Death Race 2000 (1975)

Herrscher der Strasse - Frankensteins Todesrennen

Death Race 2000 (1975) Herrscher der Strasse - Frankensteins Todesrennen

Oder: gib Gas, lieber Michael Schumacher

Death Race 2000

Ladies and Gentlemen, Paris Hilton!

Die Welt hat sich verändert. Die amerikanische Wirtschaft ist kollabiert und hat die einst mächtigen Vereinigten Staaten in ein Provinznest verwandelt, welches von einer faschistischen Regierung geführt wird. Eine der vielen Änderungen, welche der neue Präsident von Amerika eingeführt hat, ist das sehr beliebte Transcontinental Road Race, welches quer durch Amerika von New York bis nach New Los Angeles führt. Das Rennen gilt als sehr brutal. Die Fahrer werden wie Popstars gefeiert, weil sie auch immer wieder für spektakuläre Scores (wenn sie Zivilisten überfahren) und Unfälle sorgen.

Death Race 2000

Trari Trara die Post ist da!

Ein weiteres Mal bricht dieses Rennen an und aufs Neue treten Rennlegenden wie Frankenstein (David Carradine), Machine Gun Joe (Sylvester Stallone) und drei weitere gegeneinander an. Obwohl alle das Rennen gewinnen wollen, haben die einzelnen Fahrer und ihre Navigatoren auch noch andere Ziele im Hinterkopf. Schon bald nimmt das simple Rennen eine ganz neue Dimension an, denn Rebellen haben sich geschworen, das Rennen sowie auch die Regierung zu sabotieren und endlich den lang erwarteten Umschwung herbeizuführen. Mit aller Macht versucht die Regierung sofort, die Übertragungen der Rebellen zu unterbinden ihre Attentate zu vertuschen. Doch das erweist sich als sehr schwierig, denn die ersten Opfer sind bereits zu verzeichnen und die Überfälle der Rebellen werden immer heimtückischer. Plötzlich sind die Fahrer in akuter Gefahr und ein Rennen auf Leben und Tod beginnt.


DVD-Rating

Autorennen, Gladiatorenkämpfe und andere Fleischmaschinen haben eine lange Tradition. Sei es in Running Man, in Battle Royale oder eben als Autorennen in Death Race 2000. Oft geht es dabei darum, die Bevölkerung eines kaputten Landes mit möglichst brutalen Mitteln zu unterhalten, um sie von den wirklichen Problemen abzulenken. Death Race 2000 geht genau diesen Weg und will Endzeitfeeling mit Action und Politsatire kreuzen. Das Resultat ist ein überlanger, brutaler und meistens ungewollt komischer Actionstreifen, der viel Potential hat - aber wohl auch wegen seinem Alter aus heutiger Sicht kaum mehr überzeugen kann.

Death Race 2000 beginnt sehr rasch und schnörkellos. Nach einer kurzen Ansage, ganz im Stil vom Pot-Race aus Star Wars Episode 1, sind wir auch schon mit den Autos auf der Rennbahn und auf der Suche nach den besten Scores und den meisten Punkten. Wer das PC-Game Carmadeddon kennt, wird klar sehen, dass dieses von Death Race 2000 inspiriert wurde, denn auch dort gibt es ein sehr einschlägiges Punktesystem, bei dem es je nach überfahrenem Zuschauer mehr oder weniger Punkte gibt. Babies und Greise geben da am meisten Punkte, und wer viel Zivilisten über den Haufen fährt, muss nicht einmal das Rennen als erster beenden.

Klingt brutal, ist es auch und wird so zelebriert. Der erste Kill im Rennen wird wie ein Nationalfeiertag gefeiert und entsprechend kommentiert. Die Fahrer selber sind richtige Karikaturen und setzten sich aus Cowboy, Nazi, Mafiagangster und Frankenstein zusammen - einer mehrfach verunfallten Rennlegende im Darth Vader Kostüm. Sehr kreativ und zum Teil arg überzeichnet und alle passend zu ihrem Wagen. Das alles wird natürlich farbig durch drei verschiedene Kommentatoren begleitet, welche ihren ganz eigenen schwarzen Humor hineinbringen und detailliert und begeistert von den neusten Scores auf der Strecke berichten. Sehr makaber wird es, wenn sie die Witwe des Mannes ins Studio holen, welcher als erster auf der Strecke aufgespiesst wurde.

Doch eine Spielzeit von mehr als zwei Stunden füllt man nicht nur mit einem Rennen. Schliesslich sind wir hier nicht bei Duel von Steven Spielberg, deshalb muss noch etwas Politik, etwas Rebellen und etwas Aufstand hinein. Der Subplot mit den Rebellen eignet sich ganz gut, um auch die Kehrseite des Rennens zu zeigen und wie die korrupte Regierung die normale Bevölkerung damit unter Kontrolle hält. Dennoch wirkt es aufgesetzt, vor allem wegen der unkoordinierten Erzählweise will es nicht richtig ins Bild passen. Den gleichen negativen Eindruck hinterlassen auch die zum Teil sehr schlecht hineinkopierten Special Effects, die vielen sehr plump gemachten und geschnittene Actionszenen, welche mehr komisch-amüsant als gelungen sind. Dies kommt zum grossen Teil auch daher, dass der Film 1975 entstanden ist und in der Post-Production bei vielen Szenen nachgeholfen werden musste, damit sie überhaupt umsetzbar waren. Beispielsweise werden viele der Rennszenen einfach doppelt so schnell abgespielt, weil die Autos bei den Dreharbeiten nur 30mph fahren konnten.

Fazit: Death Race 2000 mag als Kultfilm gelten, gibt jedoch aus heutiger Sicht weder in Sachen Umsetzung noch Story wirklich viel her. An vielen Szenen nagt deutlich der Zahn der Zeit und deshalb fällt es mit diesen deutlichen Schwächen schwer, den Film zu geniessen. Obwohl durchaus nette Action geboten wird und dies auch genügend mit schwarzem Humor und Sozialsatire gewürzt wird, kann Death Race 2000 auch in seiner digital restaurierten Fassung nicht überzeugen und wirkt mehr lächerlich als cool. Wer sich etwas Nostalgie anschauen will, kann sich Death Race 2000 gerne begutachten, für die anderen gibt es bessere und gelungenere Alternativen oder auch das Remake, welches in Produktion ist.

Die DVD protzt mit "Digital Remastered", was eigentlich ein besseres Bild und besseren Ton bedeuten sollte. Dies sucht man jedoch vergebens, das Bild ist eine Katastrophe, und den Ton kann nur als erträglich bezeichnet werden. Dies macht den Film nicht wirklich zum Genuss. Das Bonusmaterial beschränkt sich auf eine Making Of Dokumentation, die kaum zusätzliche Infos liefert, einem grottig synchronisierten Kurzfilm und einige Trailer. Schade.

4.1 Sterne 1.4 Sterne
4.1 Sterne (7 Bewertungen) | 4 Kommentare

3.53.5
15.02.2008 / db


DVD-Infos

Special Edition - Remastered & Bonusfilm, erschienen am 03.11.2006

  • Bildformat: Widescreen 1.85:1 Anamorphisch
  • Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 5.1, Englisch: Dolby Digital 5.1
  • Untertitel: -
  • Extras: Bonusfilm: Death Sport mit David Carradine, Making of.., Kinotrailer, Bildergalerie