Dark Star (1974)

Darks Star - Finsterer Stern

Dark Star (1974) Darks Star - Finsterer Stern

Oder: Hippies im Weltraum

Dark Star

Das ist kein Alien!

Die Dark Star ist seit 20 Jahren im All unterwegs. Mit ihr vier Astronauten, ein Bordcomputer mit verführerisch weiblicher Stimme und Smartbombs, die ihrem Namen eigentlich alle Ehre machen. Der Auftrag heisst: das Universum von unstabilen Planeten säubern, die eine Kolonialisierung des Alls gefährden könnten. Dazu werden diese schlicht und einfach, *bumm*, weggesprengt. Die Stimmung unter den vier verbliebenen Weltraumfahrern, ihr Kommandant kam vor einiger Zeit bei einem Kurzschluss ums Leben, ist mässig gut. Und auch beim Raumschiff tauchen immer mehr Mängel und Schäden auf, die die Weltraumbehörde wegen gestrichenen Geldmitteln nicht mehr reparieren will.

Dark Star

DAS ist ein Alien...

Als sich durch eine weitere Funktionsstörung die Bomben selber scharf stellen, haben Crew und Bordcomputer alles mögliche zu tun um ein Desaster zu vermeiden. Aber auch ein Maskottchen in Alienform, das lustig durch die Dark Star tobt, totale Langeweile und langsam aber sicher der Weltraumkoller machen den langmännigen Insassen des Schiffes Probleme.


DVD-Rating

Dark Star sieht effektemässig aus wie eine verspätete Folge der originalen Enterprise-TV-Serie. Wen wundert's, bei einem Budget von 60'000 Dollar? Man kann sich also vorstellen was einem in Sachen Science Fiction visuell erwartet: einige Lacher. Was mich eher verwundert als ein als Blaseball getarntes Alien, ist die Tatsache, dass von allen Filmen von John Carpenter Dark Star es am nötigsten hätte aufgefrischt und neu gedreht zu werden - im Gegensatz zu all den Versuchen in letzter Zeit. Auch die Story wäre durchaus interessant als Neuauflage, obwohl Dan O'Bannon einige Elemente für Alien übernommen hat: die verbrauchte Crew und ein Ausserdirdischer, der im Schiffsinneren für Terror sorgt (hier "eher" skurril als spannend ausgefallen!).

Weder darf man von Dark Star hohe Schauspielkunst noch innovatives Filmemachen erwarten (dazu war wie erwähnt schon gar kein Budget vorhanden), immerhin sieht man aber die Möglichkeiten Carpenters aus wenig einiges zu machen. Auch im weiteren Verlauf der Filmkarriere favorisierte Beleuchtungstechniken und musikalische Simplizitäten sind auszumachen.

Dark Star ist ein B-, oder C-Movie mit Hippies im Weltall und sprechenden Bomben als Hauptattraktion, hergestellt als Studentenfilm und später für ein Kinorelease mit 15 Minuten Zusatzmaterial aufgepeppt. Die Idee das All mit gewaltigen Eingriffen zu säubern um eine mögliche spätere Kolonialisierung zu ermöglichen, passt in den 70er Zeitgeist wie die Frisuren der Crew. Unterhaltsam und bizarr ist das Ganze bei allem Augenzwinkern allemal und einen Filmemacher bei seinen ersten Schritten zu beobachten ist immer interessant, auch wenn einigen Zusehern wohl entgehen wird, dass der Film eigentlich als Komödie gedacht war...!

Die Extras: Neben ein paar Hinweisen zu Filmfehlern gibt es kurze, textliche Trivialitäten zur Produktion, das Drehbuch als Texttafel und Audiokommentar. Die Bildqualität ist so ziemlich das schlechteste was es auf DVD zu sehen gibt. Konturlos, verschwommen, sieht aus wie dutzendfach überspielt. Erstaunlicherweise gibt es einzelne Szenen, die visuell deutlich besser rüberkommen, es muss wohl verschiedenes Material zur Verfügung gestanden haben. Audiomässig ist die englische Originalspur eine ziemliche Zumutung, dumpf und verzerrt. Die synchronisierte Fassung kommt bei den Stimmen viel besser weg. Obwohl die Tonspur digital 5.1 abgemischt wurde, kann man die Rücklautsprecher getrost vergessen und sich auf die Frontmitte konzentrieren.

4.0 Sterne 2.4 Sterne
4.0 Sterne (10 Bewertungen) | 7 Kommentare

3.0 Sterne3 von 0.0-6.0
31.12.2006 / pb


DVD-Infos

DVD erschienen am 08.09.2006

  • Bildformat: 1.78:1 (anamorph)
  • Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 5.1, DD 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Audiokommentar; Goofs; Fillmografien; Filmnotizen; Slideshow; Artwork; Deutscher Vorspann; Drehbuch in Textform.