One Flew Over the Cuckoo's Nest (1975)

Einer flog übers Kuckucksnest

One Flew Over the Cuckoo's Nest (1975) Einer flog übers Kuckucksnest

Oder: Evil wears a Hübli

One Flew Over the Cuckoo's Nest

Auch das Aufstrecken will geübt sein

RP Murphy (Jack Nicholson) ist ein kleiner Gauner, der sich vor eier Gefängnisstrafe und dem Arbeitslager drücken will. Aus diesem Grund lässt er sich in eine psychiatrische Anstalt einweisen, in dem er bald für Furore sorgen will. Ein bisschen rumhängen, die "Irren" verarschen und auf der faulen Haut liegen. Aber so einfach, wie sich das Murphy vorgestellt hat, ist es dann doch nicht.

Die Leitung der Anstalt unterliegt Schwester Ratched (Louise Fletcher). Die resolute Dame hat genaue Vorstellungen vom Tagesablauf der Insassen und hält auch sonst nicht viel vom Neuling Murphy, den sie mehr als einmal zurechtweisen muss. Mit Hilfe der Medizin und einer speziellen Therapie hat sie die Insassen unter ihre Kontrolle gebracht. Freies Denken wird nicht gern gesehen und die Männer sind meist nur noch ein Häufchen Elend.

One Flew Over the Cuckoo's Nest

Der Teufel trägt Häubchen

Der junge Billy (Brad Dourif) kann nicht aus dem übermächtigen Schatten seiner Mutter springen. Taber (Christohper Lloyd) ist aggressiv, Martini (Danny DeVito) verstört und der Häuptling (Will Sampson) scheinbar taub und stumm. Ihnen allen versucht nun RP Murphy neuen Lebenswillen einzuhauchen. Er stellt ein Basketballspiel auf die Beine, "entführt" seine Kumpels zu einem Angelausflug und schleppt sogar Alkohol und Nutten an.

Doch auch Murphy muss bald einsehen, dass gegen die Methoden von Schwester Ratched kein Kraut gewachsen zu sein scheint. Ausserdem findet er heraus, dass die meisten Insassen freiwillig im Institut sind und inzwischen den Mut nicht mehr haben, einfach durch die Türe in die Freiheit zu laufen. Die Szenerie spitzt sich zu. Murphy will raus. Aber Schwester Ratched hat schon lange ein Auge auf ihn geworfen und will den Störenfried disziplinieren.


DVD-Rating

1976 war One flew over the Cuckoos Nest der Abräumer an den Oscar-Verleihungen. Satte neumal wurde der Film von Milos Forman (inszenierte auch Man on the Moon oder Amadeus) von der Jury nominiert und durfte schlussendlich verdiente fünf Statuen einheimsen. Und das in allen wichtigen Kategorien. Jack Nicholson und Louise Fletcher wurden zu verdienten Stars, wobei er danach das glücklichere Händchen in der Rollenauswahl hatte und zum Weltstar wurde.

Dem Film liegt eine interessante Thematik zu Grunde. Basierend auf einem Buch von Ken Kesey, wird gezeigt, wie im "kleinen" Rahmen versucht wird, eins freidenkende Menschen zu beeinflussen und zu kontrollieren. Denn spätestens, wenn im Film entblösst wird, dass die Mehrheit der Insassen der psychiatrischen Klinik auf freiwilliger Basis dort sind (und somit eigentlich theoretisch jederzeit die Klinik verlassen könnten), fängt der Zuschauer an zu leer zu schlucken.

Jack Nicholson fräst wie ein Wirbelwind durch den monotonen Alltag der Patienten und bringt frischen Wind (und freie Gedanken) in die Klinik. Das macht er zeitweise herrlich übertrieben, jedoch nie, ohne den Sinn fürs Ernste ganz aus den Augen zu verlieren. Seine Konfrontationen mit der von Louise Fletcher starr und scheinbar emotionslos gespielten Oberschwester Ratched sind sehr gut in Szene gesetzt und auch wenn die Dame auf den ersten Blick einen recht harmlosen Eindruck macht, so zeigt auch sie bald ihr böses Gesicht und sorgt für Dramatik.

Neben den beiden erwähnten Hauptfiguren erkennen wir in One flew over the Cuckoos Nest diverse Schauspieler wieder. Danny DeVito (der mit seiner Teilnahme dem Produzenten und Kumpel Michael Douglas einen Gefallen getan hat), Christopher Lloyd (Back to the Future) oder ein ganz junger Brad Dourif (Lord of the Rings 2) tummeln sich da in weissen Kitteln und geben als kurrliger Haufen psychisch Kranker eine tolle Vorstellung. Ebenfalls beeindruckend ist der grosse Will Sampson als "Häuptling". Er verstarb 1987. Sein Tod wird gerne in der Thematik der Poltergeist-Tode erwähnt.

Fazit: Inzwischen ein richtiger Klassiker geworden, nimmt One flew over the Cuckoos Nest nur langsam Fahrt auf und hat vor allem zu Beginn einige lustige Sequenzen, wenn Jack Nicholson die "Kranken" ausnimmt und veräppelt. Das Basketball-Training ist dann auch richtig witzig. Dann wirds ernster und die hervorragenden Schauspieler vermitteln die Geschichte auf wunderbare und intensive Weise. Ein richtig guter Film, für den man sich wirklich mal Zeit nehmen sollte.

Die erhältliche Doppel-DVD hat auf der zweiten Disc ein tolles, fast 50-minütiges, Making-Of zu bieten, in dem nicht nur die Schauspieler sich über die Geschichte auslassen können, sondern auch Produzent Michael Douglas erzählt, was ihn dazu bewegt hat, diesen Film zu produzieren und was Papa Kirk Douglas damit zu tun hat. Sehr informativ und eine tolle Ergänzung zum eigentlichen Film. Die zusätzlichen Szenen sind zwar technisch schlecht, aber inhaltlich interessant. Vor allem der "Chief" hat einige Auftritte. Der offizielle Trailer schliesst das sehr gute Extrapaket ab.

Technisch ist One flew over the Cuckoos Nest nicht auf dem höchsten Standart. Immerhin hat der Film auch schon einige Jährchen auf dem Buckel. Trotzdem gehts ohne grosse Schmierereien und Störungen und auch der Ton ist, immerhin im Original in Dolby Digital abrufbar, okay.

5.4 Sterne 4.0 Sterne
5.4 Sterne (49 Bewertungen) | 5 Kommentare

5.0 Sterne5 von 0.0-6.0
22.05.2008 / muri


DVD-Infos

Special Edition, erschienen am 19.09.2002


    One Flew Over the Cuckoo's Nest (1975)
    Bewertung: 5.4 (49 Bewertungen)
    5.4 Sterne » BewertenOne Flew Over the Cuckoo's Nest (1975)065.3649

    » Filminfos
    » Review: DVD (Special Edition)

    » Bilder


    Shopping - jetzt kaufen:
    Blu-rays, DVDs, Posters & Soundtracks