eine Feuerkatastrophe verwandelt.
Anschliessend bittet sie ihre Mutter zuhause um Vergebung, wird jedoch mit dem Wahnsinn des Gottesglauben konfrontiert und das Schicksal zwischen Mutter und Tochter nimmt seinen Lauf.
DVD-Rating
Wer die Bücher von Stephen King kennt, der wird um Carrie nicht herumgekommen sein. Sein erstes Buch, das verfilmt wurde und der Start einer beispiellosen Karriere des Autors. Ebenso war Carrie der Durchbruch des Regisseurs Brian de Palma, der in den Jahren danach mit Filmen wie The Untouchables, Carlitos Way oder Mission Impossible diverse weltbekannte Filme lieferte. Und wenn wir schon grad bei Premieren und Durchbrüchen sind, dann könnten wir eigentlich auch die Schauspieler Sissy Spacek, Nancy Allen und John Travolta nennen, denen dieser Film den Startschuss für eine lange, noch immer andauernde Filmkarriere bedeutete.
Der Film an sich ist meiner Meinung nach sehr bedrückend und stellt den alltäglichen Horror sehr gut dar. (Mädchen können soooo gemein sein...) Er schleppt sich aber auch zeitweise etwas dahin, bis er dann zum ultimativen Höhepunkt startet, welcher beim Vorfall am Abschlussball zu einem grandiosen Finale ausartet. Selten gab es solch Intensität zu sehen, selten wurde eine Figur vom einen Augenblick zum anderen aus einem unscheinbaren und sympathischen Mädchen zum gnadenlosen Killer. Und über die allerletzte Szene mit dem Grab brauchen wir nicht zu diskutieren. Das ist weltberühmt und wer da nicht vom Stuhl kippt......
Schauspielerisch sind es natürlich die damals noch unbekannten Darsteller, denen man besonders auf die Finger schaut. Sissy Spacek spielt klasse. Die Tatsache, dass sie eigentlich nur durch Zufall zu dieser Rolle kam, wird im Feature "Die Schauspieler" noch näher beleuchtet und liess mich doch recht erstaunt zurück. John Travolta hat eine kleine, aber entscheidende Rolle und war damals schon ein Bösewicht. Dass aus ihm nachher der Tänzer der Nation wurde, hätte man damals noch nicht gedacht.
Fazit: Carrie ist nicht nur eines von Stephen King's besten Büchern, sondern überzeugt auch als Film absolut. Zwar merkt man ihm heutzutage das Alter schon an, aber die diversen Konfrontationen der Hauptperson mit Klassenkameradinnen, ihrer Mutter oder auch anderen sind heute als Klassiker zu bezeichnen. Langsam baut sich die Stimmung auf und wenn schlussendlich der Kessel fällt, dann geht's rund und man mag die Augen nicht mehr vom TV nehmen. Super Sache!
Wenn so ein Klassiker endlich auf DVD erhältlich ist, fragt man sich natürlich nach den Features. Denn nicht nur gibt der Film einiges zu bereden, sondern auch die Hintergründe und die Realisation des Stoffes. Viele Fragen werden in verschiedenen Dokumentationen über die Schauspieler (in dem die gealterten Actors zu Wort kommen) und dem Umsetzungsprozess vom Buch zum Film beantwortet. Dazu ein kleiner Bericht über das Musical (!), eine schöne Fotogalerie, der originale Kinotrailer und eine (leider nur) schriftliche Möglichkeit, die Meinung von Stephen King zum Film zu lesen. Ebenfalls der DVD beiliegend ist ein Booklet, dass auf 8 Seiten noch mehr wertvolle Infos zum Film gibt. So müssen Klassiker vermarktet werden, denn mit all den Features kann auch der heutige Fan den Zugang zu solchen Meisterwerken finden.
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4.3 Sterne (20 Bewertungen) | 2 Kommentare
DVD-Infos
Gold Edition, erschienen am 27.04.2004
- Bildformat: 1.85:1 (16:9 Widescreen)
- Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1), Spanisch (Dolby 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Spanisch
- Extras: Dokumentation: Die Schauspieler, Dokumentation: Umsetzung vom Wort zum Bild, Featurette: Das Musical "Carrie", Stephen King und die Entstehung von Carrie, Fotogalerie, Kinotrailer, 8-seitiges Booklet




