Jaws (1975)

Der Weisse Hai

Jaws (1975) Der Weisse Hai

Oder: Schni...schna... Touristenmampf!

Jaws

Auf Augenhöhe!

Amity Island, friedlich schlafende Touristeninsel, deren Bewohner auf die demnächst einstürzende, hochsaisonale Flut von Ausflüglern und Feriengästen mit Ungeduld warten, schliesslich bringt die kommende Badesaison nicht nur Lärm und Massen, sondern auch Geld. Polizeichef Brody (Roy Scheider) ist mit seiner Familie vor kurzem auf die Insel gezogen um der gewalttätigen Grossstadt zu entfliehen, aber ausgerechnet er hat ein Problem mit Wasser...! Nun gut, die Insel bietet ja auch so einiges an Land, wäre da nicht gerade ein Vorfall mit einer recht übel zugerichteten Jugendlichen, die an den Strand geschwemmt wurde.

Jaws

Kleines Schiff, grosser Hai!

Nach weiteren "Unfällen" lässt Chief Brody Haialarm auslösen, was den Behörden der Insel gar nicht behagt, schliesslich stehen die Ferien vor der Tür und man will die Touristen doch nicht verängstigen. Als zur Haijagd geblasen wird und ein ansehnliches Exemplar (nebst anderem) gefangen wird, suhlt man sich vorerst in Sicherheit. Brody aber ruft den Ozeanologen Matt Hooper (Richard Dreyfuss) zu Hilfe, der alsbald auf einen grossen weissen Hai als Verursacher schliesst. Zusammen mit dem Haudegen Quint (Robert Shaw) wollen Brody und Hooper dem Hai an die Gurgel...


DVD-Rating

Jaws ist quasi Synonym für das Wort Blockbuster, es war einer der ersten Filme, die weltumspannend mit diesem Wort in Verbindung gebracht wurden und er führte bis 1977 die Hitparade der erfolgreichsten Filme aller Zeiten an. Zweifellos und abgesehen vom Erfolg von Jaws, den man in unseren Breitengraden als Der weisse Hai kennt, ist Steven Spielbergs zweiter Kinofilm ein brillantes Werk in eigentlich allen Belangen. Mit den subtilen Mitteln eines visuell bestechenden Thrillers und Genreanteilen aus dem guten, alten Katastrophenfilm, zelebrierte der junge Regisseur Angst und Panik auf die Leinwand. Spielbergs Frühwerke bis Mitte der 80er sind geprägt von hervorragenden Betrachtungsweisen und ausgefeilten Kameraspielereien, Jaws ist die Meisterprüfung.

Die atmosphärische Dichte der Umsetzung ist ebenso packend wie die überzeugend glaubhaften, oft herrlich sarkastischen Darstellungen eines tollen Casts, angeführt von Roy Scheider als wasserscheuer Inselcop mit seiner Familie, dem eifrigen Haiforscher (Richard Dreyfuss in einer Glanzrolle), Robert Shaw als bissiger Seemanns-Vertreter und all die feinen, kleinen Nebenrollen, die unter anderem mit Einwohnern der Insel (Martha's Vineyard) besetzt wurden.

Wir erinnern uns: Saving Private Ryan hat die Kinozuschauer mit seiner expliziten Gewaltdarstellung während den ersten 30 Minuten geschockt. Man kann sich gut vorstellen, wie gebannt das Publikum vor 30 Jahren auf die Leinwand starrte, als "Bruce" - wie der mechanische Hai vom Produktionsteam genannt wurde - schemenhaft über die Leinwand zog, das zum Bade einladende Meerwasser rot färbte und kleine Jungs und Mädchen verschlang. Massenhysterie breitete sich aus, Ferien am Strand waren nicht mehr so gefragt und der Hai als solches kriegte sein Fett als Menschen fressendes Monster weg.

Jaws ist ein Meisterwerk der allerersten Güte, das in jede auch nur halbwegs brauchbare Filmsammlung gehört und von angehenden Filmemachern als Anschauungsmuster herhalten sollte in Sachen Schnitt (ruhig, ruhig), Dialog- und Bildführung. X-mal kopiert, nie erreicht und für viele noch zu folgende Piranha-, Krokodil-, Schlangen-, Ratten- und was weiss ich was alles für Monstertierfilme als unerreichter Gradmesser dastehend und so einige Sequels nachsichziehend (wovon eigentlich nur Jaws 2 noch gerade so mithalten konnte). Kino der Extraklasse mit vorzüglich manipulativer Musik von John Williams - und nun hör ich auf mit den Lobhudeleien.

Extras: Die DVD präsentiert sich in bestem Bild, so war Jaws bisher zuhause noch nie zu sehen, während die Tonspur fast so klar wie das Wasser vor Amity Island erstrahlt! Als goodies gibt es ein ganz tolles Making Of mit vielen herrlichen Anekdoten und historischen Aufnahmen, einfach köstlich. Deleted Scenes und Outtakes sowie ein kleines Spielchen runden die Sache ab, bei der eigentlich wie immer bei Spielberg einfach der Audiokommentar fehlt - aber das ist wie desöfteren zitiert, einfach nicht seine Sache und so hat man es denn auch zu respektieren. Dieses Review basiert auf der 25th Anniversary DVD. Im September erscheint auch in unseren Breitengraden die 30th Anniversary (sic!) Doppel-DVD.

5.0 Sterne 5.0 Sterne
5.0 Sterne (49 Bewertungen) | 6 Kommentare

66
29.06.2005 / pb


DVD-Infos

30th Anniversary Collector's Edition, erschienen am 13.04.2006

  • Bildformat: 2.35:1 (16:9)
  • Sprachen: Englisch, Französisch, Spanisch (DD 5.1, DTS)
  • Untertitel: Englisch, Französisch, Spanisch
  • Extras: Making Of; Deleted Scenes und Outtakes; Trivia Game; Trailers; Fotogalerie mit Storyboards.