Rollerball (1975)

Rollerball (1975)

Oder: Dein Team ist tot? Weiterkämpfen!

Rollerball

Let's get Ready to rumble...

Wir schreiben das Jahr 2018. Brutalität und Kriminaltiät sind aus der Gesellschaft verbannt worden, und Kriege gehören ebenfalls der Vergangenheit an. Inzwischen wurde nämlich die Politik sowie die persönliche Freiheit und Indivdualität abgeschafft. Gigantische Konzerne regieren die Welt. Durch die komplette Kontrolle über Informationen und jede einzelne Person, verfügen die Konzerne beinahe über uneingeschränkte Macht. So fällen einige Führungspersonen Entscheidungen auf globaler Basis, welche ohne in Frage zu stellen ausgeführt werden.

Rollerball

Das sieht ungesund aus...

Um die Massen zu unterhalten und ihnen ein Ventil für Frustrationsabbau zu geben, wird ein spektakuläres und tödliches Spiel ins Leben gerufen: "Rollarball". Nur wenige Spieler überleben eine Saison, und noch weniger spielen so lange, um berühmt zu werden. Einer dieser Spieler ist allerdings ein Zehn-Jahre-Veteran, der die Massen absolut begeistert: Jonathan E. (James Caan). Allerdings hat er inzwischen als Individuum eine solche Macht erreicht, dass es die Konzernbosse nervös macht. Jetzt drängen sie ihn zum Rücktritt, doch für Jonathan gelten die Regeln der Arena und nicht die der Konzerne. Er will seine Freiheit erkämpfen, koste es, was es wolle. Eine Entscheidung, die ihn viel mehr kosten wird, als er jemals hätte erahnen können...


DVD-Rating

Wenn man sich mit Endzeitfilmen und den damit verbundenen tödlichen Gladiatorenkämpfen beschäftigt, stolpert man früher oder später über Rollerball. Rollerball basierte ursprünglich auf der Kurzgeschichte "Roller Ball Murder", die einst im Esquire Magazin veröffentlicht und dort von Regisseur Norman Jewison gelesen wurde. Jewison war sofort begeistert von der Geschichte und deren Potential und ging bei den grossen Studios auf Werbetour. Allerdings wurde er überall abgewiesen, weil die Geschichte für unverfilmbar gehalten wurde. Nachdem Jewison die Rechte selber gekauft hatte, gab er beim Autor der Kurzgeschichte ein Drehbuch in Auftrag und erhielt, kaum geschrieben, schon einen Deal mit einem Studio. Für den Film musste allerdings das bereits in der Kurzgeschichte erwähnte Rollerball nochmals generalüberholt werden. So entstand schliesslich nur für diesen Film eine komplett neue Sportart. Rollerball - eine Mischung aus Hockey, Motorradrennen, Boxen und Football - wurde dabei so brutal konzipiert, um die Blutgeilheit des Publikums anzuprangern.

In den rund zwei Stunden geht es aber nur dreimal in die eigentliche Rollerball Arena - am Anfang in der Mitte und im Finale. Dazwischen wird versucht, dem Zuschauer die düstere Vision der Zukunft näher zu bringen. Dabei kommt es primär zu vielen kryptischen Erklärungen, welche bis zum Schluss sehr wage bleiben und höchstens einen sehr oberflächlichen Einblick in das an sich sehr gute Konzept geben. Viele schöne, aber doch recht überflüssige Füllszenen ziehen das Ganze endlos in die Länge, und so muss man die wenigen Infos mit riesigen Hängern erkaufen. Trotz alldem wird eine interessante und tragische Geschichte rund um den Spieler Jonathan E erzählt, der aus reiner Überzeugung einen scheinbar aussichtslosen Kampf gegen Konzernbosse ausfechtet.

Doch letztendlich bleibt neben Jonathan E das tödliche Gladiatorenspiel Rollerball das Herz des Filmes, und hier hat Regisseur Jewison grossartige Arbeit geleistet. Es werden spektakuläre Szenen geboten, welche trotz des angestaubten Looks einfach mitreissen, die Energie und die Brutalität der Sportart sehr gut einfangen und aus dem Kampf in der Arena einen Event machen, der begeistert. Ganz im Gegensatz zu den Schauspielern, welche zwar solide Leistungen bringen, aber meistens blass bis gelangweilt bleiben.

Fazit: Rollerball fährt zwar mit einem gut ausgearbeiteten Szenario und einer perfektionierten Sportart auf, doch von der düsteren Zukunftsvision wird kaum etwas gezeigt. Im Gegensatz zu Filmen wie Running Man oder Death Race 2000 sieht man kaum etwas von der Gesellschaft, was dem Film viel an Atmosphäre nimmt. Riesige Hänger zwischen den Arenakämpfen mit wenig Informationen drücken dabei enorm auf den Spielfluss. Allerdings kann die tragische Geschichte um den Antiheld Jonathan E. sowie die spektakulären Rollerballszenen vieles kompensieren. Auch wenn das Ganze die Brutalität anprangern soll, können diese Szenen noch am ehesten überzeugen.

Die getestete Code 1 DVD gehört zur ganz alten, zweiseitigen Generation, welche den Film auf der einen Seite in Widescreen und auf der anderen in Vollbild liefert. Der Film wird dabei in einer durchaus ordendlichen Qualität geboten, welche zwar zwischendurch etwas zu dunkeln ist, aber ansonsten durchaus gute Qualität hat. Der Ton bleibt allerdings mit Stereosound recht frontlastig und auch recht dumpf. Das Bonusmaterial setzt sich aus einem Audiokommentar zusammen, welcher die aufwändige Entstehung des Filmes behandelt und einem kurzen Featurette mit einigen oberflächlichen Informationen.

4.4 Sterne 3.0 Sterne
4.4 Sterne (8 Bewertungen) | 2 Kommentare

4.0 Sterne4 von 0.0-6.0
02.03.2009 / db


DVD-Infos

  • Bildformat: Widescreen 1.85:1 Anamorph
  • Sprachen: Englisch (DD 5.1); Französisch (DD 2.0)
  • Untertitel: Englisch, Französisch, Spanisch
  • Extras: Audiokommentar des Regisseurs; Interaktives Rollergame; Quiz; Produktionsnotizen